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Virtuelles Gedenken: "We remember Srebrenica”
Deutsch-französisch-bosnisches Jugend-Projekt erinnert an den Genozid vor 25 Jahren
17. September 2020
  • Jugend

Es gilt bis heute als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg: Vor 25 Jahren, vom 11. bis 13. Juli 1995, geschah der Völkermord an 8.000 muslimischen Europäerinnen und Europäern in Bosnien und Herzegowina. Zum trinationalen virtuellen Gedenkprojekt „We remember Srebrenica“ trafen sich in Berlin junge Erwachsene.

Unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregeln gestalteten sie mithilfe von digital-kreativen Tools eine Webseite, um so den Opfern und Hinterbliebenen ihre Solidarität zu zeigen.

Erinnern – online und offline!
Die Teilnehmenden setzten sich in diesem Kreativformat mit den historischen Hintergründen von Gewaltherrschaften auseinander, gestalteten gemeinsam Botschaften für ein friedlich-demokratisches Zusammenleben und nahmen an einer virtuellen Kunstausstellung teil. Dabei spielten auch gesellschaftspolitische Fragestellungen eine wichtige Rolle: Was können unsere Länder aus der Geschichte voneinander lernen? Was können wir gegen Diskriminierung und Rassismus tun?

Inspiriert von der Arbeit des „Zentrums für politische Schönheit – Kunst und Aktivismus “ in Berlin, fanden die friedensorientierten Ideen ihren ersten Niederschlag in einer Gedenk-Webseite für das Erinnern an Srebrenica mithilfe eines Webdesigners. In einer Reihe von weiteren Online-Treffen der deutsch-französisch-bosnischen Jugendbegegnung arbeitet die Gruppe an der Webseite weiter.

Gedanken eines  Zeitzeugen
Die europäische Friedensgeschichte ist noch jung, die Spuren des Völkermordes sind noch da: Ein persönliches Gespräch mit dem Zeitzeugen Hasan Hasanovic, Genozid-Überlebender und Autor des Buches „Surviving Srebrenica“, führte den Teilnehmenden die schrecklichen Folgen von Hass, Gewalt und Machtherrschaft vor Augen. Ergänzt wurde diese wertvolle Begegnung durch den  Dokumentarfilm „The fog of Srebrenica“, der das Leid der Betroffenen und Hinterbliebenen vor Augen führt.

„I could think of nothing but pushing forward. Forward was freedom; forward was survival; forward was everything… I told myself if I wanted to live, I would have to run and not look back.“ (Hasan Hasanovic)

Infos zu weiteren Angeboten und Workcamps des Volksbundes finden Sie auf www.volksbund.de.

Text: Gülsüm Sapuk, Workshop-Teilnehmerin und Volksbund-Mitarbeiterin

Ihr Video-Statement zu 75 Jahren Ende Zweiter Weltkrieg finden Sie hier.

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