Gedenkstunde zum Volkstrauertag mit Applaus

Lea Hinz begeisterte im Landtag mit ihren "Gedanken zum Volkstrauertag"

18. November 2019

Der Plenarsaal des Landtages war zur zentralen Gedenkstunde gut gefüllt

Landtagspräsident Klaus Schlie, Schirmherr des Volksbundes in Schleswig-Holstein sprach ein Grußwort und das Totengedenken

Die Gedenkrede hielt in diesem Jahr Ministerpräsident Daniel Günther

Höhepunkt der Veranstaltung waren die "Gedanken zum Volkstrauertag" von Lea Hinz aus Neumünster

Für die Musik zuständig: das Blechbläserquintett des Marinemusikkorps Kiel

Im Plenarsaal des Landtages wurde bei der zentralen Gedenkstunde des Landes Schleswig-Holstein zum Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Parlamentspräsident Klaus Schlie bezeichnete den Volkstrauertag als „Totengedenken und zugleich Aufforderung an die Lebenden für die Lebenden, den Krieg als Grundübel der Menschheit aus unserer Welt zu verbannen“ – und rief dazu auf, gemeinsam für dieses Ziel zu arbeiten. „Kriege haben einen langen Schatten, sie beginnen nicht erst durch eine Kriegserklärung und sie enden nicht mit einem Waffenstillstand und einem Friedensvertrag“, so Schlie. „Für traumatisierte Menschen endet damit nicht das Leid, das der Krieg verursacht hat. Dessen schreckliche Folgen haben Generationen zu ertragen.“

Um zu dauerhaftem Frieden zu finden, seien die schonungslose Auseinandersetzung mit dem Krieg und das Gedenken an die Opfer entscheidende Voraussetzung. „Aus dem Gedenken entsteht der Auftrag einer Gesellschaft, für die Gegenwart und Zukunft alles zu tun, um Krieg und Gewaltherrschaft aktiv zu verhindern“, betonte Schlie. Dazu gehörten sowohl die entschiedene Verteidigung der Demokratie als auch die Bereitschaft, zusammen mit politischen Partnern in der Welt für den Frieden zu werben und ihn aktiv zu sichern. „Und dazu gehört ebenso unsere besondere Verantwortung, für das Existenzrecht Israels einzutreten und alles dafür zu tun, dass jüdisches Leben in Deutschland eine Selbstverständlichkeit bleibt.“

Staat und Gesellschaft müssten gegen jegliche Form von Rassismus, Antisemitismus, politischen Extremismus, Ausgrenzung und Hass nicht eintreten, sondern auch handeln, appellierte der Landtagspräsident. Mit Blick auf das 100-jährige Bestehen des Volksbundes in diesem Jahr richtete Schlie einen besonderen Dank an dessen haupt- und ehrenamtlich Engagierte: „Sie leisten unverzichtbare Arbeit als Vermittler und Versöhner über den Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft!“

Die Gedenkrede anlässlich des Volkstrauertages hielt Ministerpräsident Daniel Günther. Günther rief dazu auf, die Erinnerung an Krieg und Zerstörung, an Völkermord und an die unzähligen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wachzuhalten. „Die Toten der beiden Weltkriege sind und bleiben uns Mahnung. Wir halten ihr Andenken in Ehren, indem wir aus der Geschichte lernen“.

Gedenktage wie der Volkstrauertag seien dazu da, aufzurütteln und die Erinnerung wachzuhalten. Gleichzeitig mahnte der Ministerpräsident, Vereinfachungen in Kombination mit Verschwörungstheorien und Hetze nicht einfach hinzunehmen. „Wir müssen lernen, die Komplexität der Welt auszuhalten und ihr aufgeklärt und differenziert begegnen. Auch das ist eine der Lehren aus dem kriegerischem Nationalismus“, so Günther.

Trotz der wahrlich hochkarätigen Vorredner war es dann aber eine 17-jährige Schülerin, die für einen echten Höhepunkt sorgte und für ihren Beitrag sogar spontanen Applaus erhielt, bei einer solchen Veranstaltung ansonsten absolut unüblich. In einem persönlichen Beitrag äußerte Lea Hinz, Schülerin der Alexander-von-Humboldt-Schule in Neumünster, ihre „Gedanken zum Volkstrauertag“ und rief insbesondere dazu auf, den Volkstrauertag zum Anlass zu nehmen, "genau hinzuschauen und gut zuzuhören". Sie ermunterte nicht nur junge Menschen dazu, "gegen radikale Kräfte zusammenzustehen, respektvoll miteinander umzugehen und offenen Herzens durch die Welt zu gehen." 

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Blechbläserquintett des Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Stabsbootsmann Michael Germeshausen.

Der schleswig-holsteinische Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landtag, Landesregierung und die Landeshauptstadt Kiel hatten gemeinsam zu der zentralen Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in den Plenarsaal des Landeshauses geladen. Seit 2009 wird sie im Schleswig-Holsteinischen Landtag abgehalten.

Alle Wortbeiträge der Veranstaltung finden Sie nachstehend auch als Download zum Nachlesen:

Begrüßung Dr. Ekkehard Klug

Grußwort Landtagspräsident Klaus Schlie

Gedenkrede Ministerpräsident Daniel Günther

"Gedanken zum Volkstrauertag" Lea Hinz

Totengedenken

 

 

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