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Was bleibt: ein Ehering und eine Grabflasche

In Litauen nahe der lettischen Grenze bettete ein Team des Volksbundes 20 deutsche Kriegstote aus

78 Jahre nach ihrem Tod sind südlich der lettischen Stadt Daugavpils (Dünaburg) bei laufenden Arbeiten 20 deutsche Soldaten ausgebettet worden. Auf die Spur führte der Toten führte das gute Gedächtnis einer Zeitzeugin.
 

Der sicherlich auffälligste Fund der Umbetter auf dem Soldatenfriedhof ist eine grüne Grabflasche mit einem Zettel, der eine Identifizierung des Toten ermöglicht. Erste Recherchen zeigen: Der Gefreite starb mit 20 Jahren am 24.7.1944. Außerdem fanden sie zwölf Erkennungsmarken und einen Ring.

Das Archäologen-Team geht davon aus, dass in vier Reihen schätzungsweise 40 Gräber zu finden sind. Bei einigen der Toten wurden noch die Überreste ihrer Stiefel gefunden. Möglicherweise handelt es sich sowohl um Soldaten, die im Lazarett starben als auch um Soldaten, die im Feld fielen.

Die Lage des deutschen Soldatenfriedhofes aus dem Zweiten Weltkriegs im Dorf Kunoti, Bezirk Zarasu, war schon länger bekannt und wurde in das Register der geschützten Kulturgüter aufgenommen. Aber es gab bislang keine Informationen über die Größe des Friedhofs, auch nicht, wie viele Soldaten dort bestattet wurden.
 

Aufruf über die lokalen Zeitungen

Der Volksbund arbeitet in Litauen mit dem “Kulturwerte Schutzdienst” zusammen. Dieser wandte sich im Frühling dieses Jahres über lokale Zeitungen an die Einwohnerinnen und Einwohner vieler Bezirken Litauens. Wer etwas über die Bestattungen deutscher Soldaten wissen, möge sich bitte an diese Organisation wenden und sie informieren.

Daraufhin meldete sich eine Einwohnerin, Jahrgang 1937, die im Dorf Mierkių geboren wurde und dort ihre Kindheit verbracht hatte. Sie erinnerte sich und erzählte Mitarbeitern von „Kulturwerte Schutzdienst“, dass nachdem die deutschen Soldaten in ihrem Elternhaus ein Hauptquartier errichtet hatten, ihr Vater begonnen habe, einen Bunker für die Familie in der Nähe des Vencavos-Sees zu graben. Durch das intensive Graben hätten sich Blasen an seinen Händen gebildet, die sich entzündeten und in der Folge Wundbrand entwickelten. Die deutschen Soldaten wollten ihm helfen und brachten ihn an die Front in ein Feldlazarett in Baltriškii am Fluss Šventoji.
 

Holzkreuze mit deutschen Namen

Die Front verlief entlang des Flusses Šventoji. Die getöteten Soldaten wurden zur Bestattung in das Dorf Kunoti gebracht. Doch wer die Toten begraben habe, daran könne sie sich nicht erinnern. Wahrscheinlich, so vermutet sie, haben die Deutschen ihre Toten begraben. Denn die Dorfbewohner hatten sich aus Angst versteckt. Auf dem Friedhof befanden sich Holzkreuze, auf denen mehrere Familiennamen in schwarzer Schrift auf Deutsch geschrieben waren. An den Kreuzen waren Helme aufgehängt.

Die Zeitzeugin kann sich nicht mehr genau erinnern, wie viele Reihen es waren, aber es könnten, so ihre Vermutung, etwa 20 bis 30 Gräber gewesen sein. Und an noch etwas erinnert sie sich: Ein deutsches Flugzeug wurde in der Nähe des Gehöfts Bilaiši in der Nähe des Friedhofes abgeschossen. Es lag lange Zeit im Wald, das Schicksal des Piloten ist unbekannt. Möglicherweise liegt auch er auf dem Friedhof von Kunoti begraben.
 

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