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Arbeit der Versöhnung in Russland fortsetzen

Stellungnahme von Volksbund-Präsident Schneiderhan zu Bedeutung und Zukunft der Vereinigung Memorial International

In diesen Tagen wird in Moskau ein Antrag der russischen Generalstaatsanwaltschaft auf Auflösung der Vereinigung Memorial International verhandelt: Am 25. November 2021 hat ein Prozess begonnen, der im Dezember fortgesetzt wird. Präsident Wolfgang Schneiderhan drückt im Namen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge seine tiefe Besorgnis angesichts dieser Entwicklung aus.
 

Die zivilgesellschaftliche Organisation, zu deren Gründungsmitgliedern 1989 auch der Nobelpreisträger für Physik, Andrej Sacharow, und die russische Germanistin und Kulturwissenschaftlerin Irina Sherbakova gehörten, hat sich in der Aufarbeitung der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts enorme Verdienste erworben. Sie genießt höchstes internationales Ansehen. Vor wenigen Tagen erst war sie mit dem Jan Michalski Literaturpreis 2021 ausgezeichnet worden.
 

Lebensgeschichten bewahren

Mit großem Engagement dokumentieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins die Erinnerungen der Menschen und unterstützen sie dabei, ihre Lebensgeschichten sowie die ihrer Angehörigen zu bewahren und nachzuzeichnen. Dies ist eine große humanitäre Aufgabe mit unschätzbarem Wert für die russische wie auch für die deutsche Gesellschaft. Mit seinen Projekten in der historischen Bildung kümmert sich der Verein zudem um die Weitergabe der Erinnerung an jüngere Generationen.

Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit von Memorial bilden immer wieder die an der sowjetischen Bevölkerung verübten nationalsozialistischen Verbrechen. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, die während des Zweiten Weltkrieges in das Reichsgebiet verschleppt und dort ausgebeutet worden waren, hat Memorial durch seine Projekte Stimme und damit auch Würde wiedergegeben.
 

Mahnung und Appell

Für die Menschen in Deutschland ist diese Arbeit wichtige Mahnung und ein Appell an unsere historische Verantwortung. Uns beeindruckt besonders der Geist der Versöhnung, von dem die internationale Arbeit von Memorial stets geprägt ist und war. Dafür sind wir dankbar und glauben fest daran, dass gerade ein solcher Geist für ein gegenseitiges vertieftes Verständnis der Geschichte unverzichtbar wäre. Deshalb möchten wir unserer starken Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Memorial International seine Arbeit fortsetzen kann.

Text:
Wolfgang Schneiderhan
Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge
 

Der Jan Michalski Literaturpreis 2021 ging namentlich an Alena Kozlova, Nikolai Mikhailov, Irina Ostrovskaya und Irina Sherbakova. Sie erhielten ihn für ihr Werk, das – aus dem Russischen ins Englische übersetzt – erschienen ist. Sein Titel "OST: Letters, Memoirs and Stories from Ostarbeiter in Nazi Germany".

Einen Bericht zum Prozessbeginn am 25. November 2021 finden Sie unter anderem auf ZEIT-ONLINE.
 

weiterführende Lektüre:

Volksbund-Kamingespräch in Moskau zu deutsch-russischer Erinnerungskultur mit Irina Sherbakova, Mitbegründerin von Memorial und einer der führenden Köpfe: "Verdrängte Schicksale - Kriegsgefangene im Fokus"

"Der bittere Preis des Sieges" / 22. Juni 1941 – Erinnerung und Mahnung; Text in der Volksbund-Mitgliederzeitschrift FRIEDEN von Irina Sherbakova  (Ausgabe 1/2021, S. 12ff)

 

 

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