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Pomezias Pinien retten

Volksbund-Team bekämpft Schädlinge, die die Bäume auf italienischer Kriegsgräberstätte gefährden

Eine Kriegsgräberstätte ist nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern häufig auch ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt. Das gilt auch für die italienische Kriegsgräberstätte Pomezia, wo 27.490 Kriegstote begraben sind. Sie liegt an der Straße von Latina nach Rom, 26 Kilometer südöstlich der Hauptstadt. Dieser Ort ist eine grüne Oase. Dafür sorgen auch die vielen duftenden Pinien. Doch diese Idylle ist gefährdet. 

Rund 250 Pinien wurden von einer neu eingewanderten Schildlausart befallen. Die „Toumeyella parvicornis“ ist vermutlich von Florida aus nach Italien gelangt. Ursprünglich stammt sie aus Mexiko. „Im Juli war noch nichts zu sehen“, sagt Sigfried Grund. Er leitet das Referat Pflege in der Volksbund-Abteilung Gräberdienst. „Allerdings sind die Pinien auch gut 25 Meter hoch, da kann man von unten wenig erkennen“.
 

Klimawandel stresst und schwächt Bäume

Wie konnte es zu diesem Schädlingsbefall auf der Kriegsgräberstätte Pomezia kommen? Siegfried Grund erklärt die Gründe: Die Pflanzen seien gestresst und geschwächt durch die Folgen des Klimawandels: die hohen Temperaturen, Wasser- und Nährstoffmangel, eine ungünstige Wurzelbildung … Bedeutet das, die Bäume bekommen zu wenig Wasser und Dünger? Siegfried Grund lacht: „Das könnte man glauben. Aber Bäume sind bequem. Wenn sie Wasser und Dünger ohne große Probleme bekommen können, also gut gewässert und gedüngt werden, dann bilden sie keine Wurzelgeflechte in die Tiefe, sondern nur bis dahin, wo sie an alles kommen, was sie benötigen.“

Die Schildlaus schädigt nicht nur durch das Saugen von Zellsaft an Nadeln und jungen Trieben und schwächt die Bäume damit, sie überträgt auch Pilze und Bakterien. Auf dem klebrigen Honigtau, den die Schildläuse absondern, siedeln sich außerdem gerne Rußpilze an, die die Photosynthese beeinträchtigen. 
 

Schneiden und spritzen

Schnelles Handeln war gefragt und inzwischen sind die notwendigen Maßnahmen angelaufen. Um die Schädlingslast zu reduzieren, müssen die Bäume von Totholz befreit und geschnitten werden. Das Schnittgut wird verbrannt. Dann werden die Bäume mit einem Insektizid behandelt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten.

In einem Injektionsverfahren wird ein Insektengift in den Stamm gespritzt. Von dort fließt das Gift durch die Leitungsbahnen bis in die Blatt- oder Nadelspitzen. Die zweite Möglichkeit: Bei einem systemischen Mittel wird das Insektizid auf die Blätter und Nadeln gespritzt. Diese Methode kommt aber für Pomezia aufgrund der Höhe der Gehölze nicht in Frage. Und: Dieses Verfahren kann auch andere Nützlinge gefährden, was das Team um Siegfried Grund wann immer möglich vermeiden möchte. 
 

Im Frühjahr wiederholen

Was kostet das Ganze? Grund erklärt: „Allein die Behandlung mit dem Insektizid kostet 15.000 Euro. Dazu kommt noch der Baumschnitt, das sind nochmal 25.000 Euro. Wenn wir die Bäume retten wollen, müssen wir das so schnell wie möglich tun. Und um einem Wiederbefall vorzubeugen, müsste man eigentlich alle Bäume im Umkreis von fünf Kilometern gleich mit behandeln. Diese Bäume gehören allerdings der Gemeinde und anderen Anliegern.“

Um einen langfristigen Erfolg zu erzielen, müsse eine zweite Behandlung im kommenden Frühjahr folgen, sagt der Referatsleiter. „Für uns ist es jetzt wichtig, dass wir Pomezias Pinien retten und diesen besonderen Ort so erhalten, wie er ist“.

Die Arbeiten werden noch ein bis zwei Wochen andauern.
 

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