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Engagiert, kreativ und auf Abstand bedacht

Haus- und Straßensammlung 2020 für den Volksbund – eine Länderrundschau

Läuft alles wie immer? Das wäre zu schön gewesen im Herbst bei der Haus- und Straßensammlung für den Volksbund. An unzähligen Orten waren das Gespräch an der Haustür oder die Begegnung in der Fußgängerzone wegen der Pandemie nicht möglich. Und doch taten die Landesverbände alles, um trotzdem so viel Geld wie möglich zu sammeln. Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die 2019 allein rund zwei Millionen Euro gesammelt hatten, standen zwar in den Startlöchern, durften dann aber vielerorts doch nicht losziehen. Aber: Unzählige ehrenamtlich Engagierte sorgten – einzeln oder in Gruppen – mit Kreativität und Motivation dafür, dass die Einbußen nicht noch dramatischer waren. Und manch einer oder eine war im Pandemie-Herbst zum ersten Mal für den Volksbund unterwegs.

Knapp 2.100.000 Euro (Stand 16.3.2021) kamen 2020 brutto zusammen und damit fast zwei Drittel weniger als im Vorjahr (2019: rund 5.480.000 Euro). „Alles in allem hat die Krise auch ein Gutes: Selten wurde deutlicher, wie groß die Unterstützung ist, die der Volksbund in Bevölkerung und Politik genießt“, zog der Landesgeschäftsführer von Nordrhein-Westfalen, Stefan Schmidt, Bilanz – und sprach damit aus, was nicht nur er erlebte. Berichte aus den Landesverbänden von Bayern bis Bremen, von Sachsen bis Rheinland-Pfalz zeigen, was alles möglich war in diesem Ausnahmejahr. 

Baden-Württemberg

Gebirgsjägerstöcke und Briefumschläge waren in Baden-Württemberg unter anderem die Mittel der Wahl. Die Reinstetter Reservistenkameradschaft aus dem Landkreis Biberach sammelte mit einer Briefaktion 10.500 Euro. Und das ging so:

Vorsitzender Peter Kasper sorgte mit der Volksbund-Geschäftsstelle in Konstanz dafür, dass ein Spendenschreiben – 4.500 Briefe und Kuverts – für die Haushalte in 42 Sammelbezirken gedruckt und verteilt wurden. 10.500 Euro an Spenden bis Anfang Januar sind für Peter Kasper ein Zeichen dafür, wie tief das Vertrauen in die Haussammlung in der Bevölkerung verankert ist. Die Reservisten Reinstetten gehören mit mehr als 20.000 Euro Spenden im Durchschnitt zu den erfolgreichsten Gruppen in Deutschland.

Persönliche Begegnungen machte Erfindungsreichtum andernorts möglich: In Lahr in Südbaden gingen Reservisten der Gebirgsjägerkameradschaft mit Sammelbüchsen an Stöcken auf Abstand. In Calw in Nordbaden waren Holzlatten und ein Eimer als übergroße Sammelbüchse im Einsatz. An Friedhöfen in Baden-Württemberg waren an Allerheiligen Tische aufgestellt und in Konstanz und Singen in Südbaden sammelten die hauptamtlich Beschäftigten des Volksbundes.

Bayern

In Bayern bestens bewährt ist und bleibt die Sammlung mit Dosen und Listen. Mit personalisierten Briefwurfsendungen ließ sich der Unterstützerkreis signifikant ausbauen. Als Beispiel für die Bundeswehr sei der Spendenaufruf des Kommandeurs im Landeskommando Bayern, Brigadegeneral Thomas Hambach, an die Bürgerinnen und Bürger der bayerischen Bundeswehr-Standorte genannt. Zudem folgten landesweit 431 Soldaten-, Reservisten- und Traditionsvereine der Bitte der Bezirksgeschäftsstellen, dort, wo kein persönlicher Kontakt möglich war, vereinsintern zu sammeln oder aus der Vereinskasse zu spenden. Der Erlös: 63.250 Euro.

Und es gab hervorragende Einzelergebnisse: Heinz Holzapfel vom Veteranen- und Soldatenverein Großmehring in Oberbayern beendete sein Engagement erneut mit einem – nicht nur persönlichen – Rekordergebnis. Mit 8.010 Euro sammelte er sogar 910 Euro mehr als 2019. Gegenüber dem „Großmehringer Amtsblatt“ sagte er: „Viele Leute waren heuer nicht im Urlaub. Sie sagten: Da geb ich Dir diesmal etwas mehr!“

Insgesamt schaffte der Landesverband Bayern rund 971.000 Euro und damit 45 Prozent des Vorjahresergebnisses. „Unter den Bedingungen und mit Blick darauf, dass mit 3.775 Ehrenamtlichen nur rund ein Drittel der Sammlerinnen und Sammler unterwegs war, ist das ein mehr als respektables Ergebnis“, sagte Landesgeschäftsführer Jörg Raab. „Auch in der Krise war die Spendenbereitschaft für den Volksbund ungebrochen.“ Die Patenschaft für die Sammlung hatte Bundesfinanzminister a.D. Dr. Theo Waigel übernommen, dessen Bruder August auf der Kriegsgräberstätte des Volksbundes in Niederbronn im Elsass ruht.

Berlin

Er sammelte unverdrossen, wo immer es ging: Sven Herchet, der als Reservist in Berlin mit mehr als 3.000 Euro jährlich zu den „Supersammlern“ zählt. Viele Veranstaltungen, bei denen sich sonst die Volksbund-Spendendose füllt, wurden abgesagt. Aber wer ihn am Volkstrauertag vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und am Vortag am Standortfriedhof Lilienthalstraße gesehen und erlebt hat, ist leicht von enormer Motivation und Ausdauer zu überzeugen.

In Bundeswehr-Einheiten, die  nicht außerhalb der Kasernentore sammeln durften, machten viele Soldatinnen und Soldaten aus der Not eine Tugend. Hauptfeldwebel Arne Schimmrigk vom Kommando Luftwaffe etwa ging von Dienstzimmer zu Dienstzimmer und bat um Spenden. Hoher persönlicher Einsatz und direkte Ansprache zahlten sich aus. Insgesamt kamen im Landesverband Berlin knapp 70 Prozent des Vorjahresergebnisses zusammen.

„In dieser Zeit halten wir Abstand bei der Sammlung, aber wir halten keinen Abstand bei der Arbeit für den Frieden.“

Rolf Reimers, früherer Landesgeschäftsführer in Bremen

Bremen

In Bremen und Bremerhaven zeigt sich die Spendenbereitschaft an den Friedhöfen. Dort ist der Volksbund traditionell im Sammelzeitraum dank ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer vertreten, und Abstand halten war hier leicht. Zwar stoppte die Pandemie Bundeswehr und Reservisten, doch einige machten als Privatpersonen mit. Rolf Reimers, der frühere Landesgeschäftsführer, stellte eine Spendendose auf eine Säule in Volksbund-Farbe und erzielte wie in den Vorjahren wieder ein sehr gutes Ergebnis. „In dieser Zeit halten wir Abstand bei der Sammlung, aber wir halten keinen Abstand bei der Arbeit für den Frieden“, sagte er.

Hessen

In Hessen tat der Volksbund gleich mehrere neue Wege auf: Kommunen, die pandemiebedingt auf die Sammlung verzichteten, bat der Landesverband um Spenden. Viele Städte und Gemeinden reagierten positiv und unterstützten den Volksbund zum Teil erstmals.

Mit einem erweiterten Anschreiben und dezidierter Auswertung war die Regionalstelle Hessen-Nord beauftragt: Dr. Bettina Dodenhoeft sollte diejenigen Gemeinden im Regierungsbezirk Kassel anschreiben, in denen in den vergangenen Jahren niemand mehr gesammelt hatte. Mit der Bitte um eine Spende informierte sie die Bürgermeister darüber, auf welchen Kriegsgräberstätten im Ausland frühere Mitbürger begraben oder namentlich verzeichnet sind. Die Gemeinde Körle etwa antwortete: „Es war interessant, die konkreten Beispiele von Kriegsgräberstätten aus unserer Gemeinde zu lesen, die stellvertretend für die wichtige Arbeit des Volksbundes stehen.“ Die Kommune spendete 300 Euro, informierte in ihrer „Bürgerzeitung“ über die Volksbund-Arbeit und rief ihrerseits zu Spenden auf.

Außerdem sammelten manche 2020 erstmals als Ehrenamtliche und brachten es in zwei Fällen sogar auf 500 Euro Erlös. Bundeswehr und Reservisten eines Landkreises wünschten sich einen auf die Sammlergruppe und die Region zugeschnittenen Flyer, den der Landesverband produzierte. Sie warfen ihn in die Briefkästen und baten um Überweisung. Einzelne regelmäßige Sammler waren – trotz der Hygiene-Beschränkungen - überaus erfolgreich: So sammelte der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes 1.734 Euro, und in Dillenburg war der bewährte Sammler mit der Drehorgel wieder unterwegs. In Offenbach schließlich engagieren sich seit 30 Jahren dieselben Akteure und taten das auch in diesem schwierigen Jahr. „Das macht Mut für 2021“, so Landesgeschäftsführerin Viola Krause.

Mecklenburg-Vorpommern

2.175 Euro waren es schließlich: Damit erzielten die Angehörigen der Marinetechnikschule  Parow das bundesweit beste Sammlungsergebnis trotz der abgesagten Haus- und Straßensammlung. Dafür und für das Engagement in den zurückliegenden Jahren gab es die Ehrenplakette in Gold. Mehr Informationen finden Sie auf der Länderseite Mecklenburg-Vorpommern.

Niedersachsen

Unermüdlich wie jedes Jahr drehte Oberstleutnant d.R. Günter Hibbing seine Runden in Bad Fallingbostel, Walsrode, Bockhorn und seinem Wohnort Düshorn. Vorausschauend war er bereits im September gestartet und steuerte mit 12.500 Euro rund 35 Prozent der Gesamtsumme der aktiven Truppe und der Reservisten in Niedersachsen bei. Für sie war die Sammlung wie überall auf die Kasernen beschränkt.

Seit 13 Jahren wird Günter Hibbing von Landrat Manfred Ostermann unterstützt und an einem Tag begleitet. „Solange ich laufen kann, werde ich auch weitersammeln“, sagt der 80-Jährige. Zufrieden war er nicht mit dem Ergebnis, hatte sein Engagement als bester Einzelsammler Niedersachsens in den vergangenen Jahren doch stets zwischen 20.000 und 25.000 Euro für den Volksbund erbracht.

Neu war eine Online-Spendenaktion der Bundeswehr zusammen mit der Stadt Munster, denn einfach ausfallen lassen, war keine Option. „Stattdessen muss es eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung geben“, hatte der Standortälteste, Brigadegeneral Ullrich Spannuth, gesagt. Bundeswehr und die Bürgermeisterin Christina Fleckenstein beschlossen daraufhin die Spendensammlung online mit Informationen auf der Homepage der Stadt.

„Wir werden die Sammlung so bald wie möglich nachholen“, ergänzte Ullrich Spannuth. Geplant ist das für Niedersachsen für Ende April, sofern es die Pandemie zulässt.

Nordrhein-Westfalen

„Mehr als zu erwarten war“, zog Landesgeschäftsführer Stefan Schmidt mit Blick auf die Summe Bilanz für Nordrhein-Westfalen. Dass es doch noch etwa ein Fünftel des Ergebnisses von 2019 war, sei dem Engagement vieler Ehrenamtlicher zu verdanken: Kreisgeschäftsführer verschickten Pressemeldungen, Soldatinnen und Soldaten sammelten in den Kasernen, Ortverbände brachten Postwurfsendungen auf den Weg – in der 1.900-Einwohner-Gemeinde Bedburdyck im Rhein-Kreis-Neuss kamen so sogar 1.237 Euro zusammen. Dem Einfallsreichtum einiger Reservisten ist es zu verdanken, dass sich Sammeldosen in Geschäftsräumen und in Pavillons mit 6.844 Euro füllten.

Als sich die dramatischen Einbußen abzeichneten, bat der Landesverband den Landtag um Hilfe – mit Erfolg: In der letzten Sitzung des Jahres stimmte das Parlament für eine Sonderzuweisung aus dem Landeshaushalt 2021 in Höhe von 300.000 Euro.

Schleswig-Holstein

An die Stelle der Touren von Haus zu Haus rückten vielerorts feste „Sammelpunkte“ vor Geschäften oder auf öffentlichen Plätzen. Auf diese Weise sammelten etwa die Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ aus Kropp fast 10.000 Euro. In Preetz und Umgebung waren es die Reservisten der Reservistenkameradschaft Preetz, die trotz aller Einschränkungen auf fast 3.000 Euro kamen. In Ostholstein waren die Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 "Holstein" aus Eutin wie gewohnt in den Patengemeinden der Kompanien präsent. Fast 7.000 Euro waren dort das Ergebnis, nicht zuletzt dank der engen Verbindungen zu den Gemeinden. Auch in Kiel, Flensburg, Rendsburg und einigen weiteren Regionen, wie etwa im Bereich des Standortes Todendorf an der Ostsee, war Sammeln zumindest eingeschränkt möglich.

Dazu kamen diverse Aufrufe in Zeitungen, teils unmittelbar von den „verhinderten“ Sammlern initiiert, wie im Bereich der Standorte Neustadt/Holstein oder Leck/Stadum in Nordfriesland.
In vielen Regionen hieß es außerdem „Flyer statt Sammlung“: 24 verschiedene regionale Flyer mit der Bitte um Spenden druckte der Landesverband dafür – insgesamt mehr als  63.000 Stück – und brachte zusätzlich noch sechs Varianten online auf den Weg. Freiwillige sorgten dafür, dass sie verteilt, ausgelegt und per Mail verschickt wurden. Ergebnis: über 11.000 Euro.

Besonders bemerkenswert hier das Ergebnis im Ortsverband Quern an der Flensburger Förde, wo sonst eine kleine Gruppe von zumeist älteren Bürgerinnen und Bürgern ihre Mitmenschen direkt um Spenden bittet. Die stattdessen von ihnen unterzeichneten und verteilten Flyer erbrachten knapp 1.900 Euro an Spenden, womit die Gruppe dort fast das letztjährige Sammelergebnis erreichte. 

Thüringen

Wenig Einbußen verzeichnete Thüringen trotz schlechter Prognosen. Besonders aktiv waren Schülerinnen und Schüler der Regelschule Niederorschel, die als einzige Schule landesweit seit mehreren Jahren für den Volksbund sammelt. 600 bis 1.500 Euro war die Spanne im Rückblick bis 2011. Jetzt kamen sogar 3.000 Euro zusammen.

Erfolgreichste Bundeswehreinheit in Thüringen war die 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 391 in Bad Salzungen mit rund 1.800 Euro. Der Standort Bad Salzungen sammelte rund 8.500 Euro und steht damit an der Spitze der sechs Thüringer Bundeswehrstandorte. Die höchste Gemeindespende (600 Euro) erhielt der Volksbund auf Initiative des Bürgermeisters Rolf Frühauf vom Ortsteil Hörselgau/Gemeinde Hörsel im Landkreis Gotha. 

Seit vielen Jahren spendet das ökumenischen Benediktinerkloster St. Wigberti in Werningshausen/Thüringen auf Initiative von Bruder Klaus (Gohde), einem Volksbund-Mitglied. 2020 waren es 200 Euro. „In der Regel verdanken wir solche besonderen Erträge individuellem Engagement einzelner“, sagt Landesgeschäftsführer Henrik Hug.

Digitale Spendendose

Ergänzend zur Haus- und Straßensammlung hat der Volksbund eine digitale Spendendose auf den Weg gebracht. Sie bleibt im Umlauf. Mit Blick auf die Einbußen der Sammlung 2020 um fast zwei Drittel bittet der Volksbund gerade auch jetzt weiter um Unterstützung. Der gemeinnützige, mehr als 100 Jahre alte Verein finanziert seine Arbeit vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

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