65. JAK-Treffen in Leipzig

Das Wochenende versprach, stürmisch zu werden. Nicht nur, dass es mit Unwetterwarnungen begann, auch Improvisationstalent war gefragt, denn kurzfristig bekamen wir eine neue Unterkunft, eine Turnhalle in Taucha, in die wir jedoch erst gegen 22 Uhr einziehen durften.

Am Samstagmorgen trafen wir pünktlich am Leipziger Südfriedhof ein, wo uns Herr Dr. Schmidt vom Stadtverband Leipzig erwartete. Da wir die regenfreie Zeit ausnutzen wollten, machten wir uns schnell an die Arbeit. Die Kriegsgräberstätte erinnert an die vielen zivilen Opfer der Luftangriffe von 1945. Unsere Aufgabe war es, um das Denkmal herum Unkraut zu jäten und außerdem einige Grabplatten zu reinigen. Der Himmel meinte es dabei sehr gut mit uns – es regnete, aber nur, als wir beim Mittagessen gemütlich im Trockenen saßen.

Am Abend waren wir in die Margarete-Blank-Gedenk-und-Begegnungsstätte eingeladen. Margarete Blank, als human und bescheiden beschrieben, lebte als geschätzte Ärztin in der Gemeinde Panitzsch. Sie versorgte Kriegsgefangene mit Medikamenten und Informationen ausländischer Radiosender. Dafür musste sie sterben – im Februar 1945 wurde sie in Dresden hingerichtet. Doch dank des Fördervereins der Gedenkstätte, die sich in Margarete Blanks Wohnhaus befindet, bleibt das Andenken an diese mutige Frau erhalten. Und wir konnten, vor allem Dank der Unterstützung des Ehepaares Hübner, Mitglieder des Stadtverbandes Leipzig, die Grillsaison eröffnen und einen schönen Abend mit viel leckerem Essen und interessanten Gesprächen verleben.

Am Sonntag bekamen wir noch eine Führung durch das Stasi-Museum "Runde Ecke", wo wir viel Interessantes hören und sehen konnten, was früher mehr oder weniger nur vermutet wurde. An diesem Ort erfuhr die MfS-Bezirksleitung Leipzig im Herbst 1989 die erste Erschütterung, als eine Demonstration mit bis zu 70.000 Teilnehmern an dem Gebäude vorbeizog und den friedlichen Umbruch einläutete. Hier gab es keine Stürmung wie beispielsweise in Berlin, stattdessen verhandelte man mit der Führung dieser Einrichtung, die andererseits im gleichen Zeitraum mit Maschinen die brisantesten Akten im Hinterhof vernichtete. Das für mehr Freiheit eingetretene sogenannte Bürgerkommitee hat letztlich die Räumlichkeiten und einige Gerätschaften in das Museum übernommen. Die thematisch gestalteten Räume, in denen auch Kopien von Originaldokumenten aus den Unterlagen der DDR zu sehen waren, boten viele interessante Informationen, zum Beispiel zu den Themen Systemorganisation, gezielte Anwerbung von offiziellen MfS-Mitarbeitern, Dienstränge, Weitermeldung von Vorfällen im Öffentlichen und privaten Bereich, Überwachungsmethoden und Umgehung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. Auch ein Dienstzimmer und eine U-Haft-Zelle war hier originalgetreu zu sehen.

Zur Margarete-Blank-Gedenkstätte: www.margarete-blank-gedenkstaette.de

Zum Museum in der Runden Ecke: www.runde-ecke-leipzig.de

 

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