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FRIEDEN in Zeiten des Krieges

Aktuelle Ausgabe der Mitgliederzeitschrift macht Ukraine zum Schwerpunkt Nummer eins

Wie können wir ein Heft füllen, das FRIEDEN heißt, wenn Krieg ist? Als der Redaktionsausschuss sich Anfang März diese Frage stellte, war diese Ausgabe der Verbandszeitschrift schon weit gediehen. Ihr Schwerpunkt zu dem Zeitpunkt: Friedhöfe – Natur und Kultur. Sogar das Titelbild war fertig. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar änderte erst die Themenauswahl und rückte dann den Blick auf Osteuropa ganz nach vorn.
 

Das Titelbild: ein Kriegskind in Europa auf der Flucht. Der Fotograf Florian Bachmeier hat die achtjährige Klementina am 16. März fotografiert. Wir konnten ein Interview mit ihm führen, als er gerade auf dem Weg in die Ukraine war. Wenige Tage später schickte er uns das Bild.
 

Eine gute Nachricht

Das Volksbund-Netzwerk funktioniert: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sammelten Geld und Sachspenden und halfen auf ganz verschiedenen Wegen. Die Jugendbegegnungsstätte auf dem Golm wurde zur Notunterkunft. Zwei Ukrainerinnen berichten von ihrer Flucht. Die neue Leiterin, Katharina Feike und ihr Team, darunter die beiden FSJ-lerinnen, Munisa Beknazarova aus Usbekistan und Orozgul Zhaanbeava aus Kirgisistan, engagieren sich mit allen Kräften.

Umbettungs-Gruppenleiter Vlado Ioseliani und sein Team brachten 16 Menschen – Familien von Volksbund-Mitarbeiterinnen und -mitarbeitern – nach Thüringen, wo sie in der Jugendherberge Schloss Martinfeld Platz und Ruhe fanden. Etliche Kollegen fuhren mit Hilfsgütern unter schwierigen Bedingungen bis an die ukrainische Grenze und nahmen auf dem Rückweg Flüchtlinge nach Deutschland mit – von all dem erzählt die Aufmacher-Geschichte.
 

Rückschau und Gegenwart

Im historischen Rückblick erklärt Professor Frank Golczewski, wie sich die Trennung zwischen Russland und der Ukraine im Lauf der Jahrhunderte entwickelt hat. Und der Schriftsteller Michael Zeller beschreibt in  „Die Kastanien von Charkiw“ eine Stadt, die heute in Trümmern liegt. Sein neues Buch stellen wir vor.

In einem Vierteljahrhundert hat der Volksbund 24 Friedhöfe in der Ukraine gebaut und gepflegt, dafür hat er jährlich rund 200.000 Euro aufgewendet. Im Moment ist die Pflege dort an vielen Orten zu gefährlich. Unser „Büroleiter Moskau“, der langjährige ARD-Korrespondent Hermann Krause, blickt auf 30 Jahre deutsch-russische Beziehungen zurück. Für die Versöhnungsarbeit des Volkbundes, aber auch für sein persönliches Engagement konstatiert er eine „niederschmetternde Entwicklung“.
 

„CHARTA Friedhofskultur“

Der zweite Schwerpunkt dieser Ausgabe beginnt auf Seite 18. Friedhöfe gelten als immaterielles Kulturerbe. Die „CHARTA Friedhofskultur“ und ihre Entstehung erklären Dr. Dirk Richhardt, Referent der Volksbund-Stiftung „Frieden und Gedenken“, und Dr. Dirk Pörschmann, Leiter des Museums für Sepulkralkultur in Kassel.

„Tränen und ein wenig Ruhe“ fand der Großonkel von Michael Wolfgramm: Er hatte als Jugendlicher seine Großmutter auf der Flucht im April 1945 in einem Lazarett in Ratzeburg zurücklassen müssen. Dort war sie gestorben. Jetzt standen erstmals Familienmitglieder an ihrem Grab. Wolfgramm, der viele Jahre Volksbund-Workcamps mit geleitet hat, setzt dieses Kapitel seiner Familiengeschichte als freiberuflicher Trainer für Gewaltprävention in Projekten mit Jugendlichen ein.
 

Schöne Orte für die Lebenden

Unsere Kriegsgräberstätten sind Orte des Gedenkens, der Begegnung, des Lernens – und grüne Oasen voller Leben. Unsere Reise führt von der Kriegsgräberstätte Petschenga hinter dem Polarkreis, wo die Toten der Eismeerfront bestattet wurden, bis nach El Alamein in die ägyptische Wüste. Spricht man mit den Kollegen, die die Anlagen betreuen, erfährt man Überraschendes: dass nicht nur Menschen, sondern auch Bäume bequem sind, dass Purpurheide seltene Wildbienen anlockt, dass auf skandinavischen Friedhöfen auch mal ein Elch vorbeischaut und dass die Cranberry-Hecken im lappländischen Salla seit Jahrzehnten die Friedhofsmauer zusammenhalten.

Fazit: Kriegsgräberstätten sind auch Rückzugsorte und Lebensraum für seltene Arten. Aber diese Anlagen, so formuliert es Denis Burtnjak vom Referat Pflege, sollen vor allem auch schöne Orte für die Lebenden sein. Das zeigt dieser Artikel eindrucksvoll.
 

Neue Ausstellungen

Ysselsteyn ist flächenmäßig die größte deutsche Kriegsgräberstätte weltweit. Allein die Zahl der Kreuze auf dem 28 Hektar großen Gelände macht den Irrsinn des Krieges klar. Wir berichten von der neuen Dauerausstellung mit Film, Grafiken und Medienstationen. Auch die Ausstellung „Gemeinsam für den Frieden“ porträtieren wir. Der Titel: „Eine für alle“, denn jeder Landesverband erhält sie und kann sie für seine Öffentlichkeitsarbeit nutzen.

Ganz konkrete Schritte für den Frieden sind bei der zweiten Runde des Friedenslaufs im September geplant: wandern, walken, joggen – alle sind eingeladen, mitzumachen. Wir schildern ein schönes Beispiel der Umsetzung aus dem Vorjahr im bayerischen Zirndorf.
 

Als Elfjährige auf sich allein gestellt

Zu den ergreifendsten Erlebnissen in der Volksbundarbeit gehört die Begegnung mit Zeitzeugen, die Einblick in ihr Leben gewähren. In ihren Erinnerungen „Ich war ein geliebtes Kind“ erzählt Ruth Schaffer, wie sie als kleines Mädchen mit der Kinderlandverschickung aus Königsberg ins Erzgebirge gebracht wurde und dort das Kriegsende erlebte. Der Vater war gefallen, ihre Mutter, auf die sie noch jahrelang wartete, sollte sie nie wiedersehen. Mit 86 Jahren besuchte sie im vergangenen Herbst erstmals das Grab ihres Vaters in Griechenland.

Neu ist die Rubrik „Mitglieder und Spender“, in der es um die Haus- und Straßensammlung und um eine Anlass-Spende geht. Mit „In eigener Sache“ ist eine weitere Seite überschrieben: Dort finden sich Themen, die uns intern beschäftigen, die aber für die Öffentlichkeit interessant sind oder bei denen wir Ihre Hilfe brauchen.
 

„Päßler räumt auf“

Damit sind wir auch schon bei den letzten Seiten der FRIEDEN angekommen: Sie gehören auch den Informationen aus den Landesverbänden, der Stiftung „Gedenken und Frieden“ und den Reaktionen unserer Leserinnen und Leser. Und schließlich laden wir noch in unser Volksbundarchiv ein: Peter Pässler präsentiert besondere Fundstücke aus seiner „Schatzkammer“.

Die neue Ausgabe finden Sie auch in der Mediathek – als PDF und zum Bestellen der gedruckten Version.

Text: Diane Tempel-Bornett / Christiane Deuse
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