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Cannock Chase: Endspurt in Mittelengland

Sanierung und Umbau auf britischer Kriegsgräberstätte – Eröffnung im Spätsommer

Bis September soll alles fertig sein auf der deutschen Kriegsgräberstätte Cannock Chase. Die Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes wird komplett saniert, innen entsteht alles neu. Hier eröffnet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. eine moderne, zweisprachige Dauerausstellung. Bis dahin ist aber noch viel zu tun.
 

Im sonst so beschaulichen Landschaftsschutzgebiet von Cannock Chase herrscht emsige Betriebsamkeit. Lastwagen parken auf den Feldwegen der Midlands nördlich von Birmingham – an Wochenenden ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Radfahrer – und liefern haufenweise Material an.
 

Lücken schließen

Der Zeitdruck bei den Handwerkern ist spürbar, denn im September soll das Gebäude auf der deutschen Kriegsgräberstätte für die Öffentlichkeit wieder zugänglich sein. Bis dahin gilt es, die Lücken in den Dächern und zwischen den Gebäudeteilen ganz zu schließen und den Innenausbau voranzutreiben. 

Im April 2024 hatten die umfassenden Bau- und Renovierungsarbeiten begonnen. Notwendig geworden waren sie, weil Metalldiebe während der Corona-Pandemie Teile des Kupferdaches gestohlen hatten. In der Folge war Regenwasser ins Mauerwerk eingesickert. Wegen des Lockdowns hatte lange niemand den Schaden bemerkt – zu lange, der Schaden war immens.
 

Hand in Hand mit britischem Partner

Der Volksbund und sein britischer Partner, die Commonwealth War Graves Commission (CWGC), beschlossen gemeinsam, das Ensemble aus Besuchergebäude und Verwaltungskomplex komplett umzugestalten und eine zeitgemäße Dauerausstellung zu konzipieren.

Raum an Ausstellung angepasst

Das Innere des Ensembles wird völlig neu angelegt – zum ersten Mal ist es möglich, die Räumlichkeiten an eine Ausstellung anzupassen. Normalerweise ist es umgekehrt. Zu sehen war die Ausstellung zur Kriegsgräberstätte Cannock Chase schon, denn der Volksbund präsentierte sie zunächst als Wanderausstellung an mehreren Orten. 

Neben Seminarflächen wird es von den neuen Räumen aus auch einen Durchgang zum Friedhof geben. Die Stoßrichtung ist klar: Cannock Chase wird ein deutsch-britischer Lernort, der insbesondere für Seminare und Workshops mit jungen Menschen gute Voraussetzungen schafft. Der Charakter eines zum Frieden mahnenden Soldatenfriedhofs bleibt erhalten ebenso wie die denkmalgeschützte Architektur. Die Volksbund-Stiftung Gedenken und Frieden unterstützte das Großprojekt.
 

Abkommen von 1962 als Grundlage

Die Kriegsgräberstätte Cannock Chase war auf der Grundlage des deutsch-britischen Kriegsgräberabkommens von 1962 entstanden und 1967 eingeweiht worden. Sie wurde als Umbettungsfriedhof für rund 5.000 Tote angelegt – 2.143 aus dem Ersten und 2.797 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg, die zuvor auf verschiedenen Friedhöfen im Vereinigten Königreich begraben waren. Der Göttinger Architekt Diez Brandi war für die Konzeption verantwortlich. 

Diese sehr würdevolle Anlage in milder Heidelandschaft unterscheidet sich gestalterisch deutlich von den massiven Totenburgen, die etwa während des Nationalsozialismus errichtet wurden.

Ruhe und Weite

Die Atmosphäre des stillen Gedenkens zeigt sich nicht nur in der von 16 Stützen getragenen Trauerhalle mit der Bronzeskulptur eines gefallenen Soldaten, die der deutsche Bildhauer Hans Wimmer geschaffen hat. Sie entsteht auch durch die Weite und Ruhe der Anlage. Ein kleines Tal trennt die Toten des Ersten Weltkrieges von denen des Zweiten Weltkrieges. Verbunden sind sie durch einheitlich gestaltete Grabsteine.

Viele der hier bestatteten Soldaten starben in den Luftkämpfen über England und dem Ärmelkanal. Die meisten jedoch verloren ihr Leben abseits der Front: etwa in Gefangenschaft oder bei Unglücken im Zusammenhang mit den Kriegen. Internierte Zivilistinnen sind hier ebenso bestattet wie zwei Generäle, von denen einer an Kriegsverbrechen beteiligt war. Auch die Toten dreier Zeppelinbesatzungen aus dem Ersten Weltkrieg haben in Cannock Chase ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Ausstellungen im In- und Ausland

In Deutschland stellt der Volksbund Wanderausstellungen für die Jugend- und Bildungsarbeit, vor allem für Schulen, zu Verfügung. Im Ausland installiert er nach und nach Dauerausstellung mit modernem Konzept.
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Spenden-Verdopplungsaktion

Ein weiterer Lernort steht aktuell im Mittelpunkt: Riga-Bikernieki. Spenden Sie für Schülerreisen an den Ort, an den Jüdinnen und Juden aus vielen deutschen Städten deportiert wurden, an dem mehr als 25.000 ermordet wurden. Helfen Sie dem Volksbund, die NS-Geschichte und den Holocaust für junge Menschen begreifbar zu machen und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Die Bethe-Stiftung verdoppelt jeden gespendeten Euro.
 

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Harald John Abteilungsleiter Fundraising-Kommunikation-Marketing (FKM)