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Zwei ungewöhnliche Funde

50 Granaten in Posen und Flugblätter in Moldawien

Kassel, 19. Dezember 2011 - Dass unsere Kollegen vom Umbettungsdienst, wenn sie eine Grablage öffnen, nicht nur menschliche Gebeine, sondern auch manch Ungewöhnliches finden, ist nichts Neues. Etwas aus dem Rahmen fallen dabei allerdings die 50 Granaten, die vor wenigen Wochen Tomasz Czabanski im Stadtgebiet von Posen ausgrub.

Wegen der Erdarbeiten an den Straßenbahngleisen in der Grunwaldzka Straße erhielt er die Erlaubnis zum Exhumieren. Seit Jahren vermutete Czabanski dort ein Massengrab. Außer den Gebeinen von 22 deutschen Soldaten fand er auch die noch scharfen Geschosse. Mitarbeiter des polnischen Munitionsbergungsdienstes entsorgten schließlich diese gefährlichen Relikte des Zweiten Weltkrieges.

Czabanski ist Leiter der Suchgruppe , die im Auftrag des Volksbundes arbeitet. Jetzt wartet er darauf, dass auch der Rest der Straße umgebaut wird. Denn auch dort vermutet er weitere Gebeine.

EinVorder- und Rückseite des Flugblattes anderes Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg erreichte uns in diesem Sommer aus Moldawien. Eine einheimische Suchgruppe war auf eine sowjetische Propagandagranate gestoßen, die offensichtlich nicht explodiert war. Sie enthielt Flugblätter aus dem Jahr 1944, in denen die deutschen Soldaten zum Überlaufen aufgerufen wurden.

Eindrücklich schildert das Papier die militärischen Erfolge der Alliierten an allen Fronten, um den deutschen Truppen die Sinnlosigkeit des Durchhaltens vor Augen zu führen. Am Ende des Textes heißt es: „Entweder Ihr rettet Euer Leben in die russische Gefangenschaft und kehrt gleich nach dem Krieg heim oder Ihr bleibt in der todgeweihten Hitlerarmee und erleidet sinnlos den Tod.“ Das muss für die deutschen Soldaten eine beklemmende Lektüre gewesen sein.

Der Blindgänger vor einigen Tagen im Rhein und immer wieder neue Bombenfunde in großen Städten, ein Panzer im Mühlendamm in Rostock, all die noch zu bergenden Flugzeuge und vor allem abertausende verscharrte oder verschüttete Menschen – die Archäologen der Kriege haben noch viel zu tun.

Fritz Kirchmeier

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