Nachricht
Volkstrauertag 2019 in der Paulskirche
von Elisabeth Rupprecht und Eva Schlier
10. Dezember 2019
  • Hessen

"Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl."

Diese Übersetzung einer antiken Grabstele von Friedrich Schiller stellt eindrucksvoll die aus alter Zeit überlieferte Soldatentugend dar, sich im Kampf zu einhundert Prozent den Befehlen der höheren Instanz zu beugen und dafür eben auch das eigene Leben zu opfern.

Über die Jahrtausende hinweg haben zahllose Soldaten ihr Leben im Krieg gelassen. In Erinnerung daran hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Volkstrauertag eingeführt. Ursprünglich als Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges gedacht, wurde dieser jedoch im zweiten Weltkrieg euphemistisch als „Heldengedenken“ missbraucht.

Worum trauern wir im Jahre 2019 nun also?

In Abgrenzung zur nationalsozialistischen Beschönigung des Volkstrauertages haben wir den Trauerbegriff dieses Jahr auf Kriegsopfer im Allgemeinen ausgeweitet. Unter der Leitung von Julia Kerfin hat unsere Geschichts-AG den Veranstaltungsablauf erarbeitet und hierbei sowohl mit den Moderationen und Kommentaren als auch mit den ausgewählten literarischen Beiträgen ein berührendes und umfassendes Programm zusammengestellt.

Gleichzeitig kümmerte sich die Musikfachschaft um die musikalische Ausgestaltung.

Neben Beiträgen wie dem Trauermarsch von August Winding und Paul Celans Todesfuge, die die Trauer auf eindrückliche Art und Weise darstellten, wurde der Fokus allerdings auch auf etwas anderes gelenkt: Essentiell war für uns in diesem Jahr die Hoffnung, die besonders zum Ende der Veranstaltung hin eine immer größere Rolle spielte. Ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft und eine Ermutigung, für den Frieden zu kämpfen, bildeten den Kern des diesjährigen Volkstrauertages.

Auch Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig und Staatsminister Peter Beuth riefen in ihren Reden dazu auf, den Frieden in Deutschland zu beschützen und zu bewahren und ihn vor allen Dingen nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen.

Ein Internet-Beitrag des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums (diesjähriger Kooperationspartner des Landesverbandes Hessen bei der Gestaltung der Gedenkstunde zum Volkstrauertag)

Ergänzender Hinweis des Landesverbandes Hessen: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat über die Gedenkstunde 2019 berichtet. Zum Beitrag der FAZ klicken Sie hier.