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Einzigartig durch jeden einzelnen

Workcamp in Oksbøl – Bericht einer Premiere
Ein Artikel von Amelie Pardo Cordes

„I'm sitting here in a boring room, it's just another rainy Sunday afternoon” – so ähnlich, wie in dem Lied „Lemon Tree” beschrieben, stellte ich mir meinen Aufenthalt in Oksbøl vor, als ich die ersten drei Wochen meiner Sommerferien 2021 in Italien verbrachte. Ich war zwar gespannt, hatte aber überhaupt keine Lust auf regnerische Tage in Dänemark und hoffte inständig, dass es nicht „boring" werden würde. Ich bin 18 Jahre alt, lebe in Hannover und hatte mich zum ersten Mal zu einem Volksbund-Workcamp angemeldet.
 

Zehn Tage vor dem Beginn unserer Reise – nicht nur nach Dänemark, sondern auch in die Vergangenheit der deutsch-dänischen Geschichte –  trafen wir und die Betreuer das erste Mal in einer Videokonferenz aufeinander. Da das WLAN auf dem Campingplatz in Italien wirklich schlecht funktionierte und irgendwelche Kinder durch unser Bild liefen, dachte ich nur noch: „Halleluja – hoffentlich geht das gut“. Jedenfalls verminderte es meine Aufregung nicht.

Auf Anhieb super verstanden

„Today is gonna be the day“ war der 17. August 2021. Unsere Reise nach Dänemark begann. Treffpunkt war der Busbahnhof Hamburg, von wo aus wir uns auf die Reise machten. Schon in der ersten Pause merkte ich, dass „some things are meant to be“, denn wir verstanden uns alle auf Anhieb super.

„Wherever I wander, wherever I roam“ – wie Balu der Bär zu sagen pflegt –, verbrachten wir alle Zeit miteinander. Der erste Abend schweißte uns bereits durch „Erzähl mal…"-Karten und langes Beisammensein zusammen. Vom ersten Workshop an arbeiteten wir gemeinsam an den verschiedenen Themen. Wir merkten, dass das Lernen durch die Beteiligung von allen viel mehr Spaß bereitete.

Zeitzeuge erzählt aus Flüchtlingslager

„There are people dying“ – das wussten wir alle, doch die Besuche der Kriegsgräberstätten in Oksbøl und Esbjerg zeigten uns die Folgen des Zweiten Weltkrieges noch deutlicher. Der Volksbund half uns auch dabei, uns länger und intensiver mit dem Thema Flucht zu beschäftigen.

Außerdem befassten wir uns während der Zeit im Camp mit der Nachkriegsgeschichte Dänemarks und Deutschlands. Der Zeitzeuge Jorg Baden verschaffte uns tiefere Einblicke in die Geschichte der nach Dänemark Geflüchteten, da er selbst ab 1945 im Flüchtlingslager von Oksbøl gelebt hatte.

Stockbrot am Lagerfeuer

Die Zeit „goes on and on and on“ und verging wie im Flug. Eh ich mich versah, feierten wir zusammen Bergfest. Das „Concept-Hotel“, in dem wir zu Gast waren, gab uns die Möglichkeit, am Lagerfeuer zu feiern.

„But how does it work?“ Wir teilten uns im Hotel Dreier-Zimmer und aßen dort jeden Morgen und Abend. Das Abendessen war immer megalecker und jeden Tag gab es Nachtisch. Als Camp-Gruppe hatten wir einen Gemeinschaftsraum für die Workshops, in dem wir uns aber auch so trafen, um Filme zu gucken oder T-Shirts zu bemalen.

In dem riesigen Garten war Platz für weitere Aktivitäten und an der Lagerfeuerstelle in der Mitte grillten wir Marshmallows und Stockbrot über dem offenen Feuer. Währenddessen spielten wir das Gemeinschaftsspiel „Werwolf“ und genossen die gemeinsame Zeit.

Meer, Sand und Kriegsgräberstätte

„An open window“ war in der ersten Woche noch ziemlich blöd, denn es war sehr kalt. Doch je mehr wir uns dem Ende der Campzeit näherten, desto besser wurde das Wetter, sodass der Aufenthalt am Strand sehr viel Spaß machte.

Für den letzten Tag planten wir eine Abschlussveranstaltung auf der Kriegsgräberstätte, auf der wir auch alle Grabsteine gesäubert hatten. Zu unserem Programm gehörten selbstaufgenommene Klavierstücke und ein Gedicht. Wir lernten das Lied „Imagine“ von John Lennon und sprachen über die Dinge, die wir erfahren hatten und über die Highlights der vergangenen anderthalb Wochen.

Schüsse als Geräuschkulisse

But there is „No escape from reality“, wie Freddy Mercury festgestellt hat, denn während wir über Frieden sprachen und in einer Schweigeminute aller früheren und auch heutigen Opfer von Krieg und Vertreibung gedachten, begleiteten Schüsse und explodierende Bomben vom nahliegenden Militärübungsgelände unsere Veranstaltung.

Auch wenn ich am Anfang skeptisch war mit Blick darauf, mit dem Volksbund wegzufahren (der Name klang für mich sehr staubig), bin ich jetzt umso begeisterter, wieviel Spaß ein solches Workcamp machen kann.

Es war einfach großartig, dass ich so viele neue Dinge und Menschen kennengelernt habe und mir klar geworden ist, wie viel es noch zu erfahren gibt. Auch hatte ich Zweifel, ob ich neue Freundinnen und Freunde finde. Doch obwohl wir so verschieden sind, habe ich alle sehr schnell in mein Herz geschlossen – „I thank you all”.

Unsere Highlights

Diese Fahrt wurde durch jeden einzelnen einzigartig, weshalb ich unsere Highlights gar nicht allein benennen möchte, sondern aufzähle, was wir alle gemeinsam als die besten Sachen der zehn Tage zusammengetragen haben:

  • die gemeinsame thematische Auseinandersetzung in historischer, aber auch aktueller politischer Hinsicht
  • neue Freunde kennenlernen
  • Ausflug ins Museum Tirpitz
  • die Geschichte des Atlantikwalls in Dänemark
  • der Besuch in Esbjerg
  • die Stunden am Strand
  • das Lagerfeuer
  • die Zeitzeugengespräche
  • unsere großartige Gruppendynamik
  • dass ich von jeder und jedem etwas Neues gelernt habe, das ich mitnehmen werde
  • der respektvolle Umgang aller miteinander.

Unsere Musik

Wir hatten alle mega-viel Spaß beim Singen, weshalb wir oft zusammen waren, um miteinander Musik zu machen. Das sind unsere „favorits”:

We Are the Champions – Queen
Bohemian Rhapsody - Queen
We Are the World - USA for Africa
Don’t Stop Believin - Journey
Imagine – John Lennon
Can’t Help Falling in Love  – Elvis Presley
Lemon tree – Fools Garden
Halleluja - Pentatonix
Wonderwall - Oasis
How the World Works – Bo Burnham.
White Woman’s Instagram – Bo Burnham
Welcome to the Internet – Bo Burnham
Bare Necessities – Jungle Book

Text: Amelie Pardo Cordes
 

Workcamp-Programm 2022

Sie sind in Arbeit, die Workcamps für das kommende Jahr – der Blick in das Programm lohnt sich. Genauso lohnt sich die Mitgliedschaft im Volksbund, denn für Mitglieder gibt es 25 Euro Ermäßigung auf die Workcamp-Teilnahmegebühr. Außerdem finanziert der Volksbund seine Arbeit zu rund zwei Dritteln aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Wer also dem gemeinnützigen Verein beitritt, fördert seine Arbeit und seine Ziele dauerhaft.

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