D-Day - Normandie - Versöhnung - Veteranen - Freundschaft

15. Juni 2018

Mitglieder RK Dormagen vor dem Denkmal des Iron Mike im Absprungbereich La Fiére

Delegationsvertreter bei der Zeremonie in Amfreville, v.l.n.r.: Brigadegeneral Moore (US Army), Niederlande, Deutschland und Vertreter franz. vor Ort

Veteranen und Dankesworte

Madame la Maire, Ginette Dongé (die Bürgermeisterin) – Übergabe Gastgeschenk aus Dormagen

Brigadegeneral Moore – Übergabe Gastgeschenk aus Dormagen

14 x in der Normandie - Zum 6 mal beim D-Day dabei -
Versöhnung im Rahmen der Zeremonie
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Erneut beim D-Day in der Normandie gewesen -

Auf ganz besondere Nachfrage durch den ehem. Kommandeur (bis März 2018, danach Ruhestand) im Landeskommando, Herrn Brigadegeneral Peter Gorgels bei der hiesigen Reservistenkameradschaft in Dormagen erfolgte in der Zeit vom 31.05. bis zum 05. Juni die Teilnahme auch in diesem Jahr zu den Feierlichkeiten anlässlich des 74 Jahrestages zur Landung der Alliierten in der Normandie.

Zuvor war durch den MilAttStab (MilitärAttachéStabes) der dt. Botschaft in Paris, die Anfrage an das Landeskommando NW in Düsseldorf gestellt worden, ob nicht auch in diesem Jahr die Dormagener Kameraden als Delegation die BRD vor Ort bei den unterschiedlichsten Zeremonien vertreten können und somit teilnehmen wollten.

Nicht zuletzt auch wegen der stetigen Treue aufgrund der langjährigen Besuche und Sorgfalt im Umgang mit der Geschichte vor Ort und Verbindungen die sich in den Jahren in der Bevölkerung ergeben haben. 

Offizielle Delegationen vor Ort waren die Luftlandebrigade1, die Uni der BW Hamburg, FeldjägerRgt 3 und RK Dormagen die wiederum mit Kameraden aus Unterfranken, als Delegation durch Reservisten (18 Mann-Sammelbegriff) zusammengestellt worden. Zum Delegationsleiter war seitens des LKdo NRW wie in den Jahren zuvor, der Dormagener Stabsfeldwebel d.Reserve E. Heinen bestimmt worden.

So mussten die Dormagener Kameraden bereits früh in der Nacht am 31.05. Richtung Frankreich aufbrechen um pünktlich um 12.00 Uhr bei der Ersten Zeremonie in Chef-du Pont präsent zu sein.

Eine weitere Zeremonie die sich in diesem Jahr als außerordentlich Emotional ergeben sollte, erfolgte in Amfreville, hier sprach die Bürgermeisterin, Madame la Maire, Ginette Dongé am Monument der 507éme. Auch hier war die Wiedersehensfreude groß. Viel bewegender waren die Momente nach der Zeremonie, wenn die Vertreter der Delegationen den Fahnenträgern der Franzosen, aber vor allem den Veteranen der Amerikaner Danken. Der Händedruck und das Gesicht einer dieser Veteranen (92 Jahre) war sehr ergreifend, „ich sah wie ihm die Tränen kamen und er aufstand und mich umarmte und MIR dann dankte“.  Vor der Abfahrt kam dieser Mann erneut auf uns auf dem Parkplatz mit seiner Begleitung zu mir, drückte mich erneut und sagte mir leise ins Ohr: You German – good Man – we are Friends, thank you and your soldiers“. „Da mußte auch ich schlucken“.

Brigadier General Richard G. Moore, Jr., is the Commander, 86th Airlift Wing, Ramstein Air Base, Germany, der die Rede als amerikanischer Vertreter hielt, bedankte sich persönlich bei vielen unserer Kameraden für ihre Anwesenheit und hob löblich das Engagement als Reservist hervor.

Am Freitag, 01.06. sollten die Reservisten in Sannerville -nahe Caen (britischer Landungsbereich – SWORD) während der historischen Absprünge aus den damaligen Flugzeugen anwesend sein.         Der franz. Bürgermeister, Monsieur le Maire Christian Pielot, der eine dt./frz. Partnerschaft zu Wesendorf in Niedersachsen pflegte, hat mittlerweile aufgrund der Zusammenlegung einiger „Gemeinden“ eine neue Aufgabe in Bayeux gefunden und uns an seinen Nachfolger verwiesen. Natürlich war die Freude bei der Kontaktaufnahme sehr groß.

Der Samstag stand ganz im Sinne der historischen Gegebenheiten entlang der Landungsküste zwischen Utah und Juno Beach, da etliche Kameraden zum ersten Male teilnahmen. So erkundeten alle die Steilküste im Bereich des Point du Hoc, in dessen Gebiet die Kanadier mit Seilen und Leiterähnlichen Gerätschaften die Landung sich erklommen. Weiter wurde ein Feldlager der „Amerikaner“ und auch „Deutschen Besatzer“ besucht und besichtigt. Im Anschluß erfolgte der Besuch des amerikanischen Soldatenfriedhofes bei Colleville-sur-Mere. Dieser ist bekannt geworden durch die Filmaufnahmen zum „der Soldat James Rayne“ am Beginn und zum Ende des Films. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das sogenannte WN 62 (Widerstandsnest 62) welches aus deutscher Sicht der Strandabsicherung diente.

Anmerkung: Als am 6. Juni 1944 die Westalliierten mit 7.000 Schiffen und 13.000 Flugzeugen im Morgengrauen vor der Küste der Normandie ihre Offensive gegen den Atlantikwall eröffneten, war der auf dem Stützpunkt WN 62 (Widerstandsnest 62) postierte Severloh der von den Amerikanern am meisten gefürchtete deutsche MG-Schütze. Neun Stunden lang feuerte er aus MG und Karabiner zwischen die GIs am Strand - 3.000 von ihnen blieben liegen...
Schonungslos und ergreifend schildert Heinrich Severloh die dramatischen Stunden, in denen in seinem "blutiges Omaha" genannten Abschnitt 34.000 GIs von See her landeten und auf nur 350 deutsche Soldaten trafen, die sich erbittert wehrten. Severloh, der junge Landwirtssohn aus der Lüneburger Heide überlebte die Feuerwalze auf ebenso schreckliche wie abenteuerliche Weise, doch sollte sie sein ganzes weiteres Leben prägen.

Abschließend wurde noch die ehem. dt. Batteriestellung in Longues-sur-Mere  bei Arromanches-les-Bains, dem künstlich wasserseitig angelegten Pontonhafen der Amerikaner.

Sonntag 03.06.2018 stand das große Fallschirmspringen an historischer Stelle „La Fiére“ der beteiligten Streitkräfte USA,  Niederlande, Österreich und Germany an. Besichtigung am Utah Beach, hier stellten die Amerikaner eindrucksvoll mit historischen Uniformen und Ausrüstungsmaterial das Lager rund um die Kirche der Ortschaft von Sainte Marie du Mon nach, und Omaha Beach (Point du Hoc und Grand Camp Maisy) standen ebenfalls mit auf dem Programm. Ein großartiges Feuerwerk bescherte Samstagabend Sainte Mere Eglise der Bevölkerung, Dauer eine ¾ Stunde, rund um die Kirche, die aus dem Film der längste Tag bekannt wurde, an dem ein amerikanischer Fallschirmspringer mit seinem Schirm hängen geblieben war.

Ganz nebenbei hatten sich auf einem Parkplatz aufgrund starker Regenfälle einige PKW´s in einer Senke festgefahren. Hier war schnelle kurze Hilfe angesagt. Mittels Jeep aus den Camps und vereinten Kräften halfen wir Dormagener kurzerhand den Betroffenen, wofür wir dann auch einigen Applaus erhielten.

Dienstag erfolgte dann die Rückfahrt; insgesamt hatten wir auch dieses Jahr je Fahrzeug über 2300 Km zurückgelegt.

 

Text und Fotos: Erik Heinen

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