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„Europa ist das Beste“

Podiumsgespräch mit Dr. Theo Waigel und Prof. Dr. Reinhold Würth

Die Zukunft und Chancen eines vereinten Europas, aber auch die Risiken und Gefahren der Europäischen Union – das waren die Themen eines Gespräches von Dr. Theo Waigel und Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth im hohenlohischen Künzelsau, dem Firmensitz von Würth. Beide Männer waren sich einig: Es liegen große Anstrengungen vor den 27 Ländern der EU.

Der eine hat Weltpolitik gestaltet, der andere einen Weltkonzern aufgebaut. Beide sind überzeugte Europäer, beide sehen aber auch die Gefahren durch nationale Egoismen und globale Konkurrenten. Jetzt sprachen der ehemalige Finanzminister Dr. Theo Waigel, zugleich Vorsitzender der Volksbund-Stiftung „Gedenken und Frieden“, und der Unternehmer Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth über Europa. Das Gespräch bei der Podiumsdiskussion „Treffpunkt Akademie“ vor rund 200 Gästen im Carmen Würth Forum in Künzelsau moderierte die Journalistin Bernadette Schoog.

Der Tod des Bruders

Die Moderation sprach zunächst den Tod von Waigels Bruder August an, der 1944 in Lothringen als Soldat fiel und in Niederbronn begraben liegt. Theo Waigel, der bei der Meldung vom Tod seines älteren Bruders fünf Jahre alt war, sprach von dem „unglaublichen Schock für die Eltern“. Dieser und ein Vorfall in den Vogesen, wo der Vater einen französischen Soldaten erschoss, haben zu einem strikten Pazifismus des Vaters geführt. „Er war für die totale Neutralität Deutschlands, mir gefielen aber die Reden von Franz-Josef Strauß und seine Vorstellungen der ,Vereinigten Staaten von Europa’ besser“, erinnerte sich Waigel. Mit diesem Blick zurück und in Anlehnung an ein Zitat von Hans-Dietrich Genscher sagt der CSU-Politiker heute: „Europa ist das Beste, etwas Anderes haben wir nicht.“

Vereinigte Staaten von Europa

Für den 86 Jahre alten Unternehmer Reinhold Würth sind diese Vereinigten Staaten von Europa zwar eine Utopie, „aber ich bin ein notorischer Optimist.“ Im Übrigen tue die Corona-Epidemie dem Gedanken Europas gut, schließlich hätten alle die Erfahrung gemacht, dass ein Virus nicht vor den Grenzen Halt macht. Und deshalb sei er der Ansicht, dass wir in den nächsten Jahren mehr Zustimmung für Europa bekommen werden. Auch habe er viele englische Freunde, denen er nun zurufe: „Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ihr raus seid. Ihr habt doch nur gebremst.“ Waigel fügte hinzu, dass wenn die Jungen in Großbritannien an der Brexit-Abstimmung teilgenommen hätten, es anders ausgegangen wäre. So bleibe die Hoffnung auf eine neue britische Generation in 20 Jahren.

Koalition der Willigen

Wenn nun aber die Vereinigten Staaten Europas nur Utopie seien – wie solle man die Zukunft gestalten, fragte Moderatorin Bernadette Schoog. Für Theo Waigel eine klare Sache: „Mit einer Koalition der Willigen könnten wir ein Europa der konzentrischen Kreise schaffen.“ Wichtig seien eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft, ein gemeinsamer Rüstungsetat und eine gemeinsame Entwicklungspolitik.“

Die Erde verlassen?

Schließlich ging es um die Frage, wie die Zukunft Europas aussehen könnte. Waigel zeigte sich vom Engagement von Initiativen wie „Pulse of Europe“ begeistert. „Es ist ganz pfundig, wie sich junge Leute eingebracht haben. So lernen wir aus der Vergangenheit und schauen kraftvoll in die Zukunft.“ Dagegen hielt Reinhold Würth ein Zitat des verstorbenen Physikers Stephen Hawking: „Ich denke nicht, dass wir weitere 1000 Jahre überleben, wenn es uns nicht gelingt, bis dahin unseren zerbrechlichen Planeten zu verlassen.“ Würths eindringliche Mahnung am Ende der Veranstaltung: „Wenn wir es nicht schaffen, dieses europäische Projekt auf den Weg zu bringen, wird das nichts.

Sitzung des Kuratoriums

Vor der Podiumsdiskussion hatte sich das Kuratorium der Stiftung „Gedenken und Frieden“ im Beisein von Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen zur Sitzung getroffen. Carmen Würth, selbst Mitglied des Kuratoriums, hatte die Runde unter dem Vorsitz von Dr. Theo Waigel nach Künzelsau ins Hotel Anne-Sophie eingeladen. Nach der Tagung standen Führungen durch die Kunstmuseen des Unternehmens Würth auf dem Programm.

Über die Stiftung Gedenken und Frieden: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. 2001 gründete der Volksbund die Stiftung Gedenken und Frieden, um diese Ziele in die Zukunft zu tragen und der Friedensarbeit in Deutschland eine breitere Basis zu geben.

Über die Adolf Würth GmbH & Co. KG: 
Die Adolf Würth GmbH & Co. KG ist führender Hersteller von Befestigungstechnik für die professionelle Anwendung. Sie ist das größte Einzelunternehmen der weltweit tätigen Würth-Gruppe. Die Adolf Würth GmbH & Co. KG beschäftigt deutschlandweit über 7.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 2,21 Milliarden Euro.

Harald John Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit

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