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10 Jahre Deutsches Riga-Komitee

Redebeiträge von Winfried Nachtwei, MdB a. D., am 9. Juli 2010 bei der Erinnerungsreise des Riga-Komitees und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Riga

Hier können Sie den Bericht von Winfried Nachtwei sowie seine Redebeiträge an der Großen Choral Synagoge, am Alten Jüdischen Friedhof, in Rumbula und Bikernieki nachlesen:

Auf den Spuren der Nachbarn von nebenan
Bericht von Winfried Nachtwei über die Delegationsreise des Riga-Komitees (verfasst am 21. Juli 2010)

Münster, Osnabrück und Bielefeld gehörten neben Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Nürnberg (u. a. mit Würzburg) und Stuttgart im Jahr 2000 zu den 13 kommunalen Gründungsmitgliedern des Deutschen Riga-Komitees. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Komitees besuchten Repräsentanten von 24 Städten die lettische Hauptstadt.

Erläuterungen an der ehemaligen Großen Choral Synagoge an der Gogolstraße

1989, noch zur sowjetischen Zeit, begann meine Spurensuche in Riga. Vor diesem Hintergrund ist meine Aufgabe, Ihnen einige Erläuterungen zu drei Orten des Naziterrors in Riga zu geben.

Die Große Choral Synagoge, von der wir hier noch Mauerreste sehen, wurde 1871 errichtet und am 4. Juli 1941 niedergebrannt. Sie steht beispielhaft für den sozialen Aufstieg und die rechtliche Gleichstellung der Juden in Lettland wie für das extreme Gegenteil.

Erläuterungen am Alten Jüdischen Friedhof und ehemaligen „Reichsjudenghetto"
(Ecke Tejas/Virsaisu iela in der Moskauer Vorstadt)

Der Alte Jüdische Friedhof war das erste Stück Boden, das von Juden in Riga erworben werden konnte. Seit 1725 wurden hier Tote begraben.

Der Eingang befand sich an der Südspitze zur Ebreju iela Richtung Makavas (Moskauer) iela mit einigen Holzgebäuden für das Bet- und Totenhaus und für die Friedhofsbeschäftigten. 1903 entstand ein schönes Gebäude für die Trauerfeierlichkeiten. Architekt war Paul Mandelstamm. In den 20er Jahren entstand ein neuer jüdischer Friedhof in Smerlis.

Erläuterungen am Wäldchen von Rumbula

(Von der Maskavas iela biegen wir ab auf die Salaspils, dann Lokomotives iela entlang der nach Südosten führenden Bahnanlage. Wir sehen den roten Backsteinbau der Station Skirotava, wo sich 1941 die Opferspuren kreuzten: Abfahrtsort der sowjetischen Deportationszüge nach Sibirien, dann Ankunftsort der Deportationszüge aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei. Einige Kilometer weiter wieder zurück auf die inzwischen mehrspurige Maskavas iela, wo schließlich linker Hand eine kurze Stichstraße in das Wäldchen von Rumbula führt. Von den Gedenksteinen am Eingang schlängelt sich ein Weg in das Wäldchen. Auf einer Lichtung ein Feld mit kleinen, mittleren und größeren Granitsteinen, auf denen die Namen der jeweiligen Familien eingraviert sind. Aus ihrer Mitte wächst eine wie ein Wurzelgeflecht gestaltete Menora (siebenarmiger Leuchter). An der Seite des Steinfeldes der Einzelstein der zehnjährigen Geneka Koch, im Unterschied zu früheren Jahren geschmückt mit etlichen Blumen, Püppchen. Umgeben ist die Lichtung von mehreren großen Gevierten: die Massengräber.)

Gedenkrede bei der Gedenkstunde im Wald von Bikernieki

(Auf dem Zugangsweg zur Gedenkstätte informiert der lettische Architekt Sergejs Rizhs über die lange Geschichte dieser Mord- und Gedenkstätte. Sergejs Svilpes, einziger Überlebender von oppositionellen Jugendlichen, habe die Kenntnis über diesen Ort und die verschiedenen Opfergruppen erheblich erweitert. In den 90er Jahren war ich mit Sergejs Svilpes mehrfach in Bikernieki. Er zeigte uns Spuren der Mordaktionen, den Stein für die Häftlinge aus dem Zentralgefängnis. 1993 waren einige Steine mit Hakenkreuzen beschmiert. 

Jugendliche des Workcamps in ihren roten Friedens-T-Shirts bilden mit Leuchten ein Spalier zum Mittelpunkt der Gedenkstätte mit ihren 5.000 individuellen Granitsteinen, wo Kleine, Mittlere und Größere wie Familien dicht gedrängt nebeneinander stehen. 

Anwesend sind auch einige alte Menschen. Es sind ehemalige Ghetto- und KZ-Häftlinge.

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