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Fußball und Kriegsgräber: Projekt zum „Weihnachtsfrieden 1914“

Volksbund rückt Biographien von Sportlern bei deutsch-französischer Jugendbegegnung in den Fokus

Ein Fußball rollte Heilig Abend auf einem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges. Er rollt in einem Film über diesen „Weihnachtsfrieden 1914“ und in einem Comic darüber. Auch bei einer deutsch-französischen Jugendbegegnung des Volksbundes war er im Spiel – ein Pilotprojekt, das das Fußballfeld mit Gräbern verband. Der Titel: „Vom Olymp in den Krieg”. Inzwischen gab es dafür sogar eine Auszeichnung.
 

Wie konnte man im Krieg zusammen Fußball spielen und danach wieder aufeinander schießen? Diese Frage stellte eine Schülerin an den Schützengräben des Erinnerungsortes Beaumont-Hamel bei Amiens in Frankreich. Eine Antwort erhielt sie nicht. Die Geschichte des so genannten „Weihnachtsfriedens 1914“ bewegte die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler gleichermaßen.
 

Verbrüderung im ersten Kriegsjahr

Die Geschichte erzählt von der Verbrüderung französischer, schottischer und deutscher Kampfverbände am Weihnachtsabend im ersten Kriegsjahr. Berichten zufolge sollen sie gemeinsam Weihnachtslieder gesungen haben und auch ein Fußballspiel der Soldaten ist überliefert.

Diesen außergewöhnlichen Ereignissen im Ersten Weltkrieg hat 2005 der für den Oscar nominierte Spielfilm von Christian Carion („Merry Christmas/Joyeux Noël/Frohe Weihnachten“) ein Denkmal gesetzt.
 

Drei Schulen, ein Pilotprojekt

Diesen Film sahen sich deutsche und französische Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums Dortmund sowie des Collège Jean Moulin und des Collège Pierre et Marie Curie im nordfranzösischen Albert gemeinsam an. Der Rahmen: eine Schülerbegegnung des Volksbundes, die der Fachbereich Schulen und Hochschulen und der Landesverband Nordrhein-Westfalen gemeinsam initiiert hatten.

Anlass was das Pilotprojekt zu Biographien von Sportlern, die auf Kriegsgräberstätten bestattet sind. Der Volksbund hatte es mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks gestartet. Vorbild ist der Comic „Niemandsland“ von Ralf Marczinczik, der das Fußballspiel beim „Weihnachtsfrieden 1914“ aufgreift. Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur hat ihn als Fußball-Comic des Jahres 2013 ausgezeichnet.
 

Turnier mit acht Teams

Diese Geschichte ist nicht nur eine Inspiration für den deutsch-französisch-belgischen Comic-Wettbewerb, den der Volksbund seit Jahren mit ausschreibt, sondern auch für das Programm von Jugendbegegnungen. Darum war ein Fußballturnier einer der Höhepunkte der gemeinsamen Zeit – neben dem Besuch von Gedenk- und Kriegsgräberstätten und deutsch-französischer Sprachanimation.

Acht gemischte Teams traten bei dem Turnier gegeneinander an. Jede Mannschaft bestand aus Jungen und Mädchen aller drei Schulen, aus aktiven Spielerinnen und Spielern wie aus Anfängern. Alle auf dem Platz – ob auf dem Spielfeld oder der Zuschauertribüne – bejubelten jedes einzelne Tor. Es spielte keine Rolle, welche Mannschaft oder welche Person getroffen hatte.

 

Schützengräben und Grabstätten

Tiefgehende Fragen und Gedanken entwickelten sich auf dem „Circuit de Souvenir“. Ein französischer Schüler mit Deutschkenntnissen führte die Gruppe über die Erinnerungsorte in Beaumont-Hamel und die Kriegsgräberstätte am Thiepval-Denkmal in Authuille. Er wusste viel darüber zu erzählen, wer sich zwischen den Schützengräben in Beaumont-Hamel bekämpft hatte und wie die Schlacht an der Somme 1916 verlaufen war.

Emotional wurde es, als sich die Schülerinnen und Schüler an diesem Ort gegenseitig Biographien von Sportlern vorstellten, die als Soldaten in der Region getötet worden waren. Über den Einfluss des Ersten Weltkrieges auf die Entwicklung des Sports berichtete der französische Autor Michel Merckel.

Umarmungen und Tränen

Wie bei vielen internationalen Jugendbegegnungen des Volksbundes führte das vielfältige Programm auch in Albert zu einer „Verbrüderung“ der Schülerinnen und Schüler. Nach einer bunten Abschiedsparty endete die Begegnung mit Umarmungen und Tränen.

Als eindrucksvolle Symbole der gemeinsamen Tage bleiben das Luftbild der Jugendlichen, die eine Friedenstaube bildeten, sowie als Souvenir Fußbälle, auf denen allen unterschrieben. Die „Ballons de Fraternité“ bleiben als Erinnerung an den drei Schulen und lassen auf eine Fortsetzung hoffen.
 

Zum Projekt des Monats gekürt

Die Bilanz der Fußball-Jugendbegegnung: ein großer Erfolg – auch dank engagierter Lehrkräfte aus Deutschland und Frankreich und der freundlichen Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) sowie der Stiftung Aktive Bürgerschaft – „aktuelles forum“. Sie hat die Jugendbegegnung inzwischen zum Projekt des Monats gekürt. Im Bürgerfunk Dortmund ist ein Podcast entstanden, in dem Schülerinnen und Schüler das Projekt vorstellen.

Text:
Vanessa Schmolke
(Bildungsreferentin im Landesverband Nordrhein-Westfalen)
Dr. Vasco Kretschmann (Fachbereichsleiter Schulen und Hochschulen)
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