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Notausbettung auf der Krim

Volksbund exhumiert Gebeine von Weltkriegssoldaten im Garten des Khanpalastes

Der Khanpalast von Bachtschyssaraji auf der Krim ist weltberühmt. Nun wurden im Garten des Palastes die sterblichen Überreste von 114 Wehrmachtssoldaten geborgen.
 

Die Wehrmacht hatte 1941 dort einen Friedhof angelegt und Gefallene bestattet. 2008 konnten Mitarbeiter des Volksbund erstmals dort exhumieren und fast zwei Drittel der Toten bergen. Nur unter den Gehwegen im Park des Khanpalastes durfte nicht gegraben werden. Die Behörden wollten damals die gepflasterten Gehwege nicht ruinieren. Doch darunter lagen noch immer tote Soldaten. 
 

Eilige Exhumierungen

Notwendige Sanierungsarbeiten ermöglichten es, dass Mitarbeiter des Volksbundes nun kurzfristig die restlichen Gräber suchen und die Toten exhumieren durften. Das alte Pflaster der Gehwege musste aufgenommen und erneuert werden. Im Zuge dieser kurzfristigen Sanierung wurde auf Wunsch der Grundbesitzer – da bekannt war, dass dort noch Tote liegen – die Genehmigung für die Notausbettung erteilt.

Nun war Eile geboten. Die Exhumierungen mussten bis Ende Dezember – also innerhalb von zwei Wochen – durchgeführt werden. Der regional zuständige Mitarbeiter des Volksbundes organisierte die Arbeiten vor Ort und stellte zusätzlich zwei Ortskräfte ein. So konnten die Gebeine von insgesamt 114 Soldaten geborgen werden.
 

Mehrere Erkennungsmarken gefunden

Sie wurden auf den Sammelfriedhof in Sewastopol-Gontscharnoje gebracht und sollen dort bei nächster Gelegenheit eingebettet werden. Auch mehrere Erkennungsmarken wurden gefunden. Die Volksbund-Mitarbeiter hoffen, dass zumindest einige der Toten identifiziert werden können.

Zum aktuellen Zeitpunkt wird die Gebeinaufnahme durchgeführt. Dabei werden die Knochen genau untersucht, um Alter, Größe, Verwundungen und weitere individuelle Merkmale der Toten festzustellen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in die Umbettungsdokumentationen aufgenommen und sind Grundlagen für eine mögliche Identifizierung.
 

Drei Gebeinübergaben 

Auf der Krim nahm der Volksbund im vergangenen Jahr außerdem drei Mal Gebeine von deutschen Kriegstoten entgegen.  Im Depot in Gontscharnoje befinden sich seit 2021 außerdem noch die Gebeine von 29 Toten, die bisher nicht beigesetzt werden konnten.

Doch nicht nur der Fund ist spektakulär, sondern auch der Fundort. 
 

Khanpalast von Bachtschyssaraji

Er hat eine besondere Geschichte: Das Oberhaupt der Krimtataren, Khan Mengli Girej, ließ im 16. Jahrhundert den Palast errichten, an dem etliche Baumeister lange Zeit arbeiteten. Auf dem Gelände liegen der Harem, eine Moschee und der Friedhof der Khane. Berühmt ist der „Tränenbrunnen“.

Aus Trauer um den Tod seiner Lieblingsfrau, die angeblich von einer Nebenbuhlerin ermordet worden war, ließ der Khan die Fontäne errichten, aus der ständig „Tränen“ quellen. So erzählt es zumindest die Legende, die auch Alexander Puschkin zu seinem tragischen Poem „Die Fontäne im Palast von Bachtschisaraj“ inspirierte.
 

Alle übrigen Bauten abgerissen 

Vielleicht war es diese romantische Geschichte, die Katharina II. bewog, den Khanpalast als einzigen krimtatarischen Bau stehen zu lassen, während auf ihren Befehl hin alle anderen abgerissen wurden.
 

 

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