Eine Meile für die Demokratie

Jugendliche des Volksbundes engagieren sich gegen Naziaufmarsch in Magdeburg

22. Januar 2014

„Die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson“, „Kinder statt Inder“, „Ehrenvolles Gedenken statt Anpassung an den Zeitgeist“ – diese durcheinander gewürfelten Zitate standen in großen Lettern am Stand des Jugendarbeitskreises Sachsen-Anhalt auf der Meile der Demokratie. Ein großes Plakat kündigte das „NAZI BULLSHIT BINGO“ an. Neugierig blieben Passanten stehen. Warf man hier etwa mit Nazi-Parolen um sich?! Schnell war das Prinzip des Bingo-Spiels erklärt: Welche der Zitate sind eindeutig von Nazis? Welche von Demokraten? Und bei welchen ist man sich nicht so sicher? Die Gäste knobelten und rätselten, so richtige Bingo-Freude aber kam beim Spielen nicht auf: Erschrocken stellten die Mitspieler fest, dass auch bekennenden Demokraten fragwürdige Worte über die Lippen gegangen sind und so manch eine rechtsextreme Aussage im Gewand konservativer Lässigkeit daherkommt. Zu Recht trug das Bingo den Untertitel: „Wo fängt rechts an?“ und mahnte zur Wachsamkeit.

Es sammelten sich immer wieder Menschentrauben vor dem Stand des JAK – das Bullshit Bingo war ein echter Publikumsmagnet. Der gesamte Stand leuchtete in allen Farben von weitem: der JAK hatte sich das Motto „Bunt statt braun“ zu Herzen genommen. Die schon im letzten Jahr zum Einsatz gekommene und mittlerweile europaweit bekannte Friedenstaubenflugmaschine ließ viele bunte Papptauben durch die Lüfte sausen. Der Stand des JAK leistete einen guten Beitrag, die Nazis aus der Innenstadt fernzuhalten. Deren geschichtsverfälschender und propagandistischer „Gedenkmarsch“ findet seit einigen Jahren anlässlich der Bombardierung Magdeburgs am 16.01.1945 statt und weckt viele Gegenproteste.

Dieses Jahr wurde der JAK Sachsen-Anhalt von JAKies aus dem gesamten Bundesgebiet unterstützt. Der Einladung nach Magdeburg folgten ca. 10 junge Volksbundbegeisterte, die zum Teil bis zu zehn Stunden Anreise hinter sich hatten. Dementsprechend herzlich wurden sie in Magdeburg begrüßt. Den Auftakt am Samstag ein gemeinsames Frühstück in der Geschäftsstelle, wo alle Jugendlichen über die Hintergründe der Veranstaltung informiert und mit Kartenmaterial ausgestattet wurden. Dann machten sich die JAKies auf den Weg den sehr zentral gelegenen Stand auf dem Breiten Weg zu betreuen.
Es war ein langer Tag. Wie oft das Bingo durchgespielt wurde, wusste am Ende keiner mehr. Viele Tauben wurden gebastelt, viele Gespräche wurden geführt, viele Flyer verteilt, viel gelacht und viel Pizza und Kuchen gegessen.
Stets von Twitter auf dem Laufenden gehalten, wurden auch die jüngsten Ereignisse des Tages verfolgt. Wo marschierten die Nazis? Und wo gab es Blockaden? Und wieso verschafft die Polizei den Nazis alternative Marschrouten? Diese Fragen wurden abends beim gemütlichen Beisammensein ausdiskutiert.  Es war eine gelungene gemeinsame Aktion – geradezu ein Aufruf, nächstes Jahr noch mehr JAKies nach Magdeburg zu bekommen! Denn wenn wir die Kriegsgräber der Weltkriege als Mahnmale für den Frieden verstehen, wird der Protest gegen Naziaufmärsche eine logische Konsequenz daraus. Frieden können wir nur durch Toleranz, Demokratie und mehr Miteinander erreichen – nicht durch Ausgrenzung und Hass.

Der JAK Sachsen-Anhalt bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung aus den JAK Berlin, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern!

 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel