Kriegsgräberstätte suchen
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Bau, Instandsetzung und Pflege
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten beider Weltkriege im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. In seiner Obhut befinden sich heute 825 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,5 Millionen Kriegstoten. Dazu kommen die Denkmäler und Friedhöfe des Krieges 1870/71 sowie mehr als 64 Anlagen aus den deutsch-dänischen Kriegen 1848/51 und 1864.
238 Anlagen werden durch eigenes Personal und 589 Anlagen durch Firmen, kommunale Betriebe, Kirchengemeinden, Vereine und Privatpersonen gepflegt. Die Pflegefläche beträgt insgesamt 765 Hektar. Die Pflegearbeiten haben das Ziel, den ursprünglichen Gestaltungsgedanken aufzugreifen, die Friedhofsanlage weiterzuentwickeln und zu erhalten. Dabei sind die ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen einzuhalten.
Auf Friedhöfen in der Bundesrepublik Deutschland ruhen mehr als 1,8 Millionen deutsche und ausländische Kriegstote des Ersten und Zweiten Weltkrieges. In rund 3.500 Städten und Gemeinden der alten Bundesländer gibt es über 8.400 Kriegsgräberstätten, Gräberfelder und Einzelgräber, auf denen Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft bestattet sind. In den neuen Bundesländern wurden in rund 6.400 Gemeinden Kriegstote erfasst.
Im Inland ist der Volksbund satzungsgemäß beratend tätig. Er unterstützt hier jährlich zahlreiche Friedhofsträger und Privatpersonen bei Aus- und Umgestaltungsarbeiten sowie allgemeinen Fragen zum Gräbergesetz und zu Kriegsgräberstätten. Einige Kriegsgräberanlagen in Deutschland, wie die Kriegsgräberstätte Golm / Kamminke in Mecklenburg-Vorpommern und den Waldfriedhof Halbe in Brandenburg, hat der Volksbund in seine Trägerschaft übernommen und damit auch die künftige Pflege und Erhaltung dieser Friedhofsanlagen.
Unser Ziel ist es, bis 2015 die Ausbauarbeiten auf Friedhöfen des Zweiten Weltkrieges in Ost und Südosteuropa weitgehend abzuschließen. Um dies zu erreichen, war es erforderlich, in fast allen Staaten Osteuropas gleichzeitig zu arbeiten. In Russland konzentrierten wir uns zunächst auf die Gebiete, in denen besonders schwere Kämpfe stattfanden: St. Petersburg, Demjansk, Nowgorod, Wolgograd sowie das Kaukasusgebiet. Im Raum Kursk und im Smolensker Gebiet konnten wir erst in den letzten Jahren Kriegsgräberstätten errichten bzw. mit deren Planung beginnen.
Mit dem Baubeginn in Duchowschtschina, Gebiet Smolensk, haben wir die Realisierung des letzten großen Bauprojektes in Russland in Angriff genommen. In Belarus konnten wir im Jahr 2011 einen weiteren Sammelfriedhof der Öffentlichkeit übergeben. Damit haben wir unser Ziel, in diesem Land zwei zentrale Kriegsgräberstätten zu errichten, erreicht. In den Ländern Bosnien-Herzegowina und Mazedonien bemühen wir uns weiter um die Errichtung zentraler Anlagen für die dort ruhenden Deutschen.
Unsere Konzeption sieht vor, die ursprünglich vorhandenen vielen kleinen Grablagen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges aufzulösen und die dort geborgenen Soldaten auf zentrale Kriegsgräberstätten umzubetten. Nur so ist es möglich, die Gräber dauerhaft zu erhalten. Bei der Gestaltung der Kriegsgräberstätten passen wir uns den örtlichen, durch natürliche Gegebenheiten geprägtem Landschaftsbild an.
In Polen, der Russischen Föderation, Weißrussland, der Ukraine sowie den anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion erfolgt die namentliche Kennzeichnung auf Stelen und in Namenbüchern mit den Lebensdaten der dort Bestatteten. Auf Friedhöfen in anderer Ländern, verwenden wir auch - da wo es möglich ist- Grabkreuze bzw. Namentafeln für die Kennzeichnung der Gräber.
Kriegsgefangenenfriedhöfe
Seit Jahren kümmert sich der Volksbund auch um die Friedhöfe der Kriegsgefangenen. Inzwischen wurden 180 Anlagen mit einfachen Mitteln wieder hergerichtet. Der Volksbund schätzt, dass es über 6 000 weitere Kriegsgefangenenfriedhöfe gibt. Leider ist es nicht möglich, alle Anlagen zu erhalten. Aus diesem Grund schaffen wir auf ausgewählten Standorten würdige Formen des Gedenkens für die in einem bestimmten Gebiet in Kriegsgefangenschaft umgekommenen deutschen Soldaten. Dort werden auch die Namen der umliegenden Kriegsgefangenenfriedhöfe verzeichnet.



