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Insel des Friedens

Gedenkfeier in Maleme auf Kreta

Manchmal geschehen an den schönsten Orten die schrecklichsten Dinge, die sich Menschen einander antun können. So war es auch vor exakt 78 Jahren, als die Wehrmacht am 20. Mai 1941 ihren verheerenden Angriff auf Kreta begann. Daran erinnerte nun die Deutsche Botschaft Athen als Veranstalter einer würdigen Gedenkveranstaltung auf der Kriegsgräberstätte Maleme, an der auch Hartmut Tölle vom Bundesvorstand des Volksbundes teilnahm.

 

Das mit rot-blühenden Blumen durchwirkte Gräberfeld wirkt akkurat gepflegt und untermalt den herrlichen Blick auf das Meer vor Maleme. Es ist wirklich ein schöner Anblick, welcher der regelmäßigen und aufwändigen Arbeit der Pflegedienstmitarbeiter vor Ort sowie aktuell auch dem Engagement unserer Soldaten der Luftlandebrigade 1 aus Saarlouis um Stabsfeldwebel Dirk Bremm zu verdanken ist. Dennoch weiß jeder, der an diesem Gedenken Anteil nimmt, dass hier tausende Menschen begraben wurden, die für ein menschenverachtendes Regime ihr Leben ließen.

Schmerzhafte Erinnerung

 

Diesen inneren Widerspruch benennt auch Hartmut Tölle (Foto oben, Mitte) vom Bundesvorstand des Volksbundes in seiner Gedenkrede: „Mit dem deutschen Angriff begann eine Zeit brutaler Gewalt und oftmals auch der Willkür. Die Besatzungsziele wurden gegen den erbitterten Widerstand der kretischen Einwohner durchgesetzt. Deutsche Vergeltungsmaßnahmen richteten sich gegen die Bevölkerung, es kam zu brutalen Massakern und anderen schweren Kriegsverbrechen. Auch die Deportation der kretischen jüdischen Bewohner ist hier besonders zu erwähnen. Heute scheinen diese Schrecken Feriengästen auf der Insel mit ihrer malerischen Natur und der großen Gastfreundschaft der Menschen fern oder sie sind ihnen nicht einmal bewusst. Doch in vielen Orten und Familien der Insel ist die Erinnerung schmerzhaft wach.“

 

Deshalb sei es auch nicht selbstverständlich, wenn die Kreter uns Deutschen die Hand zur Versöhnung gereicht haben. Ohnehin sei dies die Voraussetzung für die Existenz eines solchen Erinnerungsortes wie der deutschen Kriegsgräberstätte Maleme auf Kreta. Die so geäußerte Dankbarkeit teilten auch die etwa 150 Teilnehmer dieser Gedenkveranstaltung unter der auch eine fränkische Reisegruppe unter Leitung des Volksbund-Bezirksgeschäftsführers Oliver Bauer, circa 25 Angehörige des Bundes Deutsche Fallschirmjäger sowie zahlreiche Ehrengäste waren.

 

Gemeinsames Gebet

Insgesamt verlief die von der Deutschen Botschaft Athen gestaltete Veranstaltung mit dem Moderator Oberst i.G. Kammerer sehr feierlich, umrahmt von einer griechischen Blechbläserformation. Den würdevollen Abschluss bildeten das traditionelle Totengedenken, die Nationalhymnen, Kranzniederlegungen sowie ein gemeinsames Gebet.

Unter den Gästen war mit Gerhard Beier auch ein Angehöriger, dessen Vater am 20. Mai 1941 über Kreta als Fallschirmjäger schwer verwundet und in der Folge auch dort stationiert wurde. Sein Sohn versucht nun, die Nachkommen der Familie zu finden, bei der sein Vater damals einquartiert war. Damit will er stellvertretend für den Vater seine Dankbarkeit ausdrücken – und zugleich ein Zeichen für Versöhnung setzen.

Ihm dürften die abschließenden Worte von Hartmut Tölle besonders nahe gegangen sein: „Kriegsgräber sind Orte der persönlichen Trauer, aber auch Orte der gesellschaftlichen Verantwortung und der Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Kriegsgräber zu Orten der Begegnung, der Versöhnung und des Wissens um unsere Geschichte zu machen, ist unsere Chance, Fehler nicht zu wiederholen und mit gemeinsam entwickelten Werteorientierungen an unserem Europäischen Haus zu bauen.“

Maurice Bonkat und Siegfried Rau

 

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