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Bis zum Polarkreis – und drüber hinaus
Bau- und Pflegeinspektion auf Kola-Halbinsel
24. August 2018

Der Volksbund betreut weit über 800 Friedhöfe in ganz Europa. Einige dieser Erinnerungsorte liegen so weit nördlich, dass sie die meiste Zeit des Jahres mit Schnee und Eis bedeckt sind. Dies sowie die allgemeinen Wetterverhältnisse machen die Pflege und den Unterhalt der Anlagen besonders schwierig. Daher brachen Daniela Lehmann (Baureferatsleiterin) und Denis Burtnjak (Pflege-Sachgebietsleiter) gemeinsam zur Dienstreise auf die Kola-Halbinsel, dem nordwestlichsten Zipfel der Russischen Föderation auf. Am Ende dieses Berichtes finden Sie dazu noch weitere Fotos.

Dieses Straßenschild weist auf die Überquerung des Polarkreises hin.

Bei ihrer Inspektionsreise in dem Gebiet der ehemaligen und so genannten „Eismeerfront“ legten sie innerhalb von vier Tagen etwa 2200 Kilometer zurück. Ziele ihrer Reise waren die deutschen Kriegsgräberstätten in Petschenga, Salla, Kandalakscha, Petrosawodsk und Sologubowka. Die Route führte sie über die Tundra nördlich des Polarkreises bis zum östlichsten Ende der Ostsee in Richtung Barentssee.

Auf diesem Teil der Kriegsgräberstätte Petschenga wird speziell an österreichische Kriegstote erinnert.

Dabei begutachteten sie auch den fortschreitenden Bau der zentralen Gedenklösung für Kriegsgefangene im Gebiet Murmansk, die gerade auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Petschenga installiert wird, zudem wurde eine neue Stele mit den Namen von 85 Kriegstoten aufgestellt. Aber auch auf dem österreichischen Gräberfeld der Anlage wird gerade das zugehörige Denkmal renoviert.

Ohnehin bedarf die gesamte Anlage, die meist bis Ende Mai unter metertiefem Schnee begraben liegt und mitten im Militärgebiet liegt, der kontinuierlichen Pflege und auch der baulichen Instandsetzung. Der Volksbund sorgt also dafür, dass auch solche weit abgelegenen und daher weniger besuchten Kriegsgräberstätten in einem würdigen Zustand gehalten werden. Diese Arbeit wird nicht nur für die Angehörigen geleistet. Sie gilt zudem der Erhaltung des Friedhofes als authentischen Erinnerungsort für alle nachkommenden Generationen.

 

Bei der Inspektion der KGS Salla müssen die Kollegen notgedrungen einen Mückenschutz überstreifen.

Dieselbe Pflege wird auch den etwas weiter südlich gelegenen Kriegsgräberstätten in Salla, Kandalakscha und Petrosawodsk zuteil. Der Friedhof in Salla, der im Sommer von zahllosen Mückenschwärmen belagert wird, ist übrigens besonders schwer zu erreichen, da er direkt im Sperrgebiet der russisch-finnischen Grenze liegt.

Auch die KGS Kandalakscha liegt viele Monate des Jahres unter Eis und Schnee begraben.

Auf der Kriegsgräberstätte Petrosawodsk gibt es ebenfalls eine zentrale Gedenklösung für Kriegsgefangene. Diese gilt den in dem Gebiet der Republik Karelien umgekommenen Kriegsgefangenen.

Als Ergebnis der Inspektionsreise kann man festhalten, dass es – wie fast immer – noch viel zu tun gibt. Zugleich muss man aber auch sagen, dass sich diese Anlagen unter den gegebenen klimatischen Bedingungen wirklich sehen lassen können. Sie werden erhalten bleiben, denn die Erinnerung an all die schrecklichen Folgen des Zweiten Weltkrieges soll nie verblassen.

Maurice Bonkat

Hier sehen Sie weitere Fotos von Denis Burtnjak:

KGS Sologubowka

KGS Petrosawodsk

KGS Petschenga

KGS Salla

KGS Petschenga

KGS Salla

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Maurice Bonkat
Redakteur
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