Soldaten aus Kropp arbeiten für den Volksbund

Arbeitseinsatz in Zasinyciai/Litauen

17. Juli 2018

Arbeiten in der ersten Woche

Aussichtsturm im Memeldelta mit unserem Guide Iveta Ivanauskiene

Nach Abschluss der Kranzniederlegung

Wie in den Vorjahren beteiligten sich auch 2018 Soldaten aus dem Standort Kropp am Arbeitseinsatz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Der Vertreter des Standortältesten Kropp, Oberstleutnant Runge, rief zur freiwilligen Teilnahme auf und acht Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 “I“ unter Führung vom Oberstabsfeldwebel Björn Hansen machten sich am 01.07.2018 auf den Weg nach Litauen.

Da wir sonntags in aller Früh fuhren, kamen wir gut durch den Verkehr. Nach gut 1200 km erreichten wir Augustow am Rande der Masuren in Polen. Hier verbrachten wir die Nacht im Hotel, bevor wir am 02.07.2018 morgens nach einem deftigen Frühstück die Grenze zu Litauen überquerten. Gegen 13 Uhr erreichten wir unser Ziel in Kupiskis. Wir bezogen nun für 10 Nächte unser Quartier in einem Wohngebäude der “Kupiškio technologijos ir verslo mokykla“, einer litauischen berufsvorbereitenden Schule für Marketing und Technologie.

Am Nachmittag stand die erste Besichtigung des Friedhofs in Zasinyciai (knapp 20 km von der Unterkunft entfernt) auf dem Programm. Hier machten wir uns ein erstes Bild von den anfallenden Arbeiten. Auf dem recht kleinen Soldatenfriedhof, der im 1. Weltkrieg Bestandteil eines benachbarten Feldlazaretts war, ruhen nach unseren Erkenntnissen 16 deutsche und 3 russische Soldaten. Schon bei der Besichtigung stellten wir fest, dass es eine sehr gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeinde und der Rajon Kupiskis werden würde. Sämtliche im Rahmen der Vorbereitungsfahrt im Frühjahr getroffenen Absprachen wie zum Beispiel die Bereitstellung von Werkzeug und Material wurden eingehalten.

In der ersten Woche ging es daran, den doch recht vernachlässigten Friedhof neu zu begradigen, alte Baumstümpfe und Unkraut zu entfernen sowie die Grabsteine auszugraben, auszurichten und in einem Betonfundament neu zu setzen.

Der Friedhof war von Natursteinen abgegrenzt, die allerdings kaum sichtbar aus der Erde ragten. Diese Abgrenzung erhöhten wir durch das Aufsetzen von neu angelieferten Natursteinen zu einem sichtbaren Wall. Den alten Zugang zum Friedhof, durch den in regenreicheren Zeiten Wasser aus umlaufenden Gräben auf den Friedhof gelang, schlossen wir und errichteten einen neuen Zugang an höher gelegener und besser zugänglicher Stelle.

Verpflegt wurden wir während unseres Arbeitseinsatzes durch die Kantine der Marketing- und Technologieschule in Kupiskis. Die sehr schmackhafte und frisch zubereitete Verpflegung – aufgrund der Entfernung zum Friedhof mittags als “Lunch-Paket“ – trug wesentlich zur guten Stimmung im Team bei. Überhaupt war sowohl die herzliche Aufnahme an der Schule als auch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Länderbeauftragten des Volksbundes, Herrn Kazimieras Arlauskas, der Bürgermeisterin der Gemeinde Alizava, Frau Raminta Ribokaite, und dem Kultursachbearbeiter der Rajon Kupiskis, Herrn Vytis Zavadskas, erwähnenswert.

Als äußerst informativ gestaltete sich die Betreuungsfahrt am freien Wochenende. Es ging am Freitag, den 06.07.2018 an die Ostsee nach Palanga. Hier mieteten wir uns auf eigene Kosten in einem Hotel ein. Eine Führung am späten Nachmittag über den Kriegsgräberfriedhof in Klaipeda, verbunden mit der Besichtigung der Batterie Memel-Nord direkt an der Ostseeküste leitete das sehr informative Wochenende ein. Am Samstag genossen wir einen fast sechsstündigen Ausflug in das Memel-Delta. Im Rahmen einer deutschsprachigen Führung wurde uns die beeindruckende Natur und Landschaft näher gebracht. Bestandteil der Führung war auch eine 90 minütige Bootsfahrt. Es wurde allerhand Wissenswertes über die Geschichte der wunderschönen Gegend, das Land und die Leute – u.a. auch zum Thema “Wolfskinder“ - vermittelt. Die Kosten für die politischen/militärhistorischen Weiterbildungen wurden durch die Verwaltung, nach Erwirkung einer Genehmigung durch das Luftwaffentruppenkommando, übernommen. Abends tauchten dann am Wochenende einige unserer Kameraden noch in das doch recht intensive Nachtleben Palangas ein.

Mit den am Wochenende gewonnenen Eindrücken ging es dann gestärkt in die zweite Arbeitswoche. Es galt noch, das Areal des Friedhofs und auch das umliegende Gelände ein wenig einzuebnen und neuen Rasen anzusäen. Am neu angelegten Zugang zum Gelände fertigten wir ein drei Meter hohes Birkenkreuz und stellten dieses als sichtbares Zeichen auf einer neu mit Natursteinen gepflasterten kleinen Fläche auf.

Nach Abschluss der Arbeiten war dann am 11.07.2018 als abschließender Höhepunkt um 14 Uhr die Übergabe des Friedhofs im Rahmen einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung angesetzt. Unserer Einladung folgten neben dem Bürgermeister der Rajon Kupiskis, Herr Dainius Bardauskas, und der Bürgermeisterin der Gemeinde, Frau Raminta Ribokaite, neben zahlreichen Gästen auch der Militärattaché aus der deutschen Botschaft in Vilnius, Herr Oberstleutnant Fries. Als weitere Wertschätzung unserer Arbeit werteten wir die Teilnahme des litauischen Militärs durch einen Trompeter und eine kleine Abordnung. Nach der Begrüßung durch OStFw Hansen wurden die deutsche und die litauische Hymne eingespielt. Im Rahmen einer kurzen Ansprache wurde das Totengedenken verlesen. Nach Ablauf der Schweigeminute legten die Anwesenden dann Kränze und Blumen am Birkenkreuz, an dem ein deutscher und ein litauischer Soldat gemeinsam als Ehrenposten fungierten, nieder.

Im Anschluss wurden dann die Gastgeschenke des Arbeitskommandos an die unterstützenden Personen, Einheiten und Institutionen nach Worten des Dankes durch OStFw Hansen verteilt. Wir bedankten uns für die herzliche Aufnahme, die sehr gute Unterstützung und Verpflegung und die Wertschätzung unserer Arbeit. Dem folgten Worte des Dankes des Militärattachés und des Bürgermeisters der Rajon Kupiskis, die sich u.a. für die vollbrachte Arbeit und das gute Arbeitsergebnis bedankten. Zum Abschluss der Veranstaltung spielte der Trompeter noch „das Lied vom guten Kameraden“. Spätestens hier war Gänsehaut angesagt.

Der anschließenden Einladung durch den Bürgermeister zu einem Imbiss und einem Getränk in eine Gastwirtschaft in Kupiskis folgten wir nur zu gern. Nach der würdigen Zeremonie ging es dann ans Abschied nehmen und Verpacken der Ausrüstung. Am Donnerstag, den 12.07.2018 machten wir uns morgens in aller Frühe auf die Heimreise. Staufrei ging es bis nach Deutschland. Östlich von Berlin übernachteten wir in Strausberg im Wohnheim der Bundeswehr bevor wir am 13.07.2018 am späten Vormittag wieder wohlbehalten die Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne in Kropp erreichten.

Nach dem Entladen und Reinigen der Fahrzeuge ging es ins wohl verdiente Wochenende. Am darauffolgenden Montag trafen wir uns dann noch um 10 Uhr zum gemeinsamen Frühstück. Herr Michael Oswald als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ließ es sich nicht nehmen, seinen Dank für den gelungenen Kriegsgräbereinsatz auszusprechen und die verdienten Dankurkunden zu überreichen.

Bericht: OStFw Hansen

Bilder: OG Ploog/Frau Fries

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