Nachricht
Zentrale Gedenkveranstaltung Thüringens am Volkstrauertag 2019 - 100 Jahre Volksbund
20. November 2019
  • Thüringen

Die zentrale Gedenkfeier des Freistaats Thüringen zum Volkstrauertag gestaltete der Landesverband Thüringen des Volksbundes in diesem Jahr gemeinsamen mit Landesregierung und Landtag. Sie fand am Sonntag 17. November 2019 im Thüringer Landtag und an den Kriegsgräbern im Erfurter Südpark statt.

Nach der Begrüßung durch unseren Landesvorsitzenden Dr. Michael Krapp, in welcher er auf die wechselvolle 100-jährige Geschichte des Volksbundes und die Neugründung des LV Thüringen im Jahre 1991 einging, hielten Landtagspräsidentin Diezel und Ministerpräsident Ramelow, der auch Schirmherr des Landesverbandes Thüringen ist, jeweils ein Grußwort.

Landtagspräsidentin Diezel bezeichnete den Volkstrauertag als Tag der Erinnerung und Mahnung. Die Politikerin sagte, der Volkstrauertag erinnere an die Toten von Kriegen und Gewalt. Der Tag ermahne aber auch dazu, den Wert von Frieden, Freiheit und Demokratie im Bewusstsein zu halten.
Ministerpräsident Ramelow würdigte die Arbeit des Volksbundes. Der Verband habe die Gräber von 2,7 Millionen Toten ausfindig gemacht und den Toten ihre Namen und ihre Würde zurückgegeben.

Die Gedenkrede hielt die Bürgerrechtlerin und Autorin Freya Klier, die den Blick auf die Zeit vor 100 Jahren, kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges und Gründung der Weimarer Republik warf und den Bogen über die nur 20 Jahre später beginnende NS-Schreckensherrschaft sowie den Zweiten Weltkrieg bis in die heutige Zeit spannte.

Nach der Gedenkstunde im Landtag legten Diezel, Ramelow und Krapp gemeinsam mit etwa 150 Gästen, zu welchen auch Angehörige hier bestatteter Opfer gehörten, auf den Kriegsgräbern im Erfurter Südpark Blumen nieder. An diesem Ort liegen fast 400 Tote, darunter polnische Opfer aus umliegenden NS-Lagern und Opfer von Bombenangriffen auf Erfurt vom Frühjahr 1945.

Als gemeinsames Schulprojekt mit dem Pierre-de-Coubertin-Gymnasium und der Walter-Gropius-Schule Erfurt wurden zusammen mit der Stadtverwaltung Informationstafeln mit Einzelschicksalen hier bestatteter Opfer gestaltet und an diesem Tag mit den Vorträgen einzelner Schülerinnen der Öffentlichkeit übergeben.

Die Gräber der Kriegstoten sind als steinerne Zeitzeugnisse Mahnung und Verpflichtung für uns, den seit Jahrzehnten in weiten Teilen Europas herrschenden Frieden nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten.

Wir danken der Sparkassenstiftung Erfurt und der Thüringer Staatskanzlei für die finanzielle Förderung dieses Projektes. Ebenso danken wir den Mitarbeiter*innen des Erfurter Garten- und Friedhofsamtes für die gute Zusammenarbeit.


Henrik Hug