Info-Frühstück im Landtag NRW

Volksbund informiert Abgeordnete über seine Arbeit

19. Januar 2018

Überzeugte Europäer: Landtagspräsident André Kuper (lks.) und Thomas Kutschaty, Vorsitzender des Volksbundes NRW (Foto: Landtag NRW; drei weitere: Daniel Behmenburg/ Büro Thomas Kutschaty)

Düsseldorf. Im Rahmen eines „parlamentarischen Frühstückes" am 17. Januar 2018 informierte der Volksbund die Abgeordneten des Landtages NRW über seine Arbeit. Dabei servierte der Vorsitzende des Landesverbandes NRW, Thomas Kutschaty, nicht nur leicht verdauliche Kost. Dennoch erhielt er von den Abgeordneten viel Zustimmung.

Ein Plakat mit dem Slogan „Darum Europa!" empfing die mehr als 40 Abgeordneten aller Fraktionen, die sich trotz schwieriger Witterungsbedingungen pünktlich um halb neun im Fraktionssaal der SPD eingefunden hatten. Sie waren der Einladung von Landtagspräsident André Kuper und des Vorsitzenden des Landesverbandes NRW im Volksbund Thomas Kutschaty gefolgt, sich vor der anstehenden Plenarsitzung bei Kaffee, Tee und belegten Brötchen über die Arbeit des Volksbundes zu informieren.

In seiner Begrüßungsansprache lobte Landtagspräsident André Kuper die Arbeit des Volksbundes. Dessen Bemühungen um die Jugendarbeit und um eine zeitgemäße Erinnerungskultur seien „ein unverzichtbarer Beitrag zur Friedenserziehung in einer Welt, in der Krieg und Gewaltherrschaft leider immer noch eine große Rolle" spielten. Er bat die Abgeordneten um Unterstützung der Arbeit des Volksbundes in den jeweiligen Wahlkreisen.

Anhand von Beispielen berichtete Thomas Kutschaty den Abgeordneten sowohl über Grundlegendes als auch Aktuelles aus der Arbeit des Volksbundes. So würde der Volksbund immer noch jährlich etwa 26.000 Tote des Zweiten Weltkrieges finden und ca. ein Drittel identifizieren können. Mehr als 900.000 Kriegstote habe der Volksbund seit 1992 in Osteuropa gefunden, dem Jahr, das den Beginn der Arbeit des Volksbundes in Osteuropa nach dem Fall des Eisernen Vorhanges markiere.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Kutschaty der Jugend- und Bildungsarbeit des Volksbundes. Er betonte, dass Besuche junger Menschen auf Kriegsgräberstätten nachhaltige Wirkung zeigten. U.a. werde auf diese Weise die Bedeutung der europäischen Integration verständlicher. Im Rahmen eines Umstrukturierungsprozesses sei der Landesverband NRW im Begriff, seine Jugendarbeit zu erweitern. In jedem der fünf Regierungsbezirke Nordrhein-Westfalens stehe nun ein Bildungsreferent bzw. eine Bildungsreferentin als Ansprechpartner/-in für erinnerungskulturelle Projekte zur Verfügung. Die Angebote des Landesverbandes NRW – u.a. mehrere Wanderausstellungen und didaktische Materialien zu historisch-politischen Themen – würden von den Schulen bereits jetzt gut angenommen.

Auch das Deutsche Riga-Komitee stellte Kutschaty den Abgeordneten vor. Der Volksbund habe es ins Leben gerufen, um der jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu gedenken, die während des Zweiten Weltkrieges nach Riga verschleppt und dort ermordet worden waren. Heute pflege der Volksbund auch ihre Gräber. Nicht ohne Stolz berichtete Kutschaty, dass etwa zwei Drittel der derzeit 55 Mitgliedsstädte in Nordrhein-Westfalen lägen. Zwei weitere – Oberhausen und Bottrop – würden in diesem Jahr beitreten.

Kutschaty wies auch auf die Unterstützung des Volksbundes bei der Pflege von Kriegsgräbern in Nordrhein-Westfalen hin. In Zuständigkeit der Kommunen befänden sich mehr als 330.000 Kriegsgräber auf über 2.000 Kriegsgräberstätten, verteilt auf fast 400 Kommunen. Der Volksbund stehe den Kommunen bei Pflege- und Sanierungsmaßnahmen beratend zur Seite.

In der anschließenden Gesprächsrunde wurde parteiübergreifend Respekt und Zustimmung für die Arbeit des Volksbundes geäußert. „Warum Europa?" – angesichts der Toten der Kriege stellt sich diese Frage den meisten Abgeordneten nicht. Vielmehr wurde die europäisch ausgerichtete Jugendarbeit des Volksbundes gelobt. Nicht wenige Abgeordnete ermunterten die anwesenden Mitarbeiter des Volksbundes, diesen Weg weiter zu gehen und stellten hierfür ihre Unterstützung in Aussicht.

Stefan Schmidt

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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