Nachricht
Studientag der St. Antonius Schützenbruderschaft Benteler in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg
Unterstützung der Stiftung "Gedenken und Frieden"
15. November 2019
  • Ostwestfalen-Lippe

Langenberg. Am 9. November 2019 machten sich in den frühen Morgenstunden, 28 Mitglieder der St. Antonius Schützenbruderschaft Benteler auf den Weg ins Bürener Land. Ziel an diesem markanten Datum war die Erinnerungs- und Gedenkstätte in Wewelsburg (siehe Foto). Unter den Teilnehmern waren 18 Jungschützen im Alter von 14 bis 22 Jahre. Der Historiker und Museumspädagoge Norbert Ellermann, der auch im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge kein Unbekannter ist, begleitete die Schützengruppe durch den Tag. Nach der Ankunft begaben sich die Teilnehmer zunächst auf einen zeitgeschichtlichen Rundgang durch den Ort. An den verschiedenen Orten wie dem ehemaligen NS-Dorfgemeinschaftshaus, dem Gelände des damaligen KZ-Niederhagen aber auch am Mahnmal des früheren Appellplatzes wurde innegehalten. Norbert Ellermann berichtete hier von Ereignissen aus den dreißiger und vierziger Jahren. Dieses Wissen darüber hat er in vielen Jahren erforscht und durch Gespräche mit Zeitzeugen vertieft. Zurück an der Wewelsburg besuchten die Schützen die Dauerausstellung. Herr Ellermann berichtete von den Taten der SS-Leute und verstand es die verbrecherische Ideologie den Teilnehmern näher zu bringen. Parallelen zur heutigen Zeit lösten viel Nachdenken aus. Bei der Besichtigung des „Obergruppenführersaals“ und der „Gruft“ lief allen ein eiskalter Schauer über den Rücken.

Nach der Mittagspause begann das Referat von Michael Hellweg. Herr Hellweg ist beim Kreis Gütersloh beschäftigt und dort auch der Kreisgeschäftsführer des Volksbundes. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Militärgeschichte und so hieß sein Vortrag „Als die Amerikaner kamen“. Die letzten Kriegstage im Raum Westfalen aus Sicht der Alliierten. Unterstützt mit Kartenmaterial, Fotos und Film zeichnete er den Weg, von der Überquerung des Rheins bis zum Eintreffen im damaligen Kreis Wiedenbrück. Viele Begebenheiten auf diesem Weg, bis schließlich zur endgültigen Befreiung von Nazideutschland durch die Alliierten, trug er sehr anschaulich vor. Trotz des Mutes vieler Bürger, aber auch Soldaten unter Todesangst, die versuchten die Sinnlosigkeit weiteren Widerstandes zu verhindern um Orte vor Zerstörung zu bewahren oder Menschenleben zu retten, fanden dennoch viele Menschen bei den Kampfhandlungen den Tod. Ein Teil von ihnen, hat ihre letzte Ruhe auf der Kriegsgräberstätte in Böddeken gefunden.

Zum Abschluss des Studientages fand dort eine Gedenkfeier statt (siehe Foto). Jungschützen trugen Gebete, Fürbitten und weitere Texte vor, Mitglieder des Spielmannszuges untermalten die Feier musikalisch bevor zum Ende ein Blumengesteck am Friedhofskreuz niedergelegt wurde. Die Stiftung „Gedenken und Frieden“ hat diesen Tag mit einem finanziellen Beitrag unterstützt und bezuschusst. Dafür ein herzliches Dankeschön aus Benteler.

Weitere Veranstaltungen dieser Art sind in der Zukunft geplant.

Text und Fotos: Rainhard Sträter