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2000 Kilometer durch Polen
25. Juni 2019
  • Thüringen

Zum wiederholten Male fand eine Volksbund-Gruppenreise der Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unter dem Titel „Südpolen mit Warschau & Krakau“ statt.
Vom 13. bis 20. Juni 2019 waren 20 Gäste mit Reiseleiter Gert Schmidtko, Volksbund-Begleiter Henrik Hug und Busfahrerin Bärbel Zimmer auf den hauptsächlich mit EU-Fördergeldern toll sanierten oder neugebauten Straßen Polens unterwegs. Dies waren neben den emotional tiefgehenden Besuchen von Kriegsgräberstätten sowie den Gedenkstätten Majdanek und Auschwitz die eindrücklichsten Wahrnehmungen der Reiseteilnehmer.
Aber auch kulturhistorisch haben wir viel gesehen und erlebt. So lernten wir bei Stadtführungen in Posen, Warschau, Krakau und Breslau deren wechselvolle Geschichte und wunderbaren historischen und modernen Bauten, aber auch die Zerstörungen durch Krieg und Hinterlassenschaften sozialistischer Mangelwirtschaft kennen. Verblüfft waren viele, welche schon mehrfach durch Polen reisten, von den enormen positiven Veränderungen der Stadtbilder, der Infrastruktur bis hin zu vielen stilvoll sanierten und neu gebauten Häusern auch auf dem Land bzw. in Dörfern bis hin zur ukrainischen Grenze.
Die Besuche der Kriegsgräberstätten mit den Gräbern und Namen von Angehörigen von Reiseteilnehmern in Poznan/Posen, Pulawy, Przemysl, Krakow/Krakau, Siemianowice/Laurahütte und Nadolice Wielkie/Groß Nädlitz standen im Mittelpunkt der Reise. Der überall sehr gute Pflegezustand der Kriegsgräberstätten und die herzliche Begrüßung sowie Beantwortung von Fragen der Reiseteilnehmer durch die polnischen Friedhofsmitarbeiter kamen bei den Gästen sehr gut an. Auf zwei Friedhöfen konnten wir auch erst kürzlich vorgenommene Einbettungen von mehreren hundert Gefallenen feststellen, was uns veranschaulichte, dass diese Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist.
Weitere Highlights waren der Besuch der ehemaligen Fabrik Schindlers, welcher durch den Film „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 zu Weltruhm gelangte, das Abendessen mit Klezmer-Musik im „Klezmer Hois“ in Krakau, die Suche und das Finden von dutzenden Zwergen in der Altstadt Breslaus sowie die Besichtigung der internationalen Jugendbegegnungsstätte „Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung“ im beschaulichen Dorf Krzyżowa (Kreisau) rund 60 Kilometer südwestlich von Breslau. Das weitläufige Gut, zu sozialistischen Zeiten heruntergekommen und nach 1990 umfangreich saniert, war bis 1945 der Familiensitz der Adelsfamilie von Moltke. Unter anderem an diesem historischen Ort trafen sich die Mitglieder des Kreisauer Kreises um Helmuth James Graf von Moltke, der, wie viele seiner Mitstreiter, seinen Einsatz für Frieden und Demokratie mit dem Leben bezahlte.
Diese Reise war sehr intensiv und eindrücklich, teilweise wegen der hohen Temperaturen etwas anstrengend, aber für alle ein bleibendes unvergessliches Erlebnis.
Besonderen Dank sage ich unserem Reiseleiter Gert für die hervorragende Programmgestaltung sowie seine wort- und geistreichen Erläuterungen und unserer Busfahrerin Bärbel, die uns über 2.710 km sicher chauffierte und im Bus mit gekühlten Getränken und warmen Speisen verwöhnte.

Henrik Hug