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Neue Ausstellung: Volksbund-Arbeit am Beispiel Cassino

Einweihung und Gedenkveranstaltung genau 78 Jahre nach Ende der Schlacht in Italien

Bei Cassino, wo eine der längsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges tobte, eröffnet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am 18. Mai 2022 auf dem deutschen Soldatenfriedhof eine neue Dauerausstellung. Auf den Tag genau 78 Jahre nach dem Ende der Gefechte wird der 19-jährige Pole Julian Borysławski einer der Redner sein. Seine Vorfahren kämpften auf deutscher und britischer Seite, wenn auch nicht am selben Ort. Biographien sind einer von fünf Schwerpunkten der Ausstellung, die noch erweitert werden soll.
 

Etwa 77.000 Soldaten aus rund einem Dutzend Ländern starben im Kampf um den Monte Cassino, der vom 17. Januar bis zum 18. Mai 1944 dauerte. 20.100 Deutsche liegen auf diesem Soldatenfriedhof am Hang des Colle Marino begraben. Fünf weitere gibt es in der Region. Wofür stehen die Gräber heute?

Geschichte ist niemals eindimensional – deshalb antwortet der Volksbund aus verschiedenen Perspektiven auf Italienisch, Englisch und Deutsch. Auf rund 30 Quadratmetern Fläche zeigt die Ausstellung die wichtigsten Aspekte der Volksbund-Arbeit am Beispiel der Kriegsgräberstätte Cassino, eingebettet in den historischen Kontext.
 

Entstehung bis 1965 und Funktion heute

Ein Schwerpunkt ist die Geschichte der Anlage: Bis zur Einweihung am 4. Mai 1965 waren Gefallene aus Feldgräbern, von provisorischen Truppen- und von Gemeindefriedhöfen des süditalienischen Festlandes dorthin umgebettet worden. Außerdem geht es um Geschichte, Organisation und Auftrag des Volksbundes und um diese Anlage als Ort der Begegnung

Seit 13 Jahren bringt der Landesverband Baden-Württemberg hier junge Menschen zusammen. Das Kriegsgrab als zeitgemäßer internationaler Lernort – in Cassino zeigt der Volksbund, was das heute bedeutet. Eine Terrasse mit Sonnensegel lädt künftig zu Begegnung und Diskussion ein.
 

Perspektivwechsel mit sechs Biographien

Texte, Fotos, Briefe und Dokumente sind auf Tafeln zu sehen. Außerdem gibt es einen Animationsfilm und eine interaktive Medienstation – „Talking Books“ stellen die Biographien vor. Das moderne Design der Ausstellung ist an die Region angepasst: Materialien sind Travertin aus benachbarten Steinbrüchen und Steineiche, Grundfarbe ist Olivgrün.

Biographien eignen sich besonders, um gemeinsame Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Sechs Lebenswege sind hier vorgestellt: drei von Gefallenen, drei von Überlebenden. Die deutschen Soldaten Richard Hartinger und Wilhelm Scharenberg sowie der US-Amerikaner Worth Jackson starben. Mario Forlino – ein junger Einwohner der Stadt Cassino – überlebte ebenso wie der polnische Soldat Henryk Skrzypiński.

Hermann Arndt schließlich war als deutscher Jude rechtzeitig nach Palästina emigriert und kämpfte als Zvi Aharoni in Italien in der britischen Armee. Nach dem Krieg war er als Agent des israelischen Geheimdienstes an der Festnahme Adolf Eichmanns beteiligt.
 

Aktion „19für19“ fast abgeschlossen

Die neue, vom Auswärtigen Amt geförderte Ausstellung ist eines der letzten Projekte, die zur Aktion „19für19“ zum 100-jährigen Bestehen des Volksbundes gehören. Dabei wertete der Volksbund 19 ausgewählte Kriegsgräberstätten zu besonderen Lernorten auf.

Die Ausstellung wird noch erweitert: um Medienstationen und Pulte auf dem Außengelände. Mit weitem Blick auf das vor 78 Jahren umkämpfte Liri-Tal und die Hügel ringsum sollen sie detaillierte Informationen zum Kriegsgeschehen geben und unter anderem militärhistorische Karten zeigen. Projekt-Partner des Volksbundes ist die Agentur „molitor“ aus Berlin.
 

Eröffnung mit Gedenkveranstaltung

Am 18. Mai schließt sich an die Eröffnung eine Gedenkveranstaltung an. Dabei spricht Annette Walter, Leiterin der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft in Rom, ein Grußwort. Gedenkredner ist Francesco Carlino, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Cassino. Ansprachen halten Detlef Fritzsch (Volksbund-Bundesvorstand) und Guido Wolf (Landesvorsitzender Baden-Württemberg).

Neben Julian Borysławski kommt auch die 17-Jährige Lenya Misselwitz aus Speyer zu Wort. Die Laudatio bei der Ausstellungseröffnung hält Dr. Dirk Reitz, Geschäftsführer des Landesverbands Sachsen. Die Veranstaltung endet mit einer Kranzniederlegung und dem Totensignal. Am Vortag gedenkt eine Volksbund-Delegation auf fünf weiteren Soldatenfriedhöfen der Kriegstoten der anderen Nationen.

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