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Blauer Vogel gewinnt den Comic-Wettbewerb

Jury verkündet Ergebnisse der vierten deutsch-französischen Runde

„Frauen in Kriegszeiten. Heldinnen, Täterinnen, Opfer?“ war das Thema der vierten Ausschreibung. Mit ihrer beeindruckenden Geschichte „Der blaue Vogel“ gewannen Sara Schrader Cruz, Megan Funke, Silas Degen und Svea Pintak aus Hildesheim den deutsch-französischen Comic-Wettbewerb in der Gruppen-Kategorie. Bester Einzelbeitrag ist „Überall waren Blubberblasen“ von Elina Gross aus Wetzlar. Seit vier Jahren schreibt der Volksbund den Wettbewerb gemeinsam mit seinem französischen Partner aus.

Ein „außergewöhnlich starkes Zeichen der guten nachbarschaftlichen Zusammenarbeit“ nannte der Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen den in beiden Ländern erfolgreichen Jugendwettbewerb. Er war ebenso bei der Bewertung der Einsendungen dabei wie Véronique Peaucelle-Delelis, die Generaldirektorin des französischen Nationalen Amtes der Kriegsveteranen und Kriegsopfer (ONACVG). Sie sagte: „Das Thema hat junge Menschen auf beiden Seiten des Rheins sehr inspiriert. Ich war von der Qualität der Arbeiten sehr beeindruckt.“ Bei ihrer Begrüßung hatte sie auf die „solide und effektive Partnerschaft“ von Volksbund und ONACVG verwiesen.

Die Jury der deutschen Ausgabe des Wettbewerbs hatte auch in diesem Jahr digital getagt. Über 30 thematisch sehr differenzierte Beiträge waren beim Volksbund-Fachbereich Schulen und Hochschulen eingegangen – die meisten erst kurz vor Fristablauf. Aber: „Das Warten hat sich gelohnt“, wie Dr. Heike Dörrenbächer, Leiterin der Abteilung Gedenkkultur und Bildung, betonte.
 

Klischees zur Rolle der Frauen

Besonders die Vielfalt war beachtlich. „In vielen Berichten über Kriege erhalten Frauen nur eine unbedeutende, passive Rolle. Die eindrucksvollen Einsendungen mit sehr unterschiedlichen Geschichten haben gezeigt, dass das Klischees sind, die nicht der vielfältigen Realitäten von Frauen im Krieg entsprechen“, fasste Dr. Vasco Kretschmann zusammen, der den Wettbewerb beim Volksbund betreut.

Die Einzelbeiträge: Ein farbenstarker und technisch hervorragender Beitrag über Krieg, Flucht und den Einsatz von Frauen bei der Verteidigung, der Krankenpflege und dem Schutz der Familie am Beispiel einer Phantasiegeschichte aus der Fisch-Welt landete auf dem ersten Platz: „Überall waren Blubberblasen“ von Elina Gross aus Wetzlar. Platz zwei belegte Björk Grundmann aus Garbsen mit „Nuancen der Weiblichkeit“, einer sehr tiefgründigen Kontrastierung von Zitaten aus der NS-Ideologie über die Rolle von Frauen und die Alltagsrealität in der NS-Diktatur. Dem schweren Schicksal koreanischer „Trostfrauen“ während des Zweiten Weltkrieges widmete sich Jasmin Kalkhof aus Bremen mit ihrer Graphic Novel „Comfort me“.

Die Gruppenbeiträge: Sara Schrader Cruz, Megan Funke, Silas Degen, Svea Pintak und Felix Augustin aus Hildesheim gewannen mit „Der blaue Vogel“, einer Geschichte über die jüdische Tänzerin Cilli Wang (1909-2005), die sich während der deutschen Besatzung in den Niederlanden versteckt hielt.

Überwiegend auf Französisch und historisch differenziert erzählt der zweitplatzierte Comic „Le combat pour la liberté” (Der Kampf um die Freiheit) von der Sprengung eines Zuges mit deutschen Besatzern durch die Resistance in Frankreich. Er stammt von Lucas Göldner, Samuel Gramm, Amelie Mickelat, Noa Mühlig-Versen, Tim Ostermeier, Tobias Schiegl, Felix Siml, Alexa Ulmer und Daniel Weigl aus Nittenau.

Die Flucht einer jüdischen Familie und ihr Leben im Versteck thematisieren Joana Friedrich, Ronja Münzberger, Anna-Lara Strecker, Johanna Hain und Valentina Thieme aus Erlangen. Ihr Beitrag „Das Mädchen mit dem Stern“ gewann den dritten Platz.

Die Erstplatzierten werden zu einer deutsch-französischen Jugendbegegnung nach Frankreich eingeladen. Kleine Geldpreise, Urkunden des Generalsekretärs und persönliche Glückwünsche von Kolleginnen und Kollegen aus den Landesverbänden erhalten alle, die gewonnen haben, als Dankeschön für ihre beeindruckenden Leistungen.
 

Dank an die Jury

Zum Abschluss dankte Dirk Backen den Jury-Mitgliedern und besonders den beiden Comic-Autoren Peter Eickmeyer und Gaby von Borstel, die die deutsche Ausgabe des Wettbewerbs von Anfang an begleitet haben. Mit Anna Pineker war traditionell eine Gewinnerin des Vorjahres als Jury-Mitglied dabei.

Generalsekretär Backen, der dem Gremium erstmals angehörte, verriet seine persönliche Leidenschaft: „Ich bin ein begeisterter Comic-Fan vor allem der klassischen belgisch-französischen Schule.“ Das trifft sich gut, denn belgisch-französisch werden die künftigen Ausschreibungen dank der neuen Kooperation mit dem belgischen „War Heritage Institute“ aus Brüssel sein.
 

Kinder und Jugendliche neues Thema

Zum Thema „Kinder und Jugendliche im Krieg. Junge Held:innen, Täter:innen, Opfer?“ läuft seit wenigen Tagen bis zum 28. Februar 2022 der fünfte internationale Comic-Wettbewerb für Jugendliche in Kooperation mit den Partnerorganisationen des Volksbundes aus Belgien und Frankreich. Für Geschichten, die mit unseren belgischen und französischen Nachbarn verbunden sind, gibt es erstmals ein Partner-Sonderpreis. Mehr Informationen zur aktuellen Ausschreibung unter www.volksbund.de/schule.
 

Die sechs Besten

Kategorie Einzelbeitrag:

„Überall waren Blubberblasen“ von  Elina Gross

„Nuancen der Weiblichkeit“ von Björk Grundmann

„Comfort me“ von Jasmin Kalkhof
 

Kategorie Gruppenbeitrag:

„Der blaue Vogel“ von Sara Schrader Cruz, Megan Funke, Silas Degen, Svea Pintak, Felix Augustin

„Le combat pour la liberté” von Lucas Göldner, Samuel Gramm, Amelie Mickelat, Noa Mühlig-Versen, Tim Ostermeier, Tobias Schiegl, Felix Siml, Alexa Ulmer, Daniel Weigl

„Das Mädchen mit dem Stern“ von Joana Friedrich, Ronja Münzberger, Anna-Lara Strecker, Johanna Hain, Valentina Thieme
 

Text: Dr. Vasco Kretschmann
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