Nachricht
2. Deutsch-französischer Comic-Wettbewerb
Die Hoffnung stirbt zuletzt
24. Juli 2019

Stettin (heute Szczecin) im Jahr 1944: Die Stadt an der Oder wird mehrfach Ziel von massiven Luftangriffen durch die britische Royal Air Force. Stettin ist in großen Teilen zerstört, die Bevölkerung flieht.

Von der Flucht aus Stettin und dem folgenden Irrweg einer Familie durch Deutschland erzählt der Gewinnercomic des zweiten deutsch-französischen Comic-Wettbewerbs „Den Schrecken überwinden. Wiederaufbau und Neuanfang“. Dieser wurde bereits zum zweiten Mal vom Volksbund und seiner französischen Partnerorganisation L'Office national des anciens combattants et victimes de guerre (ONAC VG) abgehalten.

Julian Binder, Defne Cetin, Maureen Osthues und Yves Fürst von Sayn-Wittgenstein, allesamt Schüler*innen der 12. Klasse vom Martinus-Gymnasium Linz am Rhein, haben den ersten Platz in der Kategorie „Gruppenbeitrag“ gewonnen. Als Preis erwartet sie ein spannendes Wochenende in Berlin rund um den Volkstrauertag im November 2019.

Auch in diesem Jahr wurden die anonymisierten Comics an Hand von verschiedenen Kriterien bewertet. Neben der künstlerischen Qualität und Originalität spielten auch die Aspekte der historischen Recherche sowie der Erzähltechnik eine wichtige Rolle. Der Gewinnercomic „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ beruht zum großen Teil auf der wahren Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, das mit ihrer Familie aus Stettin fliehen musste. Der Comic erzählt von dem langen Suchen nach einem neuen Zuhause, den vielen Entbehrungen und schlussendlich vom unverhofften Wiederfinden des Großvaters nach längerer Zeit. Die Schüler*innen überzeugten die Jury vor allem durch die Qualität ihrer Zeichnungen und die transportierten Emotionen. Den zweiten Platz in der Kategorie „Gruppenbeitrag“ belegten die Schüler*innen der Marienschule der Ursulinen in Bielefeld mit ihrem Comic „Die Geschichte wiederholt sich“, den dritten Platz belegte ebenfalls eine Gruppe derselben Schule mit dem Comic „Der verlorene Sohn“.

In der Kategorie „Einzelbetrag“ überzeugte die Jury am meisten „Vergangenes verblasst nie“ von Lisa Heuner vom Dreilinden-Gymnasium Berlin. Der Hauptpreis in dieser Kategorie ist die Teilnahme an einem deutsch-französischen Workcamp im Sommer 2020. Die Schülerin erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie während des Nationalsozialismus. Um die Tochter vor der Deportation zu retten, wird sie in die Schweiz geschickt und dort von einer Familie adoptiert. Die Erfahrungen der Flucht, Vertreibung und Demütigung prägen die Hauptprotagonistin sehr: Auch im hohen Alter verteidigt sie Menschen gegen Diskriminierung und Demütigungen. Ein beeindruckender Comic, der berührt und zur Mitmenschlichkeit aufruft!

Den zweiten Platz erreichte Laura Sichmar vom Lessing-Gymnasium in Mannheim. Der dritte Platz ging an das Comic „Stunde 1- Schatten der Vergangenheit“ von Lilli Hoffmann vom Gymnasium auf dem Karthause in Koblenz.

Die diesjährige Jury bestand aus dem Graphic-Novel-Zeichner Peter Eickmeyer, der Buchautorin Gaby von Borstel, den Volksbund-Bildungsreferent*innen Sophie Hollop und Sebastian Steinebach sowie Valentina Appel (Siegerin des Wettbewerbs 2018 in der Kategorie „Gruppenbeitrag“) und Taissir Aboulaye (Drittplatzierte in der Kategorie „Gruppenbeitrag“ 2018).

Peter Eickmeyer, Gaby von Borstel, Taissir Aboulaye, Sophie Hollop, Valentina Appel und Sebastian Steinebach (v. l.) freuten sich über die Vielzahl sowie die Qualität der eingereichten Comic-Zeichnungen.

Wir gratulieren den Gewinner*innen des Wettbewerbs 2019 sehr herzlich und freuen uns auf viele interessante Einsendungen für den Wettbewerb 2020. Dieser steht unter dem Motto „Setz' dich ein - Demokratie lebt durch uns!“ und findet vom 01. September 2019 bis 30. Mai 2020 statt.

Mehr Informationen gibt es dann unter www.volksbund.de/mediathek/mediathek-detail/zeichnen-gegen-das-vergessen.html

Und hier können Sie einen Blick auf die preisgekrönten Comics werfen – es lohnt sich:

Lisa Heuner: "Vergangenes verblasst nie"

Lilli Hoffmann: "Stunde I - Schatten der Vergangenheit"

Laura Sichma: "Ohne Titel"

Martinus-Gymnasium Linz a.R: "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Marienschule Bielefeld: "Die Geschichte wiederholt sich"

Marienschule Bielefeld: "Der verlorene Sohn"