Wer keine Fragen stellt, findet keine Antworten

Jugendarbeitskreis auf Projektfahrt nach Berlin

23. Februar 2012

Wurden KZ-Häftlinge für ihre Arbeit bezahlt? Gab es wirklich nichts zu Essen? Waren nur Juden inhaftiert? Konnte man überhaupt so viele Leichen wegschaffen, wie getötet worden sein sollen? - Provokante Fragen, sicherlich. Doch wer nicht fragt, der kann auch keine Antworten finden.

In diesem Fall stammten die Fragen von einem Schüler aus Sachsen-Anhalt, der selber nicht mitfahren konnte, aber angab ein "zwiespältiges Verhältnis" zu Konzentrationslagern zu haben. Er gab dem Jugendarbeitskreis (JAK) eine ganze Seite voller Fragen mit auf den Weg nach Berlin, und die Jugendlichen versuchten sie so gut wie möglich zu beantworten.

Zur Berlinfahrt eingeladen hatte Charlotte Klauser - die Berlinerin war in den vergangenen Jahren für den Volksbund Sachsen-Anhalt als Betreuerin der Workcamps tätig und leistet derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Berlin.

Und so war Sachsenhausen auch am Samstag

der erste Anlaufpunkt. Fast zwei Stunden Zeit nahm sich Charlotte um die Sachsen-Anhalter herumzuführen und ihnen das zu zeigen, was vom ehemaligen KZ noch steht. Einige Fragen konnten gleich vor Ort beantwortet werden, etwa die nach den Häftlingen:

In Sachsenhausen waren das sowohl jüdische als auch nichtjüdische Menschen, oft in der sogenannten "

Schutzhaft", und oft mit tödlichem Ausgang. Denn die Inhaftierten mussten in verschiedenen Fabriken und Werken bis zur Erschöpfung arbeiten. Der Lohn, den sie dafür zumindest am Anfang noch erhielten, ließ sich in einer Kantine gegen zusätzliches, aber überteuertes, Essen eintauschen. Später gab es dann kein Geld mehr.

Nach dem Rundgang über das im Dreieck angelegte Gelände und dem Besuch der Ausstellungsräume fuhren die Jugendlichen zurück nach Berlin, um der Stadt bei nacht zu begegnen.

JAK Mitglied Chloé beschreibt: "Es liegen zwei spannende Tage in Berlin hinter uns. Es ging Samstag früh Richtung Oranienburg. Trotz begeisterter Fußballfans und Zugumleitung sind wir pünktlich am Ziel angekommen. Charlotte hat uns dann durch die Gedenkstätte Sachsenhausen geführt, wo sie gerade ihr FSJ macht. Wir konnten einen Eindruck gewinnen, welche schrecklichen Zustände dort zu NS-Zeiten herrschten.
Nach einem leckeren indischen Abendessen haben wir „Berlin by night“ gesehen und konnten das schöne Panorama auf dem Kreuzberg bewundern.
Sonntag früh gingen wir zur Ausstellung „Topographie des Terrors“, wo wir vieles über die Gestapo und die Folgen ihrer Taten für die Bevölkerung erfahren konnten.

Auf der Rückfahrt haben wir schon begonnen, das nächste Treffen zu planen, wir sind gespannt, was uns das nächste Mal erwartet..."

 

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