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Live-Rundgang online über den Golm

Über Facebook die Gedenk- und Kriegsgräberstätte auf Usedom kennenlernen

Im vergangenen Jahr nahmen zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Zuhause aus an Live-Rundgängen über die Kriegsgräberstätten Lommel, Ysselsteyn, Niederbronn-les-Bains und Stare Czarnowo teil. Am 11. März um 14 Uhr war nun der Golm an der Reihe. 

 

Der Golm, direkt an der polnischen Grenze gelegen, ist mit 69 Metern die höchste Erhebung auf der Insel Usedom. Auf halber Höhe liegt die Gedenk- und Kriegsgräberstätte. Doch wie ist sie entstanden und warum ausgerechnet dort? Welche Kriegstoten liegen auf dem Golm begraben und wer kümmerte sich nach dem Krieg um die Kriegsgräberstätte?

Auf diese Fragen gab Mariusz Siemiatkowksi, pädagogischer Mitarbeiter der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm, in der Live-Führung Antwort. 
 

Idyllische Landschaft – traurige Spuren

Der Rundgang am Freitag, 11. März, fand einen Tag vor dem 77. Jahrestag der Bombardierung von Swinemünde statt. Dieses Datum hat entscheidende Bedeutung für den Golm als Begräbnisstätte: Am 12. März 1945 bombardierten 661 amerikanische Flugzeuge die Stadt. Der Angriff galt dem Hafen, der unter anderem von der deutschen Kriegsmarine intensiv genutzt wurde.

Nach Schätzungen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, die heute von der historischen Forschung weitgehend bestätigt sind, starben bei diesen Angriffen zwischen 4.000 und 6.000 Menschen, viele davon Zivilistinnen und Zivilisten, die heute auf dem Golm begraben liegen. Während der Live-Führung kam Mariusz Siemiatkowksi auch auf Schicksale einzelner Opfer zu sprechen. 

 

Der Golm heute 

Viel hat sich auf dem Golm getan. Ein Meilenstein war die Eröffnung der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) am 12. März 2005 in Kamminke – etwa 400 Meter von der Kriegsgräberstätte entfernt. Dort werden heute nationale und internationale Jugendbegegnungen und Workcamps sowie Exkursionen in die nähere Umgebung ausgerichtet und organisiert. Friedenspädagogische Projekte und historisch-politische Bildungsarbeit sind ebenfalls Teil der Arbeit der JBS Golm, die wir demnächst in einem weiteren Bericht vorstellen. 

Wenn Sie sich die Live-Führung über den Golm im Nachgang anschauen wollen, ist das hier möglich. Wie sie in Stare Czarnowo in Polen aussah, sehen Sie hier

 

Katrin Kronitz-Pehl Referentin Kommunikation/Social Media