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Grube für Tote ausgehoben – zwei Gräber gefunden

Volksbund bettet 1.213 Kriegstote auf dem „Garnisonsfriedhof“ in Danzig ein

Das ist selten: Sie wollten eine Grube ausheben, um Kriegstote zu bestatten, doch statt bloßer Erde finden die Volksbund-Mitarbeiter zwei Grabplatten, darunter Skelette. Drei Tage dauert es, bis sie geborgen sind. Am Ende sind es nicht 1.211, sondern 1.213 Tote, die das Team um „Chefumbetter“ Thomas Schock auf dem „Garnisonsfriedhof“ in Danzig (heute Gdansk) bestattet. Damit ist er voll belegt. Weitere 616 Gefallene fanden an anderem Ort ihre letzte Ruhe.

 

Im Zentrum der Stadt und unmittelbar neben einem zivilen Friedhof befindet sich die Anlage – in der „Dabrowskiego-Straße“ (früher „Am Hagelsberg“). „Wir wussten nicht, dass die Steine und die Gebeine dort liegen“ sagt Thomas Schock, der den Umbettungsdienst beim Volksbund leitet. „Es war ein Zufallsfund. Normalerweise sind die Felder frei.“
 

Schauplatz von Kämpfen

Doch die Kriegsgräberstätte Gdansk gibt Rätsel auf: „Sie war früher ein Garnisonsfriedhof“, erklärt der Experte. „An diesem Ort wurde gekämpft und die Toten hat man an Ort und Stelle belassen.“ Soldaten der Roten Armee hätten vom Friedhof aus in die umliegenden Stadtteile geschossen.

Teile der Anlage stehen seit 1961 unter Denkmalschutz und werden nicht mehr genutzt. Der Volksbund hatte hier kleines Gräberfeld für Soldaten des Zweiten Weltkrieges aus Danzig angelegt – neben einer Fläche, auf der Tote der Kriege 1870/71 und 1914 bis 1918 bestattet sind.
 

Bagger zieht Sondierungsgraben

Bevor ein Areal umgewidmet und zum Gräberfeld wird, wird kontrolliert, ob die Fläche frei ist – „normalerweise zieht ein Bagger einen Sondierungsgraben diagonal über das Feld“, erklärt Thomas Schock. „Ob das tatsächlich gemacht wurde, kann ich nicht sagen. Das ist Jahrzehnte her.“So viel ist sicher: Die beiden Soldaten waren 1940 im Lazarett gestorben. Die Kämpfe um die Stadt Danzig hatten vor allem gegen Ende des Krieges Tausende das Leben gekostet – Soldaten wie Zivilisten. Noch immer findet das Team um Matti Milak, das im Volksbund-Auftrag in Polen arbeitet, jährlich die Gebeine von Hunderten Toten in der Region.

Jetzt, wo dieser – für Danzig und die umliegende Region – angelegte Soldatenfriedhof voll belegt ist, strebt der Volksbund eine Erweiterung auf angrenzendem Areal an.

 

2021 Massengrab entdeckt

Im späten Frühjahr 2021 etwa hatten die Umbetter ein Massengrab mit rund 300 Toten auf einem zivilen Friedhof im Stadtteil Wrzeszcz Srebrzysko (früher Silberhammer) entdeckt. Eine weitere Sammelanlagen mit Toten in Einzelgräbern auf demselben Areal waren dem Volksbund schon lange bekannt.

Mehrere Wochen lange hatten sie überall da Gebeine geborgen, wo es möglich war (wir berichteten: Massengrab auf Danziger Friedhof entdeckt). Auch diese Toten sind jetzt auf dem „Garnisonsfriedhof“ bestattet.

561 Särge in Bartosze beigesetzt

Unweit von Ełk (früher: Lyck) liegt eine wunderschöne Friedhofsanlage hoch auf einem Plateau: Bartosze heißt der Ort heute (früher: Bartossen). Auch dort bettete das Volksbund-Team Kriegstote des Zweiten Weltkrieges ein. „Dort befinden sich auch Gräber des Ersten Weltkrieges”, erklärt Thomas Schock. Wegen der schweren Kämpfe damals habe der Ort auch den Namen „ostpreußisches Golgatha“ getragen.

Dort gab der Volksbund 616 gefallenen Soldaten in 561 Särgen ein würdiges Grab. Fast 20.000 Tote sind jetzt auf der Kriegsgräberstätte Bartosze bestattet.

Die „Gräbersuche Online“

Mehr als 3.200 Tote exhumierte der Volksbund allein in Polen und unter Corona-Bedingungen im vergangenen Jahr. Das heißt: Noch immer lassen sich Schicksale klären, informiert der Volksbund Angehörige, wenn ein Toter gefunden und identifiziert ist. In der „Gräbersuche Online“ sind mehr als 4,8 Millionen Datensätze erfasst. Wenn auch Sie noch einen Angehörigen vermissten, ist die Suche dort ein erster Schritt. Der nächste ist ein Suchantrag – damit der Volksbund Sie informieren kann, wenn es neue Informationen gibt.

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