JAK-Bildungsfahrt Danzig

Die jährliche Bildungsfahrt des Jugendarbeitskreises Sachsen führte dieses Jahr nach Danzig (polnisch: Gdańsk). Danzig liegt an der Ostsee und gilt, wie sich zeigte, zu Recht als eine der schönsten Städte in Polen. Die Stadt blickt auf eine wechselvolle, über tausendjährige Geschichte zurück, die stets einen großen Einfluss auf die Weltgeschehnisse hatte. Das lange Wochenende um den 1. Mai wollten wir nutzen, um einen Teil dieser Geschichte kennenzulernen.

Unter den 25 Teilnehmern waren auch zahlreiche neue Gesichter, die den Volksbund schon durch Schulprojekte kennengelernt hatten. Den Auftakt des Programmes bildete nach der Anreise mit dem Nachtzug eine Stadtrallye. Hier erkundeten die Teilnehmer im Laufe des Samstagvormittages in Kleingruppen die "Rechtstadt" (= Główne Miasto), den historisch bedeutsamsten Stadtteil Danzigs. Danach folgte ein Besuch des „Denkmals für die gefallenen Werftarbeiter von 1970“ auf dem Gelände der Danziger Werft. In dieser Werft hat die „Solidarność“ (Solidarität) ihren Ursprung. Die polnische Gewerkschaft, die aus der Streikbewegung hervorging, hatte entscheidenden Einfluss auf die politische Wende in Polen und läutete das Ende des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa ein.

Sonntagfrüh ging es dann ins „Museum des Zweiten Weltkrieges“. Das erst 2017 eröffnete Museum betrachtet diesen Krieg auf eindrucksvolle Weise aus mehreren Blickwinkeln. Die jetzige polnische „PiS“-Regierung stellt die auf einer umfassenden Erinnerungskultur basierende Museumskonzeption allerdings in Frage. Den Animationsstreifen "Die Unbesiegten", den wir am Ende der Ausstellung sahen, verstörte uns alle etwas. Er zeigt nur Polen, die den Zweiten Weltkrieg nahezu im Alleingang gewinnen und im Nachhinein von allen anderen verraten werden. Unsere Recherchen zeigten, dass die neue regierungstreue Museumsleitung als einen ersten Schritt des Museumsumbaus einen anderen Film am Ende der Ausstellung ersetzte. Dieser zeigte Kriege und Konfrontationen auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den aktuellen Konflikten in Syrien und in der Ostukraine. Dieser förderte womöglich Pazifismus.

Sonntagnachmittag stand der Besuch der Westerplatte an. Der Beschuss der polnischen Westerplatte bildete den Anfang des Zweiten Weltkrieges. Heute sieht man hier noch Reste des ehemaligen polnischen Munitionslagers sowie ein eindrucksvolles, bereits aus weiter Entfernung sichtbares Friedensdenkmal.

Am Montag folgte dann ein Arbeitseinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof. Eine Besonderheit: Hier ruhen neben Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges auch Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Nach einer Einführung durch einen Friedhofsmitarbeiter wurden dann Kreuze gesäubert, Wege von Unkraut und Moos befreit und Inschriften nachgezogen. Die Friedhofsverwaltung zeigte sich sehr dankbar über unsere Hilfe. Den offiziellen Abschluss des langen Wochenendes bildete ein spontan initiiertes Gedenken der Teilnehmer vor dem Hochkreuz. Es wurde gesungen, das Totengedenken vorgetragen sowie Blumen niedergelegt.

Unterstützt wurde die Fahrt vom Volksbund sowie der Stiftung „Gedenken und Frieden“.


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