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Jugendliche aus zehn Nationen pflanzen für den Frieden

Internationale Aktion im Ginkgo-Hain Kassel mit Geflüchteten aus der Ukraine

Jugendliche aus zehn Ländern und ukrainische Geflüchtete haben in Kassel ein starkes gemeinsames Zeichen gesetzt: Im Ginkgo-Hain der nordhessischen Stadt pflanzten sie an drei Stellen jeweils einen Ginkgo, der wie kein anderer Baum als Symbol für den Frieden steht. Die Aktion wurde möglich gemacht durch Volksbund-Spender und den Lions Club „Brüder Grimm“.

 

39 Grad Hitze und kaum eine Wolke am Himmel – es gibt angenehmere Rahmenbedingungen für eine Pflanzaktion. Dennoch war die Laune bei allen Beteiligten, die sich mittags im Ginkgo-Hain Kassel versammelt hatten, ungetrübt. Im Vordergrund standen 18 Jugendliche, die auf Einladung mehrerer nordhessischer Lions-Clubs für drei Wochen nach Deutschland gekommen sind.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Italien, Frankreich, Spanien, Norwegen, Finnland, Polen, Ungarn, Brasilien, Indien und den Vereinigten Staaten lernten dabei, dass der Ginkgo nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima vor fast genau 77 Jahren als erster Baum wieder wuchs und seitdem weltweit als Zeichen des Friedens gilt.
 

Führungen über Kriegsgräberstätten

Stadträtin Heidi Reimann und Ortsbeirats-Mitglied Klaus Hansmann begrüßten im Park Schönfeld nicht nur Jugendliche, sondern auch eine Gruppe Geflüchteter aus der Ukraine sowie Vertreterinnen und Vertreter der Lions Clubs und des Volksbundes. Reimann verwies dabei auf die Jugendarbeit des Volksbundes, der seit fast 70 Jahren dafür sorge, dass sich Jugendliche mit den Themen Krieg und Frieden auseinandersetzen.

Wie das aussieht, hatten Dr. Gudrun Lies-Benachib, die für den Lions-Club „Brüder Grimm“ das Jugendcamp maßgeblich organisierte, und die 18 Jugendlichen am Vormittag erfahren. Volksbund-Vertreter der Regionalstelle Hessen Nord (Landesverband Hessen) und der Bundesgeschäftsstelle hatten Führungen über zwei sehr unterschiedliche Kriegsgräberstätten organisiert.

Auf dem Niederzwehren-Cemetery

Zunächst erkundeten die Jugendlichen den Niederzwehren-Cemetery, auf dem 1.783 Soldaten des Commonwealth liegen – zum allergrößten Teil Tote des Ersten Weltkrieges. Großes Erstaunen, dass neben den 1.699 Briten hier auch 50 Kanadier, 24 Australier, fünf Südafrikaner, vier Neuseeländer und ein Neufundländer ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Auf diese Weise erfuhren die Jugendlichen, dass der Krieg nicht auf Europa beschränkt war. Und sie registrierten aufmerksam, wie jung die Kämpfer waren. „Der ist ja erst 18 gewesen!“, war einer der meistgehörten Sätze. Andere lernten, dass die Nummer des Soldaten auf seine Identität schließen lässt und dass auch Marinesoldaten auf der Anhöhe über Kassel bestattet wurden, weil sie im nahen Kriegsgefangenenlager an Krankheiten verstorben waren.

Vor den Gräbern von Sergej und Mihail

Anschließend führte Volksbund-Expertin Dr. Bettina Dodenhoeft die Besucher über den benachbarten russischen Friedhof, auf dem Kriegsgefangene des Zarenreiches liegen. Sie erläuterte, dass nicht nur russische Soldaten hier begraben sind, sondern auch ukrainische, polnische und baltendeutsche. Sie alle lebten einmal zum Reich des Zaren. „Uns ist es wichtig, dass die Jugendlichen auch etwas über die deutsche und europäische Geschichte lernen und sich mit diesem dunklen Kapitel auseinandersetzen“, sagte Gudrun Lies-Benachib vom Lions Club.

Dass dieses dunkle Kapitel nicht abgeschlossen ist, betonte sie später im Ginkgo-Hain: „Niemand glaubte 1918, dass es einen zweiten Weltkrieg geben könnte. Und heute gibt es wieder junge Frauen und Männer, Kinder, Mütter und Väter, Großmütter und Großväter, die in der Mitte Europas sterben. Künftige Generationen werden vielleicht einmal vor den Gräbern von Sergej, von Mihail, von Lena, von Nadja stehen, die im Krieg starben.“

„Volksbund-Arbeit ist nicht vorbei“

Umso versöhnlicher gestaltete sich dann die gemeinsame Zeremonie im Park, bei der junge Menschen aus vielen Ländern – auch aus der Ukraine – gemeinsam Gingkos pflanzten und ihre Gedanken auf Gingko-Blättern aus Papier notierten.

Stadträtin Heidi Reimann erinnerte dabei an die Rolle des Volksbundes, der seinen Sitz im nahen Niestetal hat: „Die Arbeit des Volksbundes ist nicht vorbei. Es geht ihm nicht einfach darum, Gräber zu pflegen. Es geht – und eigentlich ist das traurig – darum, uns immer wieder einen Spiegel vorzuhalten. Wir dürfen die Vergangenheit nicht vergessen. Wir dürfen nicht vergessen, was Menschen anderen Menschen antun können. Wir dürfen nicht vergessen, wie wichtig der Frieden ist. Das zeigen nicht nur die Kriegsgräber und die Gedenkstätten, das zeigen auch die Bäume in unserem kleinen Friedenspark hier in Kassel.“

Mehr Informationen zum Gingko-Hain in Kassel finden Sie hier unter „Aktuelles“ auf der Seite des Landesverbandes Hessen.

Harald John Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit

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