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Nordafrika: Gedenkveranstaltung und Einbettung in El Alamein

Vor 80 Jahren begann die zweite Schlacht – Volksbund plant neue Ausstellung

Mit dem Afrikafeldzug in Ägypten ist ein Name untrennbar verbunden: Generalfeldmarschall Erwin Rommel. Unter seinem Befehl führte die deutsch-italienische Panzerarmee eine Offensive gegen alliierte Truppen. Die Schlachten von El Alamein forderten zahlreiche Todesopfer auf allen Seiten. Am 22. Oktober 2022, am 80. Jahrestag des Beginns der zweiten Schlacht, fand auf der deutschen Kriegsgräberstätte eine internationale Gedenkzeremonie statt. Ihr ging eine Beisetzung von fünf Soldaten voraus.
 

Hochkarätige Gäste aus Deutschland, Ägypten, Italien, Großbritannien, Frankreich und Griechenland erwartete die deutsche Botschaft als Veranstalter zum Jahrestag. Der deutsche Botschafter in Kairo, Frank Hartmann, und der Militärattaché, Oberst i.G. Dr. Jörg Friedrich, führten durch die Veranstaltung, unterstützt von einer Volksbund-Delegation.
 

Fünf Soldaten in der Wüste geborgen

Am Vortag waren fünf deutsche Soldaten auf der Kriegsgräberstätte  El Alamein würdevoll beigesetzt worden. Die Gebeine waren im März dieses Jahres bei der Quattara-Senke – circa 100 Kilometer südlich – geborgen worden (wir berichteten: Gebeine in ägyptischer Wüste gefunden). 


Metropolregion in der Wüste 

Wenn man sich eine Kriegsgräberstätte in der Wüste vorstellt, denkt man als Erstes an einen verlassenen, einsamen Ort, fernab jeglicher Zivilisation. Das stimmt schon lange nicht mehr und das Umfeld befindet sich im Wandel: Künftig steht die mächtige Totenburg inmitten einer modernen Metropole namens „New Alamein“. 

Die Gedenkstätte befindet sich nur wenige Kilometer von der ursprünglichen provisorischen Gräberanlage Tell-el-Eyssa entfernt und stand lange auf einer weiten, unbebauten Fläche. Das wird sich in naher Zukunft ändern: Durch das Bauprojekt „New Alamein“ verwandelt sich die bisher kahle Nachbarschaft in eine Millionenstadt als neuem Stadtteil.

Zwischen Küste, Wüste und Präsidentenpalast entstehen Kultureinrichtungen, Hotelanlagen und neue Straßen. Eine dieser Straßen wird auch die deutsche Kriegsgräberstätte an die Metropolregion anschließen – der Teer wurde schon gegossen.
 

Ziel: Moderner Ort der Erinnerung

Metropolen ziehen internationales Publikum an, höhere Besucherzahlen sind in der Region und somit auch für die Kriegsgräberstätte zu erwarten. In diesem Wandlungsprozess will der Volksbund auch die Vermittlungsansätze der Gräber- und Gedenkstätte neu ausrichten.

Die Anlage soll ein moderner Ort der Begegnung und der Erinnerung werden, der deutsche Geschichte erklärt und einem internationalen Publikum den Zugang dazu erleichtert – denkbar ist zum Beispiel auch ein Besucherzentrum.

Für Baumaßnahmen auf der Kriegsgräberstätte, die eine einheimische Architektin überwacht, ist Daniela Lehmann (Leiterin des Referats Bau beim Volksbund) verantwortlich. Die Bundeswehr unterstützt mit einem Arbeitseinsatz von Soldaten.
 

„Ausstellung eine Herausforderung“

 „El Alamein ist für uns eine Herausforderung“, sagt Danny Chahbouni, Fachverantwortlicher für Ausstellungen beim Volksbund. „Bisher haben wir keine Erfahrungen mit der Entwicklung von Gedenkstätten in Nordafrika. Die klimatischen Bedingungen stellen ganz andere Anforderungen an Ausstellungsmöbel und wir müssen uns auf andere Zielgruppen als sonst einstellen. Darüber schwebt die Frage, wie jenseits von Mythen die Geschichte des deutschen Afrika-Feldzuges in einer angemessenen Form erzählt werden kann.“


Anlage 1959 eröffnet

Die Kriegsgräberstätte am nördlichen Küstenstreifen Ägyptens gehört zu einer der ersten Anlagen, die nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet wurden. Konzipiert hat sie Architekt Robert Tischler, der auch die Totenburg im libyschen Tobruk entwarf. 1959 wurde der Zentralbau in El Alamein aus hellem Kalkstein im Stil einer achteckigen Totenburg errichtet.

Die Architektur erinnert an das berühmte Castel del Monte im Südosten Italiens. In der Gedenkstätte befinden sich die Gruftkammern der Kriegstoten, Gedenksteine in Sarkophag-Form und Bronzetafeln mit den Namen der Bestatteten. Mehr als 4.200 Soldaten ruhen auf dieser Anlage. 

Über die Beisetzung und die Gedenkveranstaltung finden Sie aktuelle Berichte in den sozialen Medien. Ein ausführlicher Beitrag an diese Stelle folgt im Nachgang. 

Simone Schmid Referentin Kommunikation/Social Media

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