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Kriegsgräberstätte Salzderhelden erhält eine Geschichts- und Erinnerungstafel
Schülerinnen und Schüler der Löns Realschule Einbeck erkunden Friedhofsanlage
26. September 2019
  • Niedersachsen

Einbeck. Die Kriegsgräberanlage in Salzderhelden gehört zu den größten in Südniedersachsen. Hier sind mehr als 350 Soldaten aller Kategorien und auch Zivilisten bestattet. Die Landräten des Kreises Northeim und Kreisvorsitzende des Volksbunds, Frau Klinkert-Kittel, hatte angeregt, den Friedhof mit einer Geschichts- und Erinnerungstafel zu erschließen. Die Löns Realschule in Einbeck richtete daraufhin einen Wahlpflicht-Kurs ein, dessen Schülerinnen und Schüler sich dieser Aufgabe annehmen werden.

Mittwoch, 18. September, besuchten sie in Begleitung ihres Fachlehrers Sebastian Wingenter und des Schulleiters Jörn Kretzschmar die Anlage.

Mit Hilfe eines Fragebogens erschlossen die Schülerinnen und Schüler das Gräberfeld. Betroffen erkannten sie, dass einige Soldaten fast so alt waren wie sie. Es handelte sich um „Soldaten“ des Jahrganges 1928, bei Ihrem Tod waren einige noch keine 17 Jahre. Wofür starben sie? Andere Kreuze, wie die für Auguste Rehm (28.9.1907-27.6.1944) und für Irene Rehm (18.11.1943-27.6.1944), erschlossen sich schnell. Offensichtlich handelt es sich um Mutter und Tochter, die hier nebeneinander bestattet worden sind. Warum mussten sie sterben? Die Antworten werden die Jugendlichen auf der Geschichts- und Erinnerungstafel geben.

Besondere Aufmerksamkeit löste die Widmung in der Kapelle aus:

Herr, lass uns erkennen in allen Kriegen das Unglück der Völker – Verbanne die Zwietracht aus unserer Welt und gib uns Frieden“

Schulleiter Kretzschmar fragte nach: Was bedeutet „Zwietracht“? Wo begegnet uns Zwietracht im Alltag? Wie können wir Zwietracht überwinden? Und plötzlich erkannten die Schülerinnen und Schüler, dass die Botschaft, die von der Kriegsgräberstätte ausgeht, auch mit ihrem Leben zu tun hat.

Text und Bilder:
Dr. Rainer Bendick, Bildungsreferent Volksbund Braunschweig