Kriegsgräberstätte Eversberg

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch das Sauerland als südöstlicher Teil des so genannten Ruhrkessels Kampfgebiet.

Am 19. Februar 1945 zerstörte ein alliierter Bombenangriff die historische Altstadt von Meschede. Vor allem Stabbrandbomben und abgeworfene Phosphorkanister legten die sehenswerten Fachwerkhäuser in Schutt und Asche. 45 Menschen starben. Ein weiterer Angriff vollendete die Zerstörung am 28. Februar 1945.

Ein Bürger der Stadt, der in einem Keller den Angriff überlebt hatte, verglich die Geschehnisse mit einem daherrasenden Taifun oder einem Vulkanausbruch. Viele Menschen hätten gar das nahende Ende der Welt vor Augen gehabt. Menschen seien durch den Explosionsdruck der Bomben in die Luft geschleudert worden. Eine Familie sei schreiend in einem Keller verbrannt, ohne dass Hilfe möglich gewesen wäre.

Mit dem 1. April 1945 erreichten alliierte Bodentruppen die sauerländischen Wintersport-gebiete um Meschede, Brilon, Fredeburg und Winterberg. Nach Ansicht der Alliierten war in diesem Bereich die wahrscheinlichste Ausbruchsschneise aus dem Kessel für deutsche Truppen. Am 8. April 1945 marschieren die Amerikaner in Meschede ein.

Die Gräber der deutschen Kriegstoten lagen in weiten Bereichen des Sauerlandes: an Feldwegen, in Feldern, Wiesen und Gärten, auf kommunalen und kirchlichen Friedhöfen.

Einige Standorte für die Anlegung einer gemeinsamen Kriegsgräberstätte wurden überlegt; so in Bödefeld, auf dem Klausenberg in Meschede oder an der Kapelle in Winkhausen. Schließlich entschied man sich für den jetzigen Ort in der Eversberger Flur.

Den Ausbau der Anlage übernahm im Herbst 1958 der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband NRW. Er beauftragte den Architekten Dr. Josef Orth aus Bensberg mit der Planung und Durchführung der Arbeiten.

Viele bislang unbekannte Tote konnten bei den Umbettungsarbeiten des Volksbundes identifiziert werden, 128  Gefallene blieben jedoch unbekannt. Letzte Zubettungen erfolgten noch im Frühjahr  1961. Auf Grabkreuzen aus Anröchter Dolomit  - ein Kreuz für je zwei Gefallene – stehen die Namen der Toten.

Heute ruhen 928 Tote des Zweiten Weltkrieges in Eversberg, die u. a. aus den früheren Landkreisen Meschede (709 Tote), Arnsberg (115 Tote), Brilon (73 Tote), Altena (15 Tote) und Lippstadt (4 Tote) hierher überführt wurden. Inmitten der gefallenen Soldaten bekamen auch die 21-jährige Margarete Beese (Reihe 12, Grab-Nr. 691) sowie  Helene Kortmann und ihre Tochter Irmhild, die kurz vor ihrem sechsten Geburtstag stand, ihre Gräber (Reihe 2, Grab-Nr. 77/ 78). Mutter und Kind starben beim Bombenangriff am 28. Februar 1945.

An der Südostgrenze des Friedhofes wurde am Rundweg eine kleine, betont schlichte Gedenkkapelle errichtet. Die künstlerische Ausgestaltung der Kapelle übernahm die einheimische Bildhauerin Anneliese Schmidt-Elk aus Elkeringhausen. Sie schuf ein Halbrelief aus Rüthener Sandstein mit dem Titel  „Trauer und Tröstung“. Es soll, so die Künstlerin, das geistige Band zwischen Lebenden und Toten symbolhaft darstellen.

In einem Steinsockel ist eine Bronzekassette mit dem  Namenbuch eingelassen; ein

schmiedeeiserner  Leuchter gibt dem Raum eine gewisse Feierlichkeit.

Von der Kapelle zieht sich ein Weg zum  Gedenkplatz mit dem Hochkreuz. Hierdurch wird eine direkte Beziehung zwischen den beiden gestalterischen Schwerpunkten der Anlage hergestellt. Seitlich des Gedenkplatzes ist eine Stele, auf der an die deutschen Kriegstoten im Osten erinnert wird, deren Gräber unerreichbar bleiben  werden.

Die Kriegsgräberstätte Eversberg wurde am  9. Juli 1961 eingeweiht.

Dr. Artur Sträter, Minister für Bundesangelegenheiten und stellvertretender Ministerpräsident von NRW, hielt die Weiheansprache; er sagte u.a.

„Wir beugen uns in Ehrfurcht vor dem
Schmerz der Angehörigen, der Väter,
der Mütter, der Brüder und Schwestern
und denken an die, die nicht kommen
konnten, weil ihnen ein grausamer  Diktator
(Walter Ulbricht) sogar des Menschen
Verlangen wehrt, ein Gebet am Grabe
ihrer Lieben zu sprechen.“

Landrat Geiecke betonte in seiner Rede, dass diese Toten Opfer eines Regimes seien, das sich von Gottes Gebot entfernt habe; dieses Gräberfeld sei eine Mahnung, nicht zuzulassen, dass  jemals wieder gottlose Verbrecher in unserem Vaterlande die Führung an sich reißen könnten.

Die kirchliche Weihe übernahmen Dechant Grumpe und Pastor Hamer.

Oberbürgermeister a.D. Weiland übergab – in Anwesenheit von Oberkreisdirektor Dr. Ammermann –  mit einer Urkunde an Bürgermeister Bürger die Anlage in die Obhut der Gemeinde Eversberg.

Die Kriegsgräberstätte Eversberg wird heute durch die Stadt Meschede betreut.

 

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