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Pressemeldungen

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Kidcamp Golm: internationaler Geschichtsworkshop mit Ministerin

Karin Prien folgt Volksbund-Einladung und trifft Jugendliche aus Deutschland, Polen und der Ukraine

Weiches Licht fällt durch den Schatten der Bäume auf die Kriegsgräberstätte Golm. Jugendliche sitzen in kleinen Gruppen zusammen und versuchen, bunte Würfel mit Schwarzweiß-Fotografien aus dem Zweiten Weltkrieg in die richtige Reihenfolge zu bringen. Fragen werden gestellt, Argumente ausgetauscht, gemeinsam denken sie nach. Fast wirkt die Szene idyllisch, wären da nicht die Grabsteine im Hintergrund, die unübersehbar an die dunkle Geschichte dieses Ortes erinnern.
 

Der Golm auf Usedom ist eine der größten Kriegsgräberstätten Deutschlands. Hier ruhen mehrere Tausend Kriegstote, unter ihnen viele zivile Opfer des verheerenden Bombardements auf Swinemünde am 12. März 1945.

An diesem besonderen Ort treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kidcamps Golm – eine internationale Jugendbegegnung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. für 14- bis 16-Jährige.

 

Viel Zeit für eigenen Eindruck

Heute begrüßt die Gruppe einen besonderen Gast – Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Sie nimmt sich viel Zeit, um sich ein Bild von der Bildungs- und Jugendarbeit des Volksbundes zu machen.

Das Kidcamp zeigt auf exemplarische Weise, worauf es bei der historisch-politischen Bildungsarbeit ankommt: auf Austausch, Diskussion und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Besonders prägend ist dabei die internationale Zusammensetzung der Gruppe: Die Jugendlichen kommen aus Deutschland, Polen und der Ukraine.
 

Projektideen am Küchentisch

Entstanden ist diese trinaionale Zusammenarbeit bei einer Zufallsbegegnung. Pawel Prokop, Referatsleiter für Internationale Jugendbegegnungen beim Volksbund, nahm 2022 eine geflüchtete Ukrainerin auf.

Als sie Besuch von Olena, einer befreundeten Lehrerin, erhielt, entwickelte sich bei Gesprächen am Küchentisch nach und nach eine Projektidee – für eine deutsch-polnisch-ukrainische Jugendbegegnung auf dem Golm. Olena ist in diesem Jahr bereits zum fünften Mal dabei, gemeinsam mit acht Schülerinnen und Schülern des Lyzeums Kostopil bei Riwne in der Westukraine.

Große Geschichte, persönliche Schicksale

Doch zurück auf die Kriegsgräberstätte: Gemeinsam mit den Jugendlichen erkundet Karin Prien die weitläufige Anlage. Ausgestattet mit einer großen Karte, Multiple-Choice-Fragen und Kurzbiographien einzelner Kriegstoter begeben sie sich auf Spurensuche.

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, wie sich die „große Geschichte“ mit individuellen Lebensgeschichten verbinden lässt. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit den Schicksalen einzelner Opfer und ordnen sie in den historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges als von Deutschland begonnenen verbrecherischen Angriffskrieg ein. Außerdem vergleichen sie die unterschiedlichen nationalen Perspektiven – die deutsche, die polnische, die ukrainische.

Zum Abschluss ein Eis

Zum Abschluss des Besuchs nimmt sich die Ministerin noch Zeit für persönliche Gespräche. Geduldig erfüllt sie Selfie- und Gruppenfotowünsche, bevor sie alle auf ein Eis einlädt. Eine freundliche Geste nach einem intensiven Tag voller Gespräche, neuer Perspektiven und gemeinsamer Erinnerungsarbeit.

Groß war das mediale Interesse am Besuch der Ministerin auf dem Friedhof und in der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte. Unter anderem berichteten ein NDR-Team und der „Nordkurier” aus Neubrandenburg:

NRD: Golm auf Usedom: Jugendliche setzen Zeichen der Erinnerung | ndr.de
Nordkurier: Deutsche, Polen und Ukrainer setzen Zeichen für den Frieden
 

Newsletter mit neuen Angeboten

Das Kidcamp Golm läuft noch bis zum 10. August. Anmeldungen für Volksbund-Jugendangebote 2027 sind ab Dezember möglich. Wer über die Ausschreibungen informiert werden möchte, kann einen Newsletter abonnieren: Info-Mail Jugend.
 

Text: Vinzenz Kratzer, Bildungsreferent im Referat Internationale Jugendbegegnungen
Kontakt
 

Der Volksbund ist …

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 5.500 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich knapp 50.000 Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 

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