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Benefizkonzert im Herkulessaal der Münchner Residenz
02. April 2019
  • München

Es war ein wunderbarer Abend. Das Benefizkonzert des Musikkorps der Bundeswehr unter der Leitung von Oberstleutnant Christoph Scheibling im Herkulessaal der Münchner Residenz begeisterte alle Beteiligten, und das in mehrerlei Hinsicht!
 
Zum einen wurde natürlich bei einem nahezu ausverkauften Saal das Primärziel, nämlich Geld einzuspielen für einen guten Zweck, hervorragend erreicht. Da diverse Abrechnungen noch nicht fertig sind, ist der genaue Betrag noch nicht exakt zu beziffern, allerdings ist jetzt schon davon auszugehen, daß es mindestens auf Vorjahresniveau und somit jenseits der € 17.000,00 liegen dürfte. Der 1. Vorsitzende des Bezirksverbandes München im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper, zeigte sich dementsprechend gut gelaunt. In seine Begrüßung ging er anläßlich des 100-jährigen Bestehens des Volksbundes auf die diversen und sich auch wandelnden Aufgaben  und Schwierigkeiten des Volksbundes in diesen 100 Jahren ein und umriß auch die Herausforderungen für die nächste Zukunft eindrucksvoll – allerdings mit knapp gehaltenen Worten, denn an diesem Abend standen nicht Reden und Informationen auf dem Programm, sondern eben der Kunstgenuß für die gute Sache.
 
Und der hatte es wahrlich in sich! Einem militärischen Orchester angemessen begann der Abend mit dem Marsch „Die schwarzen Jäger“, bei dem das Musikkorps eindrucksvoll zeigte, daß es sein Grund-Metier perfekt beherrscht. Als zweites stand die Ouvertüre sonelle „1812“ von Peter I. Tschaikowsky auf dem Programm. Das Arrangement für großes Blasorchester von Hauptfeldwebel Guido Rennert ließ keine Wünsche offen und begeisterte mit seiner klanglichen Fülle und Differenziertheit. Man konnte so den gescheiterten napoleonischen Feldzug nach Rußland des Jahres 1812 musikalisch bestens miterleben. Aber das nächste Highlight folgte sogleich. Bei der „1812“ noch als Arrangeur tätig, zeigte Guido Rennert nun, welche kompositorischen Fähigkeiten in der Orchesterbesatzung des Musikkorps stecken. Unter dem Titel „70 Jahre Grundgesetz – Eine Deutsche Geschichte“ schuf er ein musikalisches Meisterwerk, das mit unterschiedlichsten musikalischen Methoden, bis hin zu gesummten Teilen und zu wunderbar passendem Gesang in zehn Bausteinen nicht nur die Arbeit der Mütter und Väter unserer Verfassung, sondern auch das Leben in diesem Deutschland der letzten 70 Jahre abbildet. Bis hin zu Einspielern mit Textzitaten aus den ersten Artikeln des Grundgesetzes, gesprochen von Kindern der Orchestermusiker sowie der Präambel, die vom Enkel Konrad Adenauers eingesprochen wurde. In einer Gesamtkomposition, noch unterstützt mit einer kleinen Lichtregie, schufen hier OTL Scheibling, der das gesamte Konzert auch mit seinen hochinformativen und doch stets heiteren Erläuterungen zusätzlich bereicherte, sowie sein Musikkorps ein dem Anlaß wirklich gerecht werdendes großartiges musikalisches Werk. Die Meinungen der Konzertbesucher dazu waren jedenfalls ungeteilt positiv. Nach der Pause wurde wieder mit einem Marsch begonnen, diesmal dem „Taxis-Marsch“, an den sich dann wieder wunderbar arrangierte Medleys anschlossen, zuerst „Hollywood meets Broadway“ und dann „Spirit of Scotland“. Beide Medleys bestätigten einmal mehr die musikalische Vielfalt dieses Klangkörpers, letzteres sogar mit einem originalen Dudelsackspieler unterstützt. Nach der ersten Zugabe, diesmal einem bayer. Marsch, bedankte sich der 1. Vorsitzende Brannekämper im Namen alle Konzertgäste für den unvergleichlichen Abend, nicht ohne für den 03. März 2020 zum nächsten Benefizkonzert des Musikkorps an gleicher Stätte einzuladen. Danach folgten als zweite Zugabe und als Abschluß noch die Bayernhymne und das Deutschlandlied. Es war ein tolles Konzert – nochmals herzlichen Dank an das Musikkorps der Bundeswehr unter der bewährten Leitung von Oberstleutnant Christoph Scheibling.