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100 Jahre Volksbund - Gedenkveranstaltung Hohrod / Bärenstall
Deutsch-Französisches Gedenken an den Kriegsgräbern des I. Weltkrieges
13. August 2019
  • Südbaden/Südwürttemberg

Am zweiten Sonntag im August, morgens um 8.30 Uhr, brechen Sonnenstrahlen zaghaft durch die Bäume. Es ist die Kriegsgräberstätte Bärenstall/ Hohrod an der Route de Linge, dem Höhenzug, an dem über 20.000 Franzosen und Deutsche im I. Weltkrieg getötet wurden.

Die Sonnenstrahlen treffen auf über 2.400 deutsche Kriegsgräber. Sie berühren aber auch hunderte Gäste, welche sich zu der Gedenkveranstaltung des Bezirksverbandes getroffen haben. Reservisten und Kameradschaftsverbände aus ganz Baden-Württemberg und Bayern, dem Elsass und der Schweiz, Franzosen und Deutsche aus nah und fern, sind am frühen Sonntagmorgen in den Vogesen.

Als besondere Geste richtete nach der Begrüßung durch Oliver Wasem, dem Bezirksgeschäftsführer Südbaden-Südwürttemberg, der Delegationsleiter des Bayerischen Soldatenbundes, Ludwid Maurer zugleich der 1. Bürgermeister der Stadt Hohenlinden, ein Grußwort an die Gäste.

Der Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Freiburg, Dr. Hess, sprach ein Friedensgebet von Papst Benedikt bevor der Landesgeschäftsführer Dr. Martin Lunitz auf die Entstehung des Volksbundes und der Friedhöfe in der Region einging.

Zunächst in der Angehörigenbetreuung aktiv, erweitete der Volksbund seine Tätigkeit in den 1920er Jahren auch auf gestalterische Arbeiten auf den deutschen Kriegsgräberstätten des I. Weltkrieges, die gemäß dem Versailler Vertrag vom französischen Staat übernommen oder neu angelegt und gepflegt wurden.

Sein Aufruf zum Frieden wurde durch die Verleihung der Fahnenbänder des Volksbundes an deutsche und französische Fahnen unterstrichen. Deutsche und französische Ehrengäste brachten die Bänder an den deutschen und französischen Fahnen an.

Danach folgte die französische Veranstaltung am Friedhof Wettstein, bei der Dr. Hess, den französischen Pastor bei der Messe unterstützte. Nach der Kranzniederlegung am Friedenskreuz wurden noch in einem nahen Wäldchen, bei vielen guten Gesprächen Freundschaften gepflegt und - bei elsässischem Wein und bayerischem Bier - schon Pläne für das nächste Jahr geschmiedet.