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Mit Alla und Rozi nach Budapest

Workcamps 2021: Volksbund-Reihe Teil IV

Nach Ungarn – nach Budapest und in den nahegelegenen kleinen Ort Taksony – führt die Reise mit Alla und Rozi im August. Es ist das vierte Beispiel für internationale Volksbund-Begegnungen, die für den Sommer 2021 geplant sind. Der Titel unserer kleinen Reihe:  „Ohne Teamer kein Camp“.

Alla aus Russland und Rozi aus Ungarn haben Volksbund-Angebote dieser Art für Jugendliche und junge Erwachsene selbst als Teilnehmerinnen kennen- und schätzen gelernt. Mittlerweile sind sie langjährige Teamerinnen, die mit ihrem Engagement die Camps unterstützen und Jugendliche für Geschichte und gesellschaftliche Fragen begeistern. Ein tolles Beispiel dafür, wie solche Begegnungen grenzüberschreitende Freundschaften ermöglichen und Raum für gemeinsame Initiativen geben. 

Vom 15. bis 28. August 2021 begleiten die beiden eine Gruppe im Rahmen der deutsch-ungarischen Jugendbegegnung nach Ungarn und ermöglichen es den 18- bis 25-Jährigen, die bewegte Geschichte des Landes zu verstehen und die Vielfalt Ungarns zu entdecken. Im Interview mit Viktória Blahó (Volksbund-Referentin internationale Jugendbegegnungen) erzählen sie mehr über das Camp und warum sie ehrenamtlich tätig sind:


Hallo Alla und Rozi, stellt Ihr Euch bitte kurz vor? 

Rozi: „Mein Name ist Anna Rozványi, aber es gefällt mir besser, wenn man mich Rozi nennt. Ich bin 24 und komme aus Ungarn. Momentan studiere ich Management und Leadership in Budapest.“
Alla: „Hallo und ich bin Alla Lysenko, 29, komme aus Russland, aus Wolgograd, wohne und studiere schon seit zwei Jahren in Deutschland.“

Wie seid Ihr zum Volksbund gekommen?
 

Rozi: „Eine Verwandte von mir hat mir von der Organisation erzählt. Dann habe ich an einem Camp teilgenommen – und das war Liebe auf den ersten Blick. Beim nächsten Mal war ich schon eine Teamerin. Wenn ich die Möglichkeit habe, verzichte ich seitdem nie darauf, zu teamen. Nach der kurzen Pause letztes Jahr freue ich mich sehr darauf, mit den ausgezeichneten Leuten wieder zusammenzuarbeiten.“
Alla: „Meine erste Erfahrung mit einem Workcamp habe ich vor zehn Jahren bei Wolgograd durch meine Uni gemacht. Und irgendwann wurde ich zu einer Teamerin, weil ich gerne dabeibleiben wollte. Ich bin von den Angeboten immer wieder inspiriert. Ich war besonders begeistert, als ich Rozi und Rubin (der auch im Team ist) kennengelernt habe. Das Camp im Sommer wird unser erstes gemeinsames Projekt sein, worauf ich schon seit einem Jahr warte.“

Warum gerade die deutsch-ungarische Begegnung in Budapest?

Rozi: „Es ist wirklich etwas Besonderes für mich, hier in Ungarn zu teamen. Ich bin sehr stolz auf meine Kultur und auf meine Geburtsstadt, und es freut mich immer, wenn ich deren Schönheit zeigen kann. Darüber hinaus habe ich großes Interesse an Geschichte. Deswegen finde ich es ganz interessant, dass die verschiedenen Erinnerungskulturen der zwei Nationen im Fokus des Camps stehen.“

Was werden die Teilnehmenden in Ungarn erleben?
 

Alla: „Außer zahlreichen Unterhaltungsmöglichkeiten wie Stadtausflüge – in Budapest kann man sehr viele davon machen – ist eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik des Camps vorgesehen. Wir werden aus verschiedenen Perspektiven die vorhandene Narrative in der Erinnerungskultur Ungarns betrachten: Wie wird das 'sowjetische' Ungarn in Deutschland repräsentiert und wahrgenommen? Und wie wird mit dieser Vergangenheit in Ungarn umgegangen? Welche Akteure und Ereignisse haben das Bild erzeugt, das wir heute zu Gesicht bekommen? Mittels Diskussionen, thematischer Annäherung und entsprechender Begleitung werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versuchen, einen anderen, auch kritischeren Einblick in diesen Geschichtsabschnitt zu entwickeln.“

Was verpassen die Leute, die nicht mitkommen?

Rozi: „Die Leute, die nicht mitkommen, verzichten auf einen supercoolen Austausch und das Kennenlernen vieler Menschen, die sie unter anderen Bedingungen vielleicht nie treffen würden.  Sie werden weder Lángos am Ufer der Donau essen, noch werden sie sich über die wunderschönen Nachtlichter von Budapest wundern. Einfach gesagt: Sie verpassen die Gelegenheit, sich den Kopf von der Stadt verdrehen zu lassen.“

 Was verbindet Euch mit dem Ort und mit dem Thema?
 

Alla: „Ich war zum ersten Mal in Budapest, als ich Rozi besucht habe. Ohne großartige Ahnung bin ich durch die Stadt gebummelt, habe mir die schöne Architektur angeguckt und die Thermen genossen. Bis wir das 'Haus des Terrors'  besucht haben – das war der Punkt, an dem meine Vorstellung davon, wie man die sowjetische 'Ära' wahrnimmt, auf den Kopf gestellt wurde. Mein Neugier war groß, weil der Erinnerungsdiskurs zum diesem Thema in Russland völlig anders ist. Den ehemaligen Ostblockländern wird im Geschichtsunterricht kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Aufgrund meines eigenen Erlebnisses habe ich große Lust, mich mit dem Thema im Rahmen dieses Workcamps zu beschäftigen.“

Was bedeutet Ehrenamt für Euch? Warum engagiert Ihr Euch gerne ehrenamtlich?

Rozi: „Einerseits geht es darum, dass ich etwas Gutes und Nützliches für meine Gesellschaft tun kann. Andererseits genieße ich jeden Moment des Ehrenamts, dass ich zum Volksbund gehören kann, den Austausch mit diesen intelligenten Jugendlichen… Nicht zuletzt hilft mir Ehrenamt bei meiner persönlichen Entwicklung.“
Alla: „Mir macht es Spaß. Das ist eine Möglichkeit, etwas Neues, was man nicht wirklich selbst planen kann – Gruppendynamiken sind nicht berechenbar –, zu erleben. Und ich mag den Bildungsteil sehr und finde ihn enorm wichtig. Indem wir versuchen, etwas zu vermitteln, lernen wir selbst nicht weniger als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“

Liebe Rozi, liebe Alla, vielen Dank für Euer Engagement! Wir wünschen Euch viel Erfolg und einen spannenden und lehrreichen Austausch in Ungarn!

 

Workcamp-Programm 2021

Zusammengefasst und kurz vorgestellt sind die Workcamps, die der Volksbund für das laufende Jahr plant, online unter der Überschrift „Geschichte erleben, Frieden gestalten“. Das erste beginnt im Juli. Die einzelnen Workcamps im Porträt mit der Möglichkeit, sich anzumelden, finden Sie hier

Der Volksbund ist ein 1919 gegründeter, gemeinnütziger Verein. Seine Arbeit finanziert er vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

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