Soldaten aus Kropp wieder im Einsatz für den Volksbund

Arbeitseinsatz auf dem Friedhof Dagi/Lettland

16. Juli 2019

Friedhof vor der Übernahme während der Erkundungsfahrt

Arbeiten während der ersten Woche

Arbeitsgruppe mit Guide Liene Vitola (rechts) während der Stadtführung

Der Friedhof nach Abschluss der Arbeiten

Gruppenbild nach der Kranzniederlegung

Auch in diesem Jahr beteiligten sich Soldaten aus dem Standortbereich Kropp an einem Arbeitseinsatz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.. Oberst Kristof Conrath in seiner Funktion als Standortältester Kropp konnte ein Team aus zehn Soldatinnen und Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 “Immelmann“ und des Abgesetzten Technischen Zugs 245 unter Führung von OStFw Björn Hansen nach Lettland in Marsch setzen.

Am Sonntag, den 30.06.2019, machte sich das Arbeitskommando morgens um 4 Uhr auf den ca. 1.200 km weiten Weg bis nach Suwalki im Nordosten Polens. Hier hatte der Volksbund ein Hostel für die Zwischenübernachtung angemietet. Nach einem deftigen Frühstück wurde am nächsten Morgen die Grenze zu Litauen gequert. Gegen 15 Uhr erfolgte dann in Subate die Einreise in Lettland. Nach einer ersten Inspektion des Friedhofs, der versteckt in den Wäldern direkt an der Grenze der Gemeinden Dviete und Dunava unweit des Flusses Düna lag, konnte die Unterkunft für 10 Übernachtungen bezogen werden. Als Quartier wurde durch den Volksbund ein tolles Gästehaus angemietet. Die Arbeitsgruppe musste sich selbst verpflegen.

Am Dienstag, den 02.07.2019, ging es das erste Mal zum Arbeiten auf den Friedhof. Der Friedhof ist ca. 850 qm groß, auf ihm ruhen 1 russischer und 97 deutsche Soldaten, die im Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918 dem schrecklichen Positionskrieg in der Region entlang der Düna zum Opfer fielen. Der Friedhof war in sehr schlechtem Zustand - einige Grabsteine waren bis zu 80 cm abgesackt - und es war somit eine große Herausforderung für das Arbeitskommando.

Anfangs wurden alle Grabsteine vom Moos befreit und gereinigt. An den folgenden Tagen wurden sämtliche Grabsteine ausgegraben und neu gesetzt. Um ein erneutes Absacken zu verhindern, wurden die Steine im Betonfundament neu befestigt. Hervorzuheben ist die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Länderbeauftragten Herrn Janis Racins. Alle im Rahmen der Vorbereitungsfahrt getroffenen Absprachen bezüglich der Bereitstellung von Material und Werkzeug wurden eingehalten und umgesetzt. Die vor Ort ansässige Baufirma von Sylvija Razminovica, die gleichzeitig auch das Gästehaus als Unterkunft zur Verfügung stellte, war immer ansprechbar und konnte auch kurzfristig und unkompliziert Material zur Verfügung stellen.

Das freie Wochenende wurde im Rahmen einer Betreuungsfahrt in der Hauptstadt Riga verbracht. Bei einer sehr informativen deutschsprachigen Stadtführung durch Guide Liene Vitola wurde einiges über die Geschichte Rigas und auch Lettlands vermittelt. Sehr viele Sehenswürdigkeiten in Rigas Altstadt wurden durch Liene gezeigt und sehr interessant aufbereitet.

Am 06.07.2019 fand anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der lettischen Streitkräfte eine Ausstellung inkl. Flugshow - vergleichbar ansatzweise mit dem Tag der Bundeswehr in Deutschland - direkt an der Düna in Riga statt. Beim Besuch stellte sich heraus, dass nicht nur die Letten, sondern auch andere Nationen, wie z.B. die USA, Kanada oder Italien durch Ausstellungen zum Gelingen der Jubiläumsveranstaltung beitrugen.Das sehr rege Nachtleben Rigas, das ausgiebig in Anspruch genommen wurde, darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Mit den am Wochenende gewonnenen Eindrücken ging es dann gestärkt in die zweite Arbeitswoche. Es waren noch ca. 35 cbm Muttererde per Schubkarre auf dem Friedhof zu verteilen, um den Friedhof ein wenig einzuebnen. Nach der Aussaat von neuem Rasen blieb noch ein wenig Zeit, um eine Zuwegung aus Grand - eingerahmt durch Natursteine - über einen Wall anzulegen.

Nach Abschluss der Arbeiten war dann am 10.07.2019 als abschließender Höhepunkt um 14 Uhr die Übergabe des Friedhofs im Rahmen einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung angesetzt. Der Einladung des Länderbeauftragten folgten der Landrat der Region Jekabpils, Herr Aivars Vanags, die Bürgermeisterin der Gemeinde Dviete, Frau Iveta Plone, der Bürgermeister der Gemeinde Dunava, Herr Andris Baltrunkis, ein Vertreter des lettischen Militärs sowie, neben zahlreichen anderen Gästen, auch der Militärattaché, Herr Oberstleutnant Fries, der mit seiner Ehefrau extra aus Vilnius/Litauen angereist war. Diese öffentliche Wahrnehmung und Anteilnahme an dieser Gedenkveranstaltung zeigt auch die Wertschätzung für die Arbeit des Volksbundes in Lettland. Nach Worten der Begrüßung durch den Länderbeauftragten wurden die deutsche und die lettische Hymne eingespielt und die Kränze und Blumen zum Gedenken abgelegt. Zwei Ehrenposten sorgten für einen würdevollen militärischen Rahmen. In ihren Ansprachen bedankten sich der Landrat von Jekabpils und der Militärattaché beim Arbeitskommando für die geleistete hervorragende Arbeit und riefen dazu auf, immer die Erinnerung an die grausamen Kriege und ihre Auswirkungen am Leben zu erhalten. Im Anschluss wurde das Totengedenken durch den Kommandoführer in deutscher und den Länderbeauftragten in lettischer Sprache verlesen. Nach Ablauf einer Schweigeminute und dem eingespielten "Lied vom guten Kameraden" endete die sehr gelungene Gedenkveranstaltung.

Auf Einladung der örtlichen Gemeinden ging die Gedenkveranstaltung bei gereichter äußerst leckerer Suppe sowie Kaffee und Kuchen in ein gemütliches Beisammensein an einem Waldrastplatz über. Hier wurde bei angeregten Unterhaltungen der Arbeitseinsatz "Revue passiert" und die Gastgeschenke des Arbeitskommandos - u.a. kamen die Bierfässer der Flensburger Brauerei sehr gut an - an die unterstützenden Personen, Einheiten und Institutionen nach Worten des Dankes durch den Kommandoführer überreicht. Hervorgehoben wurde die hervorragende Zusammenarbeit und auch die überwältigende Wertschätzung der geleisteten Arbeit durch die rege Anteilnahme an der Gedenkveranstaltung.

Nach der würdigen Zeremonie ging es dann ans Abschied nehmen und Verpacken der Ausrüstung. Am Donnerstag, den 11.07.2019, stand morgens in aller Früh die Heimreise auf dem Programm. Nahezu staufrei ging es bis in die Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne nach Kropp. Nach dem Entladen und Reinigen der Fahrzeuge ging es ins wohl verdiente Wochenende. Am darauffolgenden Montag trafen wir uns dann noch um 9 Uhr zum gemeinsamen Frühstück. Der Vertreter des Standortältesten Kropp, Herr Oberstleutnant Roland Runge, und Herr Michael Oswald als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ließen es sich nicht nehmen, ihren Dank für den gelungenen Kriegsgräbereinsatz auszusprechen und die verdienten Dankurkunden zu überreichen.

Bericht: OStFw Hansen
Bilder: StUffz Patzschke

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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