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Bunte Blüten zwischen den Kreuzen
Volksbund verstärkt Umweltschutz auf Kriegsgräberstätten
02. März 2020

In Frankreich und Italien ließ der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge 2019 den Versuchsballon starten für mehr Artenvielfalt auf Kriegsgräberstätten – einer von verschiedenen Schritten hin zu mehr Umwelt- und Naturschutz. Erste Bilanz: mehr Pflanzen und Tiere und viele Menschen, denen das gut gefällt.

Rund 758 Hektar Fläche bewirtschaftet der Volksbund auf 832 Kriegsgräberstätten in 46 Ländern - das entspricht einer Größe von etwa 1074 Fußballfeldern. Seit Jahren setzt sich der Pflegedienst mit den Klimaveränderungen und ökologischer Bewirtschaftung auseinander. Auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet er inzwischen ganz, um die Kollegen und die Umwelt zu schützen.

Gestalterische Freiheit für Gärtner

Es ist ein Versuch, bei dem der Volksbund den Gärtnern mehr gestalterische Freiheit lassen möchte: In ausgewählten Bereichen außerhalb der Gräberflächen war sowohl Wildwuchs als auch die Aussaat von Blumen- und Kräuterrasen möglich.

Bienenstöcke und Nistkästen ergänzen das Konzept, um die Kriegsgräberstätten als Lebensraum sowohl für Vögel als auch für Nützlinge unter den Insekten attraktiver zu machen. „Diese Maßnahmen reduzieren deutlich den Einsatz von Insektiziden“, sagt Arne Schrader, Leiter der Abteilung Gräberdienst beim Volksbund. „Und sie tragen dazu bei, dass Nutzpflanzen bestäubt werden.“

Lob und Dank

In Noyers-Pont-Maugis in Frankreich wurden versuchsweise auch Flächen im Gräberfeld selbst in anderem Rhythmus gemäht, um einerseits Wildblumen ausblühen zu lassen und andererseits Reaktionen und Bewertungen von Besuchern zu bekommen. Das Ergebnis: keine Beanstandungen, vielmehr Lob und Dank.

Auch mit Blick auf Wege und Plätze hat sich der Gräberdienst für ökologisch verträglichere Formen der Pflege entschieden. Dort will er verstärkt sanfte Verfahren einsetzen, die für Flora, Fauna und das Grundwasser nicht schädlich sind. Dazu gehören die mechanische Reinigung und der Einsatz von Heißwasser und Dampf. "Hier gilt es weiter zu experimentieren und vor allem auch die Arbeitsbelastung der Kollegen im Blick zu erhalten", sagt der Abteilungsleiter.

Umstieg auf E-Antrieb

Auch den Maschinenpark nehmen die Experten des Volksbunds kritisch unter die Lupe: „Wir betreiben die Masse unserer Pflegemaschinen inzwischen mit biologisch abbaubaren Ölen und Treibstoffen. Die Pflegemitarbeiter in Italien beginnen - wo es möglich ist -, elektrisch betriebene Maschinen und Geräte anzuschaffen“, erklären die Fachleute des Pflegereferats. Das mindert Emissionen und fördert den Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter.

Christiane Deuse
Redakteurin
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