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Auf den Spuren zweier Weltkriege: Gedenkorte und Denkmäler im Kreis Paderborn
Abschluss des Schulwettbewerbs
27. Februar 2020
  • Paderborn

Paderborn. Sie erinnern daran, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich sind. Auch im Kreis Paderborn stehen zahlreiche Denkmäler, die an die Millionen von Toten zweier Weltkriege erinnern. Die meisten Menschen gehen achtlos an ihnen vorbei. Irgendwie hat man sich an die steinernen Zeitzeugen gewöhnt. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Kreisverband Paderborn, möchte die Geschichten und Schicksale dahinter wieder „zum Sprechen bringen“ und gerade für jüngere Generationen sichtbarer machen. Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 19 Jahren waren im Rahmen des Wettbewerbs „Gedenkorte und Denk(!)-mäler im Kreis Paderborn "dazu eingeladen, sich mit geöffnetem Blick auf die Spuren zweier Weltkriege zu begeben. Drei Schulen überzeugten dabei besonders mit ihren Beiträgen: Landrat Manfred Müller als Kreisvorsitzender des Volksbundes und Hubert Böddeker, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Sparkasse Paderborn-Detmold, überreichten im Februar nun die Geldpreise an das St. Michaelsgymnasium Paderborn, die Krollbachschule Hövelhof und die Franz-Stock-Realschule in Hövelhof.

Die teilnehmenden Schulen sollten auch Antworten auf die Fragen finden, inwieweit Denkmäler 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und über 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges aus ihrer Sicht noch Sinn machen, welche Bedeutung der Volkstrauertag hat und mit welchen Veranstaltungsformaten junge Menschen [zu dem Thema noch] zu erreichen sind. Eingereicht werden konnten schriftliche Dokumentationen, Multimediapräsentationen, Filme, Hörspiele oder auch Fotodokumentationen. „Wir sind sehr beeindruckt von den eingereichten Beiträgen und bedanken uns sehr herzlich bei allen Teilnehmenden und ihren Lehrkräften“, betonte Landrat Manfred Müller. "Kriegerdenkmäler sind [schließlich] Lernorte und müssen gerade in diesen Tagen als Teil einer Erinnerungskultur gesehen werden, die diese Orte in ihren historischen Kontext setzen und gegen das Vergessen arbeiten".

Sieger des Wettbewerbs ist die 7. Klasse des St. Michaelsgymnasium in Paderborn, die gleich mehrere Beiträge erstellte. Als herausragend bewertet, wurde das Video einer Schülergruppe, die in ihrem Beitrag ein Interview mit dem Vorsteher der jüdischen Gemeinde einfügte. Diese Leistung wurde mit einem Geldpreis von 2.000 Euro honoriert. Der 2. Preis in Höhe von 1.500 Euro geht an die Krollbachschule Hövelhof mit dem Beitrag „Gedenkstätten in Hövelhof“. Die Projektgruppe „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ erstellte eine Präsentation mit Hörproben und Interviews. Über den 3. Preis und 1.000 Euro freuen, konnten sich überdies die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 der Franz-Stock-Realschule in Hövelhof. Sie setzten sich mit dem Schicksal des deutschen Soldaten Philipp Walter und dem Mannschafts-Stammlager Stalag 326 in Stukenbrock auseinander.

Die Schüler und Schülerinnen wurden unterstützt und begleitet von den Lehrern Andreas Wurm, dem stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums St. Michael, von Martin Rüther, Kerstin Bolte und Michael Stolpmann (Krollbachschule Hövelhof) sowie von Carola Ostermann (Franz-Stock-Realschule).

Die Preise für die Prämierung des Wettbewerbs wurden von der Sparkassenstiftung Paderborn-Detmold im Kreis Paderborn zur Verfügung gestellt. Die Preisgelder dienen ausschließlich der Förderung von Klassenfahrten zu Gedenkstätten oder für Fahrten zu den Jugendbegegnungsstätten des Volksbundes mit Projektwochen zu Thema „Arbeit für den Frieden".

Der Wettbewerb wurde konzipiert vom Arbeitskreis Regionalgeschichte des Kreisverbandes Paderborn, der von Hermann-Josef Bentler koordiniert wird. Ihm gehören der Historiker Norbert Ellermann, Stadt- und Kreisarchivar Wilhelm Grabe und der Pädagoge Burghardt Mütherig an.

Foto und Text: Kreisverband Paderborn