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Besuch aus China
Chinesische Delegation informiert sich über Volksbund-Arbeit
09. Mai 2019

Schon seit Jahren steht der Volksbund in Kontakt zu zahlreichen Gräberdiensten anderer Nationen, meist aus Europa. Dass sich nun eine Delegation aus China auf den weiten Weg machte, um sich in Deutschland über die Arbeit des Volksbundes zu informieren, ist dagegen ungewöhnlich. Heute machten die Vertreter aus dem „Land des Lächelns“ mit Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan sowie Generalsekretärin Daniela Schily einen gemeinsamen Rundgang über den Waldfriedhof in Halbe.

Zuvor traf die Delegation, gemeinsam mit dem Minister für Veteranenangelegenheiten der Volksrepublik China, Shaocheng SUN, im Berliner Hauptstadtbüro des Volksbundes ein, wo zunächst ein Austausch über Geschichte, Aufgaben und Perspektiven der Kriegsgräberfürsorge in Deutschland und der Volksrepublik stattfand. Bemerkenswert war dabei, dass China 120 Kriegsgräberstätten in 27 Ländern unterhält, unter anderem auch in Nordkorea, Vietnam und Russland. Zudem befindet sich die chinesische Kriegsgräberfürsorge in der Weiterentwicklung und im Aufbau örtlicher Pflegestrukturen. Daher war die Delegation an der jahrzehntelangen internationalen Erfahrung des Volksbundes sowie seiner europäischen Partner auf diesem Gebiet interessiert.

 

Eine weitere Verbindung der beiden Organisationen besteht in dem Willen, Grabsuche, Umbettung, Pflege sowie die Unterstützung von Angehörigen und Jugendbegegnungen in der Bildungsarbeit weiter zu professionalisieren. Volksbund-Präsident Schneiderhan betonte im Zusammenhang mit dem Treffen „die Wichtigkeit bilateraler Beziehungen für unsere Arbeit und umgekehrt als Bindungselement unserer Arbeit auch in schwierigen politischen Lagen.“ Dies könne auch über die wechselseitige Unterstützung nationaler Kriegsgräber-Organisationen in Europa hinausgehen.

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die chinesischen Gäste bei dem Besuch auf dem Waldfriedhof Halbe bei Berlin der Zukunftsaufgabe „Bildung und Erinnerung“, aber auch die Grabsuche ohne Zeitzeugen-Hinweise mittels Georadar sowie der effektiven Recherche in Archiven stand im Blickpunkt des Interesses.