Kriegsgräberstätte Butzbach-Nieder Weisel

Kurz vor Kriegsende, im April 1945 wurde die Kriegsgräberstätte Butzbach-Nieder Weisel angelegt. Hier haben 519 Tote des Zweiten Weltkrieges – 420 deutsche und 99 Kriegstote aus Polen und der Sowjetunion – ihre letzte Ruhe gefunden. Hauptsächlich waren es Soldaten, die bei Kämpfen, in Lazaretten oder Kriegsgefangenschaft verstorben sind. Nachträglich wurden auch zivile Bombenopfer sowie polnische und sowjetische ZwangsarbeiterInnen hinzu gebettet. Während der 1950er Jahren hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfüsorge e.V. erste Umgestaltungsmaßnahmen des ursprünglich von der US-Army angelegten Gräberfeldes ausgeführt. Gemeinsam mit Bund und Land, dem Landkreis Friedberg sowie der Stadt Butzbach wurde der Friedhof durch Einbeziehung des sowjetischen Gräberfeldes und Überführungen weiterer Kriegstoter aus dem Landkreis Friedberg in seiner heutigen Form gestaltet. Betreuung und Pflege der Kriegsgräberstätte werden seitdem von der Stadt Butzbach gewährleistet.

Die Kriegsgefangenen

Im hinteren Teil des Friedhofs befindet sich das Gräberfeld der sowjetischen Kriegsgefangenen. Viele von ihnen waren zwischen 20 und 30 Jahre alt, als sie in den letzten Apriltagen starben. Häufig war das ungefähre Alter alles, was der Umbettungsdienst zu Protokoll geben konnte. Zahlreiche Kriegsgefangene gelten daher noch heute als „unbekannte sowjetische Soldaten“. 42 Personen ließen sich jedoch namentlich identifizieren, darunter A. Sichajlew, der seiner Erkennungsmerke zufolge im Kriegsgefangenenlager 326 (VI K) Senne erfasst worden war. Am 25. August 1942 wurde er einem Arbeitskommando der Reichbahn in Herford zugeteilt. Entsprechende Lohnlisten des Gefangenen liegen für den Zeitraum August 1942 bis September 1943 vor. Als A. Sichajlew am 23. April 1945 ums Leben kam, war er ungefähr 18 oder 19 Jahre alt.

Die deutschen Kriegstoten

Unter den deutschen Kriegstoten sind die Jahrgänge 1920-1929 auffallend häufig vertreten. Diese 16- bis 25jährigen Soldaten gehörten zu den Ersatz- und Ausbildungskompanien, die in der Schlussphase des Krieges gegen die heranrückenden Alliierten kämpften. Auch in Butzbach existierten bis Kriegsende zwei Kasernen, in denen junge Soldaten ausgebildet wurden. Die Schlosskaserne beherbergte Reserveoffiziersanwärter; die Schrenzerkaserne war mit häufig erst 17jährigen Angehörigen der „Infanterie Panzerjäger Ersatz- und Ausbildungskompanie 519“ belegt. Nach einem vierwöchigen Schnellkurs mussten Soldaten dieser Einheit noch am 25. März 1945 zur Verteidigung Frankfurts aufbrechen. Die Stadt wurde wenige Tage später von der amerikanischen Armee besetzt und befreit.

Blicke auf die Kriesgräberstätte, fotografiert von SchülerInnen der Weidigschule Butzbach Blicke auf die Kriesgräberstätte, fotografiert von SchülerInnen der Weidigschule Butzbach Blicke auf die Kriesgräberstätte, fotografiert von SchülerInnen der Weidigschule Butzbach Blicke auf die Kriesgräberstätte, fotografiert von SchülerInnen der Weidigschule Butzbach Blicke auf die Kriesgräberstätte, fotografiert von SchülerInnen der Weidigschule Butzbach Blicke auf die Kriesgräberstätte, fotografiert von SchülerInnen der Weidigschule Butzbach

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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