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Hervorragend umgesetzt und anschaulich gemacht

Siegfried Kuknat über die neue Dauerausstellung in Maleme
Ein Artikel von Christiane Deuse

Siegfried Kuknat kennt die Kriegsgräberstätte Maleme auf Kreta genau. Sein Onkel ist dort begraben: Siegfried Tanner, der mit 19 Jahren am ersten Tag der deutschen Invasion auf Kreta, am 20. Mai 1941, als Fallschirmjäger starb. 2018 besuchte der Neffe das Grab zum ersten Mal, kannte auch die frühere Dauerausstellung dort und hat jetzt die neue besucht, die seit wenigen Monaten zu sehen ist. Er hat dem Volksbund dafür biographisches Material zur Verfügung gestellt. In einem Brief an die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit schildert Siegfried Kuknat seine persönliche Sicht:
 

Liebes Volksbund-Team ...

... am 4. November 2021 besuchte ich das Grab meines Onkels Siegfried Tanner auf der Kriegsgräberstätte Maleme.

Anschließend konnte ich mir die neue Ausstellung intensiv ansehen: Der konzeptionelle Anspruch, für die internationalen Besucherinnen und Besucher dort einen ergänzenden Lernort zu schaffen, der es ermöglicht, das Kriegsgeschehen während der Kampftage ab dem 20. Mai 1941 und der langen Besatzungszeit zu erfassen und einzuordnen, ist – in meinen Augen – hervorragend umgesetzt und anschaulich gemacht worden. Die Präsentation in Text, Bild und Ton ist prägnant und gerade dadurch emotional und aufklärend wirksam. Die Bild- und Tondokumente von einheimischen Zeugen der Invasion und der grausamen deutschen Besatzungszeit sind erschütternd.

Schlicht und von großer Wirksamkeit

Die Ausstellung ist insgesamt auch in ihren auf dem Außengelände gezeigten Teilen nicht dominant. Die künstlerisch gestaltete Glasinstallation am Eingang zum Gräberfeld ist schlicht und dadurch von großer Wirksamkeit. Die Gedichtzeilen von Jakovos Kambanellis aus seiner "Mauthausen Cantata" ergreifen den Betrachter und setzen das Licht der Hoffnung gegen die Dunkelheit. Die Fallschirmjäger fallen auf die sich im Glas spiegelnden Gräber über Maleme. Was für ein bewegendes Bild! Mir kam mein Gedicht 'Kreta' wieder in den Sinn, denn jetzt erschienen – für mich – einige Zeilen bildlich, als Lichtreflexion.

Der Ort, an dem die beiden Pulte stehen, mit den einfachen Holzbänken im Halbrund unter schattigen Bäumen mit dem Blick auf das Meer ist wirklich ein Ort der Ruhe und Besinnung geworden. Auch hier wirkt die zurückhaltende Präsentation der Kurzbiographien von Gefallenen als Beispiel für die Tausenden, die auf der Kriegsgräberstätte liegen. Die Hörstation am selben Ort zeigt, was die Soldaten beider Seiten während der Schlacht erlebten, was für ein Grauen sich hier im Mai 1941 ereignete, ein kaum aushaltbarer Kontrast zu der Schönheit der Bucht mit der Halbinsel Rodopou im herbstlichen Sonnenlicht.

Hier wird ein richtiger Weg beschritten

Allen, die diese Ausstellung erdacht, konzipiert, erarbeitet und realisiert haben, gebührt Anerkennung. Und dass im "Imprint" so viele Mitwirkende aus Griechenland genannt werden, zeigt: Hier wird ein richtiger Weg beschritten für ein besseres Verständnis und eine hoffentlich sich weiter entwickelnde Verständigung zwischen Griechen und Deutschen.

Besonders gefreut habe ich mich über die Begegnung mit Emmanuel Papaderos, dem Verwalter der Kriegsgräberstätte. Er war sehr hilfsbereit, offen und herzlich. So konnte ich die Gelegenheit wahrnehmen, mich für seine Arbeit im Namen auch meiner Familie zu bedanken. Mit Antonis, seiner Frau und Stelios traf ich die Menschen, die diese Anlage so vorbildlich pflegen, wahrlich eine Herausforderung bei der Größe des Geländes, vor allem in den heißen Sommermonaten, zumal die 50 Jahre alte Bewässerungsanlage zu wünschen übrig lässt und 'von Hand' gegossen werden muss. Auch bei ihnen allen habe ich mich für ihre engagierte Arbeit bedankt.

Mit Projekten wie diesem geht der Volksbund einen richtigen Weg. Bei Ihnen möchte ich mich auch im Namen meiner Familie bedanken für die Gelegenheit, einen kleinen Beitrag zu der Ausstellung hinzufügen zu können, und für die sehr gute Zusammenarbeit.

Mit herzlichen Grüßen

Siegfried Kuknat

Hintergrund: die neue Ausstellung

Am 24. Oktober 2021 eröffnete der Volksbund die Dauerausstellung offiziell. Weiterführende Artikel finden Sie hier:

„Der ganze Himmel voller Fallschirme“

„Wichtig für Kreta und ganz Griechenland“

„Sprung in den Tod“: Artikel zum Schicksal Siegfried Tanners in der Ausgabe 2 2021 der Mitgliederzeitschrift FRIEDEN (S. 23)

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