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Biographien im Geschichtsunterricht

Volksbund-Seminar für Lehrkräfte in Berlin zur Thematik „Helden – Täter – Opfer“

Biographien in der historischen Bildung war das Thema, als sich fast 20 Lehrerinnen und Lehrer aus sechs Bundesländern auf Einladung des Volksbundes in Berlin trafen. Dabei ging es auch um das Drei-Jahresthema „Helden – Täter – Opfer“. Einmal jährlich schafft der Volksbund dieses Forum zum Austausch über Themen und Methoden der Geschichtsvermittlung.

Nach pandemiebedingter Verkleinerung 2020 fand das Seminar wieder in gewohntem Umfang und mit der Zielsetzung statt, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen. Dr. Vasco Kretschmann, Leiter des Fachbereichs Schulen und Hochschulen, stellte die Leitfragen vor: Wie hat sich die Erinnerung an die Kriegstoten hinsichtlich der Begriffskonzepte Widerstand und Heldentum sowie Opfer- und Täterschaft verändert? Und welche Bedeutung hat der biografische Ansatz in der Geschichtsvermittlung?

Öffentliche und private Erzählung

Mit Dr. Sabine Moller (Humboldt Universität Berlin / Arolsen Archives) diskutierte die Gruppe zunächst, warum öffentliche und private Erzählungen zur gesellschaftlichen Beteiligung am Nationalsozialismus und seinen Verbrechen oft so unterschiedlich ausfallen.

Der Blick auf vier Bildungsangebote des Volksbundes und anderer Träger gab anschließend Anregungen für die Konzeption von Unterrichtseinheiten und Klassenfahrten. Zu Arolsen Archives sagte Sabine Moller: „Die weltweit größte Sammlung mit digitalisierten Dokumenten zur NS-Verfolgung lässt sich im Internet nicht nur durchsuchen, sondern auch unterrichtspraktisch in Online-Modulen nutzen.“

Eine Auseinandersetzung mit Biografien ermöglicht auch die Volksbund-Ausstellung „Krieg und Menschenrechte“, die als Wanderausstellung mit Erkundungsbögen und einer Handreichung mit Unterrichtsideen in Schulen genutzt werden kann.
 

Lernort Kriegsgräberstätte

Zwei Exkursionen führten zu außerschulischen Lernorten in der Bundeshauptstadt und gaben außerdem die Möglichkeit, sich weiter über Unterrichtspraxis, Erfahrungswissen und lohnenswerte Ansätze auszutauschen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand stellten die beiden Ausstellungsorte und Gedenkstätten Plötzensee und Bendlerblock vor.

Unterschiedliche Ausprägungen oppositionellen Handelns jenseits der Beschwörung eines Heldenmythos stehen im Mittelpunkt der Materialien und Programme für schulische Bildungsarbeit. Am Lernort Kriegsgräberstätte überlagern sich die Zuschreibungen von Opfern und Tätern der NS-Verfolgung bei zahlreichen Biographien, mit denen sich Schülerinnen und Schüler beim Erkundungsprogramm des Volksbundes befassen.

Auf der Kriegsgräberstätte Waldfriedhof Zehlendorf sind Tote der Schlacht um Berlin 1945 begraben. „Neben Soldaten und Luftwaffenhelfern liegen hier auch viele zivile Opfer, darunter auch Frauen und Männer, deren Beteiligung an NS-Verbrechen belegt ist“, erläuterte Anne-Susann Schanner vom Landesverband Berlin. „Die Suche nach einem angemessenen Umgang mit diesen Gräbern ist eine Diskussion, die sich auch für fortgeschrittene Schülergruppen lohnt.“
 

Von Klassenfahrt bis Comic-Wettbewerb

Mehrere  Lehrkräfte berichteten von ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Volksbund: von Klassenfahrten in Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten, Projekteinheiten und Patenschaften für Kriegsgräberstätten und der Teilnahme an den Comic-Wettbewerben. Das zweitägige Seminar griff diese Erfahrungen auf und setze neue Impulse für die künftige Arbeit, indem es Unterrichtspraxis, Projektmöglichkeiten an außerschulischen Lernorten und bundesweiten Austausch miteinander verband.

Die Organisatoren freuten sich über positive Rückmeldungen aus der Gruppe wie „Herzlichen Dank für diese inspirierende Veranstaltung! Ich empfand das Programm als sehr gut...“. Und: „Die Fahrt hat mir Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, dem Geschichtsunterricht an meiner Schule mehr 'Tiefe' zu verleihen. Auch für den kollegialen Austausch und die interessanten Gespräche bin ich sehr dankbar. Ich wünsche mir sehr, dass ich bald wieder an einer Volksbund Veranstaltung teilnehmen darf.“

Text: Dr. Vasco Kretschmann
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