Der „Heldenhain“ in Spangenberg

ein Film von Thomas G. Majewski

Begleitend zu der Sonderausstellung „1918. Zwischen Niederlage und Neubeginn“ im Hessischen Landesmuseum in Kassel wurde ein Dokumentarfilm über den Heldenhain in Spangenberg erstellt. Drohnenflugaufnahmen führen dem Betrachter diese Anlage, die 1923 nach Entwürfen des Spangenberger Architekten Theobald Fenner entstand, aus der Vogelperspektive eindrucksvoll vor Augen.

Die filmische Beschreibung der Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wird mit Erinnerungen an eines der Kriegsopfer verknüpft. Tragendes Element sind dabei Ausschnitte aus einem Tonbandinterview, das der Kunsthistoriker Gerd Fenner, ein Enkel des Architekten, 1984 mit seiner damals 94-jährigen Großtante Clotilde, der Schwester des Baumeisters, führte. Clotilde Falz beschreibt unter anderem den Kriegseinsatz und frühen Tod ihres Bruders Ferdinand Fenner. Die berührenden Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg und die Familiengeschichte werden im Film auf der Tonebene mit Glockengeläut unterstützt, das in die Atmosphäre der damaligen Zeit einführt. Auf der Bildebene wechseln Dokumente wie Schwarz-Weiß-Fotos, alte Postkarten und auch Entwurfskizzen zum Heldenhain. Die Schilderung des Schicksals von Ferdinand Fenner steht exemplarisch für die anfängliche Begeisterung zu Beginn des Ersten Weltkrieges, aber auch für das durch den Krieg verursachte spätere Leid.

So entsteht ein bewegender Spannungsbogen aus Erlebtem und Erinnertem, aus Freude und Trauer, aus Vergangenheit und Gegenwart, aus allgemeiner und persönlicher Geschichte, der dem Betrachter des Films auf eigene Weise historische Informationen zu vermitteln vermag.

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