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Geschichten von Kriegstoten im Elsass

Neue Dauerausstellung in Niederbronn-les-Bains aufgebaut

Eine neue Volksbund-Dauerausstellung komplettiert nun das Informationsangebot auf der Kriegsgräberstätte Niederbronn-les-Bains im Elsass. Neben sieben Biographien von Kriegsteilnehmern informiert ein multimediales Angebot über den Verlauf des Krieges im Osten Frankreichs und erläutert die Geschichte des Soldatenfriedhofes, auf dem knapp 15.800 Gefallene des Zweiten Weltkrieges ruhen.
 

Wer den Rhein Richtung Westen passiert und ins Elsass kommt, findet sich in einer lieblichen Gegend wieder. In der hügeligen Landschaft wachsen Weinreben und blühen Obstbäume, dazwischen ducken sich romantische Fachwerkstädtchen und kleine Weiler. Wer aber genauer hinschaut, sieht auch die geschliffenen Befestigungen der Maginot-Linie, die überdimensionalen Kriegerdenkmäler, die vielen Ehrensteine der Gefallenen, die französischen und deutschen Friedhöfe. Denn diese Region Frankreichs ist in den vergangenen 150 Jahren immer wieder von Kriegen heimgesucht worden.
 

La Grande Guerre

Dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 folgten der Weltkrieg 1914 bis 1918 (den Franzosen „La Grande Guerre“ und Deutsche den „Ersten Weltkrieg“ nennen) sowie die Schlachten des Zweiten Weltkrieges, die hier sowohl 1940 als auch 1945 geschlagen wurden.

Die neue Dauerausstellung, die nun auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Niederbronn-les-Bains aufgebaut wurde, fügt den Geschichten über die Kriege wichtige und spannende Kapitel hinzu. In zwei Räumen am Eingang der Kriegsgräberstätte, die sich mit knapp 15.800 Toten des Zweiten Weltkrieges über dem Kurort Niederbronn erstreckt, dokumentiert sie mit Texten, Bildern und Grafiken Geschichte und Verlauf des Weltkrieges mit seiner Bedeutung für die Region und erzählt anhand von sieben Biographien die Geschichten von Menschen im Krieg.

Bernard Klein, seit 1995 Leiter der benachbarten Jugendbegegnungsstätte, und die Berliner Agentur „beier + wellach projekte“ haben dabei sehr unterschiedliche Lebensläufe herausgesucht. In der Ausstellung ist Platz für die Berichte eines einfachen deutschen Soldaten wie zum Beispiel der Obergefreite Wilhelm Abel, aber auch für die eines Kriegsverbrechers wie SS-Sturmbannführer Franz Hoth.
 

Erinnerungen an August Waigel

Hier wird die Biographie des US-Soldaten Victor Akimoto skizziert, aber auch die von August Waigel, Bruder des späteren Finanzministers Theo Waigel. Noch heute erinnern auf Augusts Grabstein abgelegte Euro-Münzen daran, dass Bruder Theo die Währung in der EU einführte und immer noch als „Mr. Euro“ bekannt ist.

Sturm auf die Maginot-Linie

Bei der Geschichte des Friedhofes, den ein Hochkreuz und ein Mausoleum aus rotem Vogesen-Sandstein dominieren, berichtet Bernard Klein wissensreich von den dunkelsten Wochen des Krieges. „Der tödlichste Tag war der 14. Juni 1940“, so der 62-Jährige. An diesem Tag stürmten Deutsche die Maginot-Linie, mehr als 500 Franzosen und Deutsche starben. Aber auch 1945, so der Historiker, brachten die deutsche Offensive „Nordwind“ und die alliierte Gegenoffensive „Undertone“ hundertfach den Tod.

1966 und später wurden auf dem Friedhof am Eyler-Hügel Gefallene aus mehr als 700 Orten in Ostfrankreich nach Niederbronn umgebettet. Sieben Steinblöcke listen die Namen der Städte und Gemeinden von Sarrebourg bis Metz auf, aus denen  Gefallene nach Niederbronn-les-Bains überführt wurden.

Die Biographien der neuen Ausstellung ergänzen ein zehnminütiger Einführungsfilm und weitere Informationen in zwei Medienstationen. „Damit ermöglichen wir Besucherinnen und Besuchern, aber auch Schulklassen, sich umfassend über Menschen im Krieg und die Geschichte des Friedhofes zu informieren“, sagt Danny Chahbouni, der beim Volksbund für Ausstellungen verantwortlich ist. Die Eröffnung ist für den 25. Juni 2022 geplant – bis dahin sind die letzten kleineren Arbeiten abgeschlossen.
 

Deutsch-französische Jugendprojekte

Neben der Anlage betreibt der Volksbund die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte „Albert Schweitzer”. Dort bietet der Volksbund vor allem deutsch-französische Jugendprojekte an. Was für das laufende Jahr geplant ist, finden Sie in der Workcamp-Übersicht. Da geht es auch zur Anmeldung.
 

Führung online über den Friedhof

In Zeiten der Einschränkungen war das Volksbund-Team um Bernard Klein in Niederbronn Vorreiter: mit Führungen, live gestreamt auf Facebook. Einen Bericht zu seinem Abschied in den Ruhestand am 1. April finden Sie hier.

Harald John Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit

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